Egal, ob es Socken verkauft, Stadtführungen anbietet oder Urlaube plant: Das Konzept hinter einem Social Business Unternehmen ist immer das gleiche.

Newsletter

Erhalte unsere GoodJobs der Woche, spannende Artikel, Events & mehr rund um Nachhaltigkeit im Joballtag!

Was steckt hinter dem Konzept?

Es beruht auf den Ideen von Vordenker und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus. Sein Kerngedanke war: Die so oft verteufelte Wirtschaft muss nicht immer schlecht sein – vielmehr hat sie das Potenzial, soziale und ökologische Probleme zu lösen. Wie das?

Mit Unternehmen, deren Fokus zwar auf wirtschaftlichem Erfolg liegt, die Gewinne jedoch nicht zum Beispiel an Investoren ausgeschüttet, sondern zu 100 Prozent in das Sozialunternehmen und seine gesellschaftlichen Ziele reinvestiert werden. Der soziale Gewinn, einem gesellschaftlichen oder ökologischen Problem unserer Welt entgegenzuwirken, steht dabei über allem. Die Social-Business-Idee geht davon aus, dass soziale Ziele mithilfe der Wirtschaft schneller erreicht werden können als durch andere Organisationen. Hier arbeiten nicht die Menschen für die Wirtschaft – sondern die Wirtschaft für die Menschen.

Im Gegensatz zu Non-Profit-Organisationen handelt ein Social Business also nach traditionellen wirtschaftlichen Prinzipien und schafft es auch, Gewinne zu erzielen. Social Businesses wirtschaften also, um einen nachhaltigen Gewinn zu erzielen, mit dem sie ein soziales Ziel erreichen können. Vergrößert sich der wirtschaftliche Erfolg, so vergrößert sich auch der Social Impact.

Unterschiede zu Social Entrepreneurs

Und dann gibt es noch die Social Entrepreneurs. Der Begriff Social Entrepreneur, oder auch Sozialunternehmer genannt, geht zurück auf den Ashoka-Gründer Bill Drayton. Er definiert einen Sozialunternehmer als jemanden, der „mit dem Ziel an[tritt|, innovative unternehmerische Lösungen für drängende soziale Probleme zu finden und umzusetzen“. Im Gegensatz zum Social Business haben Social Entrepreneurs jedoch nicht zwingend ein selbsttragendes Geschäftsmodell.

Der Weg zum Social Business

Unumgänglich für ein Social Business ist eine richtig gute Idee – ein innovativer Gedanke, wie die Welt ein Stückchen besser gemacht werden kann, der gleichzeitig zu einem funktionierenen Geschäftsmodell werden kann. Wer eine solche Idee hat, verfügt schon über die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Existenzgründung mit einem Social Business.

Nur wenige Social Businesses können sich von Anfang an selber tragen und müssen sich auf die Suche nach Investoren machen. Dabei helfen etliche Vereine und Organisationen, die Social Businesses bei den ersten Schritten mit Beratung oder finanziellen Mitteln unterstützen. Sogenannte Social Investors unterstützen mit Fördermitteln, wobei sie auf spekulative Gewinne verzichten. Social Businesses müssen sowohl ein Auge auf den zu erwirtschaftenden Gewinn als auch auf das Erreichen des Social Impacts haben. Deswegen spricht man hier von der sogenannten Double-Bottom-Line, da nicht nur ein Ziel (Profit), sondern zwei (Profit & damit die sozialen Ziele erