Es gibt sie, diese Studiengänge wie Medizin, Lehramt oder Architektur, die ziemlich genau auf einen Beruf zugeschnitten sind und den Weg in die Arbeitswelt als Berufseinsteiger*innen vorgeben. Daneben gibt es viele Absolvent*innen, denen mit ihrem (interdisziplinären) Studium, ihren Schwerpunkten und Interessen ein großes Feld an Möglichkeiten zur Verfügung steht. 

Für genau diese Berufseinsteiger*innen gibt es seit bereits mehr als zehn Jahres das Junior Professionals Program der Bertelsmann Stiftung: Ein stiftungsspezifisches Trainee- und Ausbildungsprogramm mit Fokussierung auf Projektmanagement am Hauptsitz in Gütersloh. Dabei werden praktische Fähigkeiten erlernt, unterschiedliche Themen vertieft und am Ende ein Schwerpunkt für den weiteren Berufsweg gefunden. So vielfältig wie die Themen und Projekte der Bertelsmann Stiftung, so abwechslungsreich ist auch die Arbeit: Von besseren Bildungschancen für Kinder, über Zukunftsmodelle der digitalen Arbeitswelt  bis hin zur weltweiten Stärkung der Demokratie  – gesucht werden Menschen, die mit ihrem Job unsere Gesellschaft nachhaltig verändern und damit einen wahren Impact erzielen wollen. 

Interessierte Absolvent*innen können sich jetzt bewerben und ihre Unterlagen noch bis zum 6. März bei Ulla Külker, Personalreferentin bei der Bertelsmann Stiftung, und ihrem Team einreichen. Wir haben bei ihr genauer nachgefragt, was das Junior Professionals Program bereithält und welche Insider-Informationen für die Bewerber*innen wichtig sind.

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Frau Külker, Sie betreuen den Bewerbungs- und Auswahlprozess für das Junior Professionals Program der Bertelsmann Stiftung. Nach wem suchen Sie für dieses Programm? 

Das Junior Professionals Program – bei uns kurz „JPP“ genannt – verfolgt das Ziel, Absolvent*innen mit einem Masterabschluss oder auch einer Promotion eine Alternative zu einer z. B. wissenschaftlichen Karriere aufzuzeigen. Und das an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Ziel ist es, die Kandidat*innen in den 18 Monaten insbesondere im Projektmanagement aus- oder weiterzubilden. Und dabei zusätzlich all jenen „Orientierung“ zu geben, die sich thematisch noch nicht zu 100% festgelegt haben. Denn im Rahmen des ersten Jahres, der sogenannten Orientierungsphase, durchlaufen die JPs drei thematisch unterschiedliche Projekte. Neben einer Offenheit für unterschiedliche Themen bringen Bewerber*innen deshalb idealerweise ein hohes Interesse an Stiftungsarbeit bzw. der Arbeit und Wirkweise des gemeinnützigen Sektors mit, können internationale Erfahrungen im Studium oder aus Praktika vorweisen – und schätzen insgesamt die zahlreichen Benefits, die ihnen das Programm bietet.

Was genau sind diese Benefits? 

Unter anderem gilt es hier die enge Begleitung durch eine*n Mentor*in sowie durch Human Resources (HR) und das maßgeschneiderte Weiterbildungsprogramm zu nennen sowie insbesondere eben genau die Möglichkeit zum „Ausprobieren“ unterschiedlicher Themen. Und all das zusätzlich zu den sowieso vorhandenen Angeboten, die das Arbeiten in der Stiftung attraktiv machen.


Wie ist das Programm aufgebaut? 

Das Programm hat eine Laufzeit von insgesamt 18 Monaten, die sich in zwei Phasen gliedert: Orientierung und Professionalisierung. Die sogenannte Orientierungsphase, sprich das erste Jahr des Programms, unterteilt sich in drei unterschiedliche Stationen à vier Monate. Die anschließende sechsmonatige Professionalisierungsphase dient dazu, die im ersten Jahr gemachten Erfahrungen in einer längeren Einsatzstation zu vertiefen und anzuwenden bzw. von den gelernten Dingen zu profitieren. Oft gibt diese Phase sehr deutliche Hinweise darauf, wo es thematisch längerfristig hingehen kann. 


Bei der Bertelsmann Stiftung dreht sich alles um die Themen Bildung, Europa, Demokratie, Gesundheit, Werte und Wirtschaft. Für die diesjährige Ausschreibung gibt es die Schwerpunkte Bildung, Demokratie und Wirtschaft. Inwieweit sollten Bewerber*innen eine Expertise in einem oder mehreren Gebieten mitbringen?

