Karriere

Worauf Personaler*innen in der Bewerbung achten: das Anschreiben

Was sollte auf keinen Fall im Anschreiben fehlen, um Personaler*innen in der Bewerbung zu überzeugen? Wir haben Christian Ahrens von Green Planet Energy gefragt.

Interview: Julia Dillan

11.04.2022

Hände die mit einem Stift auf Papier schreiben

Scrott Graham via Unsplash

Die Diskussion um das Anschreiben in der Bewerbung ist groß. Laut Umfragen wenden Bewerber*innen im Schnitt 74 Minuten für dieses auf und fast jede*r vierte Bewerber*in hat schon einmal aufgrund des Anschreibens auf eine Bewerbung für eine Stelle verzichtet. Sollte es also überhaupt noch Teil des Prozesses sein? Wenn ja, was sollte auf keinen Fall fehlen, um Personaler*innen zu überzeugen? Wir haben mit Christian Ahrens aus der Personalabteilung von GoodCompany Green Planet Energy genau darüber gesprochen.

Kurz und knapp – Was ist denn jetzt tatsächlich der Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben?

Ein Motivationsschreiben liefert die Antwort auf die Frage: “Wieso möchtest du diesen Job bei uns ausüben?”. Das Anschreiben fasst ergänzend zur Motivation den beruflichen Werdegang zusammen und gibt dem*r Leser*in einen ersten Überblick über wichtige Eckdaten wie zum Beispiel Verfügbarkeit oder Gehaltsvorstellungen. Wir erbitten bei Green Planet Energy Motivationsschreiben vor allem in internen Bewerbungsprozessen, wenn sich also Mitarbeiter*innen aus anderen Abteilungen unseres Unternehmens auf eine Stelle bewerben.

Legt ihr in eurem Bewerbungsprozess großen Wert auf das Anschreiben?

Ein Anschreiben bietet eine gute Möglichkeit für Bewerber*innen, das eigene Profil hervorzuheben und darzustellen, dass er*sie sich mit unserem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Da erfahren wir im Voraus einfach mehr als nur durch den Lebenslauf. Die Einflussgröße des Anschreibens auf den Gesamteindruck der Bewerbung ist aber durchaus auch abhängig von der zu besetzenden Position. Bewerber*innen, die glaubhaft und individuell ihre Motivation, für uns arbeiten zu wollen, schildern können, inspirieren mich besonders. 

Was ist deine Meinung dazu, dass immer mehr Menschen davon ausgehen, dass das Anschreiben nicht mehr nötig sein sollte?

Häufig lässt sich die Zeit, die man für die Erstellung eines Anschreibens aufwenden muss, nicht mit der Lesezeit des*r Personaler*in rechtfertigen. Aber auch hier ist es durchaus von der Position abhängig – im IT-Bereich ist uns ein Anschreiben zum Beispiel weniger wichtig als im Kund*innenservice oder in der Kommunikation. Es hilft uns einfach sehr, einen guten Eindruck der Persönlichkeit und der Motivation von dem*r Bewerber*in zu erhalten – das ist bei der Vielzahl an Bewerbungen, die wir screenen müssen, nicht zu vernachlässigen.

Was schaust du dir in einer Bewerbung zuerst an? 

Der Lebenslauf ist das Herzstück jeder Bewerbung. Die Berufserfahrung ist bei uns auf vielen Positionen sehr entscheidend. Wenn der Lebenslauf passt, gehe ich auf das Anschreiben und die Zeugnisse über.

Wie können Bewerber*innen schon beim Einstieg beeindrucken?

Sie sollten darauf eingehen, was sie besonders macht oder was sie an uns besonders finden. Je individueller, desto besser.

Was sind deine 3 Top Tipps gegen das 08/15 Anschreiben?

  • Keine Vorlagen aus dem Internet nutzen

  • Ein Anschreiben muss nicht zwangsläufig eine DIN A4-Seite lang sein. In der Kürze liegt die Würze!

  • Einen inhaltlichen persönlichen Touch

Sollte der*die Bewerber*in auch Informationen zu dem Unternehmen einbringen? Wenn ja, wie?

Auf jeden Fall. Wenn ich in dem Anschreiben nicht erkennen kann, dass sich die Bewerbung ausschließlich an uns richtet, hat man sofort den Eindruck einer willkürlichen Bewerbung, die in gleicher Form an viele andere Unternehmen gerichtet sein könnte. Es geht nicht um spezielle Informationen, aber der*die Bewerber*in sollte verdeutlichen, dass er*sie weiß, was wir machen und wofür wir stehen. 

Was sind No-Gos für dich?

  • Es geht nicht um eine Top-Bewerbung, die von oben bis unten alle DIN-Normen einhält. Es sollte aber auf die richtige Firmenbezeichnung und Anrede geachtet werden.

  • Kommentarlos unvollständige Unterlagen sind ein No-Go

  • Wenn zu erkennen ist, dass sich der*die Bewerber*in einfach keine Mühe gegeben hat, fällt das negativ ins Gewicht.

Was möchtest du unserer Community mitgeben?

Seid authentisch! Ehrlicherweise lässt sich das von unserer Seite erst im Vorstellungsgespräch wirklich herausfinden, aber es spart einfach allen Seiten viel Kraft und Zeit, wenn Bewerber*innen einfach sie selbst sind.

Danke für das Gespräch, Christian!

Wie du siehst, ist das Anschreiben noch immer wichtig in Bewerbungen. Verliere dich nicht in formellen Vorgaben sondern versetze dich in den*die Personaler*in hinein. Was braucht es, um dich von den anderen Bewerber*innen abzuheben? Bei unseren GoodCompanies ist es die Motivation, Sympathie und der Teamfit – alles Teil deiner Persönlichkeit! Vier Fragen, an denen du dich orientieren kannst sind:

1. Warum möchtest du in diesem Job bei diesem Unternehmen arbeiten?

2. Mit welchen Stärken kannst du das Team unterstützen?

3. Was waren deine bisherigen (idealerweise mit Zahlen belegten) Erfolge?

4. Wie arbeitest du am besten?

Noch mehr Inspiration für deine Bewerbung findest du hier:

“Bewerbung als Quereinsteiger*in – so klappt’s mit deinem Neustart!”

“Auf dem Weg zum GoodJob: Das perfekte Motivationsschreiben”

“Softskills vs. Hardskills – welche helfen dir auf der Jobsuche weiter?”

 

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