Wenn es um Klimaschutz geht, ist Dominik Englert ein Überzeugungstäter. Er versucht, sein komplettes Leben so zu führen, dass sein CO2-Fußabdruck so klein wie möglich bleibt. Dass er trotzdem immer wieder Flieger in ferne Länder besteigt, klingt nach einem Widerspruch. Doch für Englert ist es ein notwendiges Übel. Denn der 34-Jährige arbeitet bei der Weltbank in Washington an Klimaschutzprojekten rund um den Globus – und versucht so, dazu beizutragen, dass ein Vielfaches der CO2-Emissionen eingespart wird, die er mit seinen Flügen verursacht. „Ich kann hier wirklich etwas bewirken“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler.

Verantwortung für unsere Zukunft übernehmen


Englert hat seine erste Stelle bei der Weltbank über das Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen, kurz BFIO bekommen. Es wählt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Nachwuchs-Führungskräfte aus, die in den Vereinten Nationen als Junior Professional Officer (JPO) arbeiten.

Dominik Englert mit Freunden auf einer Demo in Washington D.C.
Auch in seiner Freizeit engagiert sich Dominik Englert (rechts) für den Klimaschutz – hier mit Freunden bei der Vorbereitung für den People’s Climate March in Washington D.C.
© privat

Vivien Eiben ist über das JPO-Programm beim Welternährungsprogramm in Kairo gelandet. Wie Englert geht es auch ihr darum, dass ihre Arbeit kein Selbstzweck ist, sondern einen sinnvollen Beitrag leistet. „In der Hinsicht bin ich ein typischer Millennial“, sagt die 32-jährige Wirtschaftspsychologin. Deshalb habe sie sich bewusst für eine humanitäre Organisation entschieden.


„Wenn man eine solche internationale Karriere anstrebt, ist das JPO-Programm definitiv der Königsweg“, sagt Eiben. „Gerade die deutschen JPOler genießen aufgrund des intensiven Auswahlverfahrens hohes Ansehen in ihren jeweiligen Organisationen“, hat sie beobachtet. Zudem sei die Betreuung von deutscher Seite sehr gut.

Von interkulturellen Erfahrungen und globalen Netzwerken profitieren


Die meist über drei Jahre laufende Anstellung ist aus Eibens Sicht ideal, um ein Netzwerk aufzubauen, das über die JPO-Zeit hinaus hält. Und natürlich, um andere Kulturen kennenzulernen. Wobei sie das nicht nur auf fremde Länder bezieht, sondern auch auf die internationalen Organisationen selbst. Schließlich arbeiten hier fast alle Länder dieser Erde mit verschiedensten Interessen zusammen. An die oft langwierigen Prozesse musste sie sich erst gewöhnen, sagt Eiben und zitiert Dag Hammarskjöld: „Die UNO wurde nicht geschaffen, um uns den Himmel zu bringen, sondern um uns vor der Hölle zu bewahren.“


Eine Erfahrung, die Englert teilt. Beide haben vor dem JPO-Programm in der Privatwirtschaft straffere Strukturen kennengelernt. Dennoch sind sie überzeugt, am richtigen Platz zu sein. Wenn Englert mit Freunden über internationale Organisationen spricht, komme er regelmäßig zu dem Schluss, dass es Leute wie ihn auf seinem Posten braucht. „Überspitzt gesagt: Statt mit dem Protestschild draußen vor der Klimakonferenz zu demonstrieren, versuche ich drinnen, die Agenda positiv zu beeinflussen.“ Dafür nimmt er dann zähneknirschend auch den einen oder anderen Flug in ferne Länder in Kauf.

 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung logo Bundesagentur für Arbeit logo

 

 

Dieser Artikel wurde im Auftrag des Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO) erstellt. Das BFIO gehört zur Bundesagentur für Arbeit und ist verantwortlich für die operative Umsetzung des JPO-Programms der Bundesregierung, das unter der Federführung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) steht.