Expertise ist zu hoch gegriffen – es sollten nachweislich Interesse an sowie Vorkenntnisse in einem der Schwerpunkte vorhanden sein, „nachweislich“ im Sinne von Ausrichtung des Studiums oder z. B. durch entsprechende Praktika. Es soll aber nur eine erste mögliche Ausrichtung sein, denn genau bei der letztlichen Entscheidung für ein längerfristiges Thema soll das JPP unterstützen und behilflich sein.

Welche weiteren Vorkenntnisse sollten die Bewerber*innen mitbringen? 

Neben den oben bereits erwähnten Aspekten wie Abschluss, internationalen Erfahrungen und Motivation sind in den letzten Jahren folgende Punkte zunehmend wichtiger geworden: Zum einen eine sehr hohe Kommunikationskompetenz, idealerweise auch im Bereich Social Media und dort einem großen Verständnis für das Funktionieren dieser Kanäle. Außerdem natürlich ein gewisses Verständnis für die Auswertung mehr oder weniger großer Datenmengen – unsere Studien werden eher selten 1:1 inhouse durchgeführt, doch die Project Manager müssen das Verständnis für Studiendesign, geeignete Fragestellungen sowie anschließend deren Ergebnisse haben. Darüber hinaus sollten sie in der Lage sein, die Kernbotschaften zu erarbeiten und bestmöglich kommunikativ zu verwerten. Themen wie „Big Data“ und „Digitalisierung“ spielen hier zunehmend eine Rolle. Und nicht zuletzt ist uns zumindest ein Grundverständnis für volkswirtschaftliche Zusammenhänge wichtig. 

Worauf achten Sie vor allem beim Bewerbungsanschreiben und dem Lebenslauf?

Motivationsschreiben nehmen wir wörtlich – es muss klar werden, worin das besondere Interesse zum einen an der Bertelsmann Stiftung allgemein und zum anderen am JPP im Besonderen liegt. Sehr allgemein gehaltene Texte, die an jede x-beliebige Organisation gesendet werden könnten, haben es da schwer. Beim CV legen wir Wert auf eine klare Struktur und idealerweise ergänzende Hinweise auf konkrete Tätigkeiten in den Stationen z. B. während qualifizierter Praktika. Daraus ergibt sich für uns ein Bild dahingehend, inwieweit es bereits erste Erfahrungen im Bereich Projektmanagement gibt.


Wie genau läuft der Bewerbungs- und Auswahlprozess ab und wie viele Stationen gibt es?

Die Bewerbungsphase läuft vom 10. Februar bis 6. März. Parallel dazu erfolgt bereits die erste Auswahl für die Skype Interviews. Diese finden ab Ende März bzw. im April statt. Danach folgen die Einladungen zu den beiden Auswahltagen, an denen jeweils fünf Kandidat*innen teilnehmen werden. Die erfolgen mit ausreichend Vorlauf, um den Bewerber*innen eine Woche Zeit für die Erstellung der Präsentation zu geben, für die sie auf Basis des jeweiligen Themenschwerpunkts eine Aufgabe erhalten. In ca. zehn Minuten stellen die Kandidat*innen Vertreter*innen des Führungskreises bzw. der Personalabteilung zunächst sich selbst und dann ihre Ausarbeitung vor. Anschließend gibt es einen kurzen Slot für Rückfragen und erste Diskussionen. Am Nachmittag, nach einer offenen Lunchrunde mit Gelegenheit zum informellen Austausch mit Führungskreis, HR und ehemaligen JPs, folgen kurze Interviewsequenzen in kleineren Runden. Der Tag ist herausfordernd, doch alle Kandidat*innen sollten ihn unbedingt auch als Chance ansehen, die Stiftung und ihre Mitarbeitenden kennenzulernen – ganz im Sinne von: Nicht nur die Bewerber*innen bewerben sich bei uns – auch die Stiftung zeigt sich von ihrer besten Seite.

Bereits am Ende des 2. Auswahltages entscheidet der Führungskreis über diejenigen, die ein Vertragsangebot für das Programm erhalten sollen. So ist genügend Zeit für die administrativen Dinge bzw. die Erstellung der Einsatzpläne – damit einem perfekten Start am 1. September nichts im Wege steht. Wichtig im gesamten Prozess ist uns eine große Transparenz über jeden einzelnen Schritt sowie zeitnahe Rückmeldungen. Damit jede*r zu jedem Zeitpunkt weiß, wo er*sie steht.

Zentrale der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh
In der Stiftungszentrale der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh befindet sich das zu-künftige berufliche Zuhause der Kandidat*innen des Junior Professionals Program 2020.
© Bertelsmann Stiftung


Worauf legen Sie beim Onboarding der neuen Junior Professionals besonders Wert?

