Die Fördermittel werden knapper, die Projekte kürzer, viele Stellen sind befristet. Gleichzeitig suchen NGOs dieselben Fachkräfte wie Unternehmen, die mehr zahlen. Beim Gehalt mitzuhalten, ist für die meisten keine Option. Muss es aber auch nicht als Erstes. Denn wer sich bei einer NGO bewirbt, sucht vor allem eines: eine Arbeit, die etwas bewirkt. Wer zeigt, wofür und wie bei ihm gearbeitet wird, findet die Leute, die passen. Und die bleiben.
Weniger Geld, kürzere Projekte, gleicher Anspruch
Die Finanzierung vieler NGOs wird unsicherer. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht für das Entwicklungsministerium 9,47 Milliarden Euro vor, 587 Millionen weniger als 2026. Es ist das fünfte Jahr in Folge mit Kürzungen (VENRO). 2023 standen noch 12,16 Milliarden Euro zur Verfügung (evangelisch.de). Auch in den Ländern wird gespart: In Thüringen warnen Träger, dass Kürzungen bei Jugend- und Integrationsförderung faktisch zu Stellenabbau führen (Thüringer Appell).
Für das Recruiting heißt das: Viele Stellen hängen an Projekten und sind befristet. Wer sich bewirbt, nimmt ein Risiko in Kauf, das ein Konzern nicht verlangt.
Dazu kommt das Gehalt. Die Gehälter im gemeinnützigen Sektor fallen insgesamt niedriger aus als in der freien Wirtschaft, weil sich NPOs aus Spenden und Fördermitteln finanzieren (Friedrich-Ebert-Stiftung). Die Qualifikationen, die NGOs suchen, sind aber dieselben: Projektmanagement, Finanzen, Fundraising, Kommunikation.
Gehalt ist nicht egal. Aber es entscheidet nicht allein.
Ehrlich gesagt: Geld spielt eine Rolle. Fast die Hälfte der Gen Z (48 Prozent) und der Millennials (46 Prozent) fühlt sich finanziell nicht abgesichert (Deloitte Gen Z and Millennial Survey 2025). Wer so tut, als würde Sinn ein faires Gehalt ersetzen, verliert diese Bewerber*innen.
Gleichzeitig zeigt dieselbe Befragung von über 23.000 Menschen in 44 Ländern: Für 89 Prozent der Gen Z und 92 Prozent der Millennials ist Sinn in der Arbeit wichtig für Zufriedenheit und Wohlbefinden. Mehr als die Hälfte nennt ihn sehr wichtig, wenn sie potenzielle Arbeitgeber*innen bewerten (Deloitte).
Bei NGOs ist genau das der Grund, warum Menschen kommen. Für Mitarbeitende im Non-Profit-Sektor steht in der Regel die sinnstiftende Tätigkeit im Vordergrund, nicht das Gehalt (Friedrich-Ebert-Stiftung). Der Sinn ist also da. Die Frage ist, ob ihn Bewerber*innen bei dir finden, bevor sie sich bewerben.
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Die teuerste Stelle ist die, die du zweimal besetzt
Jede Kündigung kostet. Laut Gallup liegen die Kosten für eine Neubesetzung beim Ein- bis Zweifachen des Jahresgehalts (Bezug auf Gallup). Eine Deloitte-Studie aus Österreich kam auf rund 14.900 Euro pro Fall, bei Organisationen unter 100 Beschäftigten auf rund 13.700 Euro (karriere.at). Für eine NGO, die jeden Euro gegenüber Spender*innen und Fördergebern rechtfertigen muss, ist das viel Geld.
Bei Projektstellen kommt etwas hinzu: Die Zeit ist begrenzt. Wer nach sechs Monaten geht, hinterlässt ein Projekt mit festen Zielen, Berichtspflichten und einem Enddatum. Bis die Nachfolge eingearbeitet ist, ist ein großer Teil der Laufzeit vorbei. Und in kleinen Teams fängt niemand die Lücke einfach auf.
Diesen Verlust bremst nicht die schnellste Besetzung, sondern die passende. Wer vor der Bewerbung weiß, wofür eine Organisation steht, wie sie arbeitet und was eine Befristung konkret bedeutet, entscheidet sich bewusst. Wer sich bewusst entscheidet, erlebt weniger böse Überraschungen und bleibt eher.
Was das für dein Recruiting heißt
Purpose wirkt nur, wenn Bewerber*innen ihn sehen können. Drei Dinge helfen dabei:
- Wirkung konkret machen. „Wir setzen uns für eine gerechtere Welt ein“ steht auf vielen Webseiten. Aussagekräftig ist, was das Projekt erreichen soll, für wen und woran ihr Erfolg messt.
- Ehrlich über die Befristung. Wer offen sagt, wie lange die Finanzierung steht, was danach geplant ist und welche Perspektiven es gibt, schafft Vertrauen. Wer es verschweigt, verliert die Leute, sobald sie es herausfinden.
- Dort suchen, wo Sinn gesucht wird. Wer gezielt nach Arbeit mit Wirkung sucht, scrollt nicht durch Tausende Industrie-Jobs.
Hier setzt GoodJobs an. Als kuratierte Jobplattform für Jobs mit Sinn erreichen wir Menschen, die bewusst nach gemeinwohlorientierten Arbeitgeber*innen suchen. Jedes Unternehmen wird vor der Aufnahme geprüft. Mit einem Company Profile zeigst du Werte, Kultur und Wirkung deiner Organisation, bevor die erste Bewerbung kommt. So bewerben sich Menschen, die wissen, worauf sie sich einlassen.
Fazit
Über Fördertöpfe und Haushalte entscheidet keine NGO allein. Wie du rekrutierst, entscheidest du selbst. Wer zeigt, was seine Arbeit bewirkt, und ehrlich sagt, unter welchen Bedingungen sie stattfindet, findet seltener die schnellste Besetzung. Aber öfter die, die bleibt.