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Genossenschaften - die Unternehmensform der Zukunft?

Was ein genossenschaftliches Unternehmen ausmacht, was sie zur klimagerechten Zukunft beitragen und welche genossenschaftlichen Companies bei GoodJobs gelistet sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Julia Dillan

06.08.2021

Was sind eigentlich Genossenschaften?

Eine Genossenschaft beschreibt die Rechtsform und Strukturierung eines Unternehmens. Erkennen könnt ihr ein solches Unternehmen an der Rechtsform eG, was “eingetragene Genossenschaft” bedeutet. Durch den industriellen Strukturwandel entstanden, sorgt sie dafür, dass der Betrieb den Mitgliedern gemeinschaftlich gehört. Das wird mithilfe von sogenannten Genossenschaftsanteilen abgesichert - jedes Mitglied, welches Anteile besitzt, ist somit auch ein*e Teilhaber*in von Entscheidungen, Produktion, Gewinnen oder Verlusten. Genossenschaften sind im Prinzip ein schlauer Gegenentwurf zum ungezügel­ten Kapitalismus: Sie gehen seltener in­solvent als andere Unternehmensformen, sind unabhängig von den finanziellen Anteilen demokratisch organisiert und ihr Unter­nehmenszweck ist immer der Vorteil aller Mitglieder – kurzfristige Gewinne stehen also hinten an. 

Zukunftsfähige Genossenschaften

Seit 2016 ist die Genossenschaftsidee als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und die rund 7.800 Genossenschaften in Deutschland zählen mehr als 22 Millionen Mitglieder. Trotzdem werden in den letzten zehn Jahren immer weniger Genossenschaften gegründet. (Quelle) Wir denken, dass Genossenschaften ein wichtiges Puzzleteil in der Gesellschaft der Zukunft darstellen und deshalb sollte sowohl die Gründung, als auch die Teilhabe, inklusiver, transparenter und attraktiver gestaltet werden - insbesondere auch für junge Gründer*innen. Ein wichtiger Aspekt dafür ist die Digitalisierung, die durch die Pandemie einen erneuten Aufschwung bekommen hat. Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) hat im Rahmen der Kampagne “Wege Bereiten” am 15. Juli einen Polittalk zu genau dem Thema organisiert und gemeinsam mit Vertreter*innen der Politik und verschiedener Genossenschaften ein Positionspapier entwickelt, wie Genossenschaften und deren Gründung digitaler werden können.

Mit der Rechtsform “eG” gegen die Klimakrise 

“Bei den großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, wie der Klimakrise und sozialer Ungleichheit, müssen wir unsere Wirtschaft neu ausrichten. Wir brauchen Geschäftsmodelle, die einen Mehrwert für die ganze Gesellschaft schaffen statt für Einzelne. Mit dem genossenschaftlichen Ansatz in diversen Branchen kann eben dies gezeigt werden. Wir hoffen, dass wir weitere Projekte und Initiativen mit diesem Gedanken zum Mit- und Nachmachen inspirieren können.

Genossenschaften bieten aus unserer Sicht dafür großes Potenzial: Denn was eine*r nicht schafft, schaffen Viele! Neben kooperativen Supermärkten und solidarischer Landwirtschaft im Lebensmittelbereich zeigen zum Beispiel auch Energiegenossenschaften wie Bürger*innen den Wandel selbst in die Hand nehmen und mitgestalten können.“ Johanna Kühner, Vorständin der SuperCoop

Genossenschaftliche GoodCompanies

Dass wir diese Form des Gründens cool und unterstützenswert finden und sie absolut mit unseren Werten einhergeht ist sicherlich klargeworden. So befinden sich unter unseren GoodCompanies auch einige Genossenschaften.

 

PlantAge

Die bio-vegane solidarische Landwirtschaft aus der Nähe von Frankfurt Oder baut frisches Gemüse an und teilt die Ernte unter allen Mitgliedern auf. Diese sind als Genoss*innen auch Eigentümer*innen des Betriebes und sichern PlantAge somit ab, wenn es mal zu Ernteausfällen kommen sollte. Sie können aber auch mitbestimmen, was im Folgejahr angebaut wird, wenn es ihnen im Vorjahr beispielsweise zu viel Salat oder Mangold war.