Die JPs haben nicht nur jeweils einen Mentor oder eine Mentorin an ihrer Seite, sie werden zudem sehr eng von meinen HR-Kolleg*innen und mir betreut und können sich jederzeit mit allen Fragen an uns wenden. Ferner nehmen sie gemeinsam mit anderen „Neuen“ an unseren sonstigen Onboarding-Veranstaltungen teil sowie an bereits im Vorfeld geplanten Weiterbildungsmaßnahmen. Eine eher „informelle Einarbeitung“ mit dem internen Vernetzen über bspw. Mittagessen-Dates oder auch Teilnahmen an stiftungsinternen Veranstaltungen wie unseren Lunchtimes oder sonstigen Formaten wie z. B. dem Stiftungs-Camp soll zudem sicherstellen, dass die JPs sich rasch so fühlen, als gehörten sie quasi schon seit geraumer Zeit dazu.


Wie entscheidet sich, an welchen Projekten ein Junior Professional mitwirken darf?

In Abhängigkeit der thematischen Präferenzen auf Seiten der Bewerber*innen schauen wir im Team HR gemeinsam mit den Führungskräften, die alle Kandidat*innen im Rahmen der Auswahltage kennen gelernt haben, wo es bestmögliche Einsatzoptionen gibt – die finale Entscheidung erfolgt dann in sehr enger Abstimmung mit den künftigen JPs. Schon im ersten Skype Interview bitte ich um Nennung von unterschiedlichen Projektkontexten, die die Bewerber*innen als mögliche Stationen für sich sehen.


Welche Fähigkeiten im Projektmanagement lernen die JPs während des Programms? 

Training on the job in allerbester Form: Die JPs werden von Anfang an eng in alle Projektaktivitäten involviert und ermuntert, auch eigene Beiträge und Ideen beizusteuern. Ein Training zum stiftungsspezifischen Vorgehen hinsichtlich Projektmanagement liefert die theoretische Basis – vertieft wird das alles dann im täglichen praktischen Tun. Und dies abhängig von der jeweiligen Projektphase – seien es die Planung, die Verbreitung der Ergebnisse oder aber der Transfer bzw. die Skalierung von Learnings. Denn langfristiges Ziel unserer Arbeit ist immer: Wo liegt ein möglicher Impact, wie lässt sich dieser bestmöglich erzielen und mit welchen Mitteln?

Wie geht es nach dem abgeschlossenen Programm für die Junior Professionals weiter?

Ziel des Programms ist, dass allen Teilnehmer*innen weiterführende Aufgaben als Projektmanager*innen angeboten werden. Das ist auch der Grund, warum es das Programm nur alle zwei Jahre gibt und die Teilnehmer*innenzahl auf vier begrenzt ist. In der letzten Runde 2018 wurden den JPs weiterführende Positionen bei uns sogar bereits vor Ablauf des eigentlichen Programms angeboten. Es gab Vakanzen in bestimmten Themenfeldern – und da weiß das Haus mittlerweile, dass man sich mit einer*m JP sehr gut stellt: Erfahrungen an verschiedenen Stellen im Haus, nachweisliches Commitment für die Stiftung, Vernetzung intern … und schon im allerersten Auswahlprozess quasi eine „Prüfung auf Herz und Nieren“ durch die Führungskräfte.


Warum macht es Ihnen persönlich besonders Spaß und Sinn, bei der Bertelsmann Stiftung zu arbeiten?

Ich freue mich, wenn ich beispielsweise in den Medien auf Aussagen oder Beiträge von ehemaligen JPs stoße, die nachweislich und sehr offenbar in den relevanten Stakeholder-Kreisen Gehör finden bzw. dort be- und anerkannte Stimmen sind. Dann haben wir in der Stiftung zu einem früheren Zeitpunkt offenbar vieles richtig gemacht. Und das ist ein Moment, in dem ich denke: Das ist mein kleiner mittelbarer Anteil am Erfolg der Bertelsmann Stiftung. Die Stiftung bietet mir in Summe ein tolles Arbeitsumfeld mit viel Gestaltungsspielraum und einem beständigen Streben nach innovativen und zeitgemäßen Denk- und Arbeitsweisen – und all das umgeben von sehr unterschiedlichen und unglaublich tollen Menschen mit ein- und demselben Ziel: Die Gesellschaft besser zu machen und allen die Teilhabe an diesen Verbesserungen zu ermöglichen.

 

Möchtest du gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung die Probleme von heute in Lösungen für morgen verwandeln? Die Bewerbungsphase für das Junior Professionals Program bei der Bertelsmann Stiftung läuft vom 10. Februar bis zum 6. März 2020. Für weitere Informationen und um dich für das Programm zu bewerben, findest du hier die Stellenausschreibung.

Dieser Artikel wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt.