Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft auf den Kopf. In allen Bereichen gilt es plötzlich, ganz neue Aufgaben zu bewältigen: Unsicherheiten, Ängste, Verlust. Doch sie zeigt auch: Wer über mehr Resilienz verfügt, hat einen positiveren Umgang mit der Krise. Und Resilienz kann man lernen.

Was ist Resilienz?

Die Fähigkeit, gut mit schwierigen Situationen umgehen zu können, nennt man Resilienz. Resilienz zeigt sich dadurch, dass man aktiv handelt, sich die Kontrolle zurückholt. Das bedeutet, dass man in schwierigen Situationen über die richtigen Fertigkeiten verfügt, die Situation positiv zu bewältigen oder sich bei Stress die psychische Gesundheit zu erhalten. Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern sie kann sich im Laufe eines Lebens entwickeln oder verändern. Es kann also vorkommen, dass Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt über sehr viel Resilienz verfügen, zu einem späteren aber über weniger oder umgekehrt. Vor allem aber kann Resilienz aktiv und bewusst erlernt werden. Insbesondere in der Vergangenheit bereits gut bewältigte Ereignisse wirken positiv auf die Entwicklung von Resilienz.

Positiv denken

Indem man sich in Erinnerung ruft, wie man Herausforderungen in der Vergangenheit gemeistert hat, trainiert man die eigene Widerstandskraft, die eigene Resilienz. Dazu gehört auch positives Denken. Eine Eigenschaft, die ebenso erlernbar ist, wie die der Resilienz. Es ist wichtig für die eigene Widerstandskraft, nicht in negativen Gedankenspiralen zu versinken. Selbstfürsorge, soziale Kontakte und das Besinnen auf Erfolge oder positiv bewältigte Situationen können positives Denken fördern.

Lernen, mit der Corona-Angst gut umzugehen

Corona löst Ängste aus, weil es sich um eine neuartige, noch relativ unerforschte Krankheit handelt. Genau diese Ungewissheit ist es, die Angst auslöst. Wir wissen nicht, wie unser Leben in zwei Wochen, drei Monaten oder gar einem halben Jahr aussehen wird. Diese Angst kommt daher, dass das Gefühl entsteht, keine Kontrolle mehr zu haben und Kontrollverlust löst Stress aus. Wer sehr resilient ist, verfügt über ausreichend Strategien, positiv zu denken und die Ungewissheit anzunehmen und zu akzeptieren. Wer über eine gut ausgeprägte Resilienz verfügt, der*die kann die Corona-Krise mehr als Chance denn als Krise sehen und an ihr wachsen und nach der Krise schnell wieder in den Ausgangszustand zurückkehren, der Angst nicht die Kontrolle übergeben. 

Aktives Handeln reduziert Stress

Auch das aktive Übernehmen der Kontrolle kann den Stress minimieren. In Bezug auf Corona und Resilienz kann zum Beispiel das Kümmern um andere Menschen eine solche aktive Handlung sein und ist in zweierlei Sicht sinnvoll: Einerseits, da eine Person Aufmerksamkeit und Fürsorge bekommt, wenn sie diese vielleicht gerade dringend benötigt. Zum anderen aber auch, weil man durch dieses aktive Handeln dem Kontrollverlust entgegenwirkt. Es könnte dir also helfen, dich jetzt ehrenamtlich zu engagieren oder dir einen (Neben)Job im sozialen Sektor zu suchen. Durch gezielte Eigeninitiative kannst du mehr Widerstandskraft entwickeln und so Angst und Stress reduzieren. Es entsteht außerdem ein Gefühl von Gemeinschaft, wodurch man sich stärker und sicherer fühlt. Auch das ist ein maßgeblicher Pfeiler von Resilienz.

Quellen

Burkhardt, Marcel (2020). Gut durch die Krise kommen. Sich selbst mit positiven Gefühlen impfen

Fröhlich-Gildhoff, K., & Rönnau-Böse, M. (2019). Resilienz. UTB GmbH.

Roth, Florian (2020). Corona. Bouncing forward - Wie Erkenntnisse aus der Resilienzforschung in der Corona-Krise helfen können.

SWR2 (2020). Psychologie. Resilienz in der Corona-Pandemie. 

 

Selfapy bietet Online-Unterstützung für Menschen, die unter Stress, Depressionen, Angst- oder Essstörungen leiden – flexibel und persönlich. Begleitet werden die zertifizierten, 3-monatigen Kurse von qualifizierten Psychologen via Nachrichtenfunktion. Viele Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten für die Kurse von Selfapy.