“Durch gemeinschaftliches Wirtschaften können wir das Klima retten und zu einer gesunden Umwelt beitragen. Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie wir Arten für immer verlieren. Wenn wir Flächen nutzen, um davon Menschen zu ernähren, statt “Nutztiere”, werden 50% weniger Fläche benötigt. Auf diesen frei werdenden Flächen, können wir klimaregulierende Wälder entstehen lassen und bedrohten Tierarten wieder Lebensraum bieten.“ Frederik Henn, Mitgründer von PlantAge

Greenpeace Energy

Das Ziel von Greenpeace Energy ist es, durch umweltfreundliche Energieversorgung ohne Kohle- oder Atomkraft, die Energiewende voranzutreiben. Mehr als 28.000 Menschen besitzen durch ihre Anteile das Unternehmen. “Unser Genossenschaftsmodell macht uns nicht nur unabhängiger von Banken und Krediten. Es sorgt auch für eine transparente Geschäftspolitik und ein kompromissloses Engagement. Wir arbeiten nicht für maximale Gewinne, sondern setzen uns als Genossenschaft für eine dezentrale, gerechte und schnelle Energiewende ein.”

OEKOGENO 

Die OEKOGENO eG ist eine der größten Bürgerbeteiligungs- Genossenschaften in Deutschland. Sie setzen für die über 15.000 Mitglieder zukunftsweisende Projekte im Sinne einer solidarischen Gemeinwohlökonomie um - durch Anlagen der Genoss*innen. Die Mitglieder können sich an allen Projekten direkt beteiligen. Beispiele für solche Projekte sind nachhaltige, inklusive Wohnprojekte, ein Darlehen für Menschen mit Beeinträchtigungen, damit diese in den Wohnprojekten wohnen können, oder im Bereich der erneuerbaren Energien.

SuperCoop 

“Um uns wieder mehr mit unserer Ernährung und unserer Nachbarschaft zu verbinden, haben wir SuperCoop, einen Supermarkt, der seinen Mitgliedern gehört, gegründet. Genau wie ein normaler Supermarkt werden wir viele verschiedene Produkte anbieten. Der große Unterschied ist, dass der Supermarkt als Genossenschaft allen gehört, die dort einkaufen. Wir können also mitentscheiden, haben die volle Transparenz und helfen 3 Stunden pro Monat mit, um den Laden gemeinschaftlich zu betreiben. So entstehen durch Kooperation transparente und faire Preise für die Erzeuger*innen und die Mitglieder. “ Johanna Kühner, Vorständin der SuperCoop

GLS Bank

Die erste sozial-ökologische Bank Deutschland ermöglicht nun schon seit über 45 Jahren die transparente Investition des bei ihnen angelegten Geldes an sinnstiftende Projekte. Als Genossenschaft ist sie nicht börsenabhängig - das Eigenkapital kommt durch die Einlagen der Genoss*innen. 

The Generation Forest

Das Hamburger Sozialunternehmen pflanzt Wälder in den Tropen und versucht, der fortlaufenden Entwaldung entgegenzuwirken. Durch die Investitionen der Genoss*innen können gemeinsam großflächige Aufforstungen finanziert werden. Mitglieder können transparente Einblicke in die Projekte bekommen und auch vor Ort Aufforstungsprojekte besuchen.

Prokon

Deutschlands größte Energiegenossenschaft verzeichnet knapp 40.000 Mitglieder. Mit dem aktiven Ausbau von Windenergieanlagen leistet Prokon einen immensen Beitrag zur Energiewende. Sie projektieren, bauen und warten die Anlagen selbst und decken somit die gesamte Wertschöpfungskette ab. Hinzu kommt, dass der Strom aus den eigenen Windparks verkauft wird. Unter dem Slogan „100% Windstrom - direkt vom Erzeuger“ kriegen die Kund*innen den wirklich echten Ökostrom. Tipps, wie ihr echten Ökostrom auch selbst erkennen könnt, haben wir euch in diesem Artikel gemeinsam mit der GoodCompany gesammelt.

 


Logo Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) GoodJobs ist eine Mitgliedsorganisation des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND e. V.). Der Verein fördert die Vernetzung verschiedener Social Startups und setzt sich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für Sozialunternehmen in Deutschland verbessert werden. Im Rahmen der Bundestagswahl 2021 hat das Netzwerk die Kampagne #WegeBereiten gestartet, um bis zur Wahl Menschen vorzustellen, die heute schon neue #WegeBereiten und Lösungen entwickeln für einen sozial-ökologischen Wandel.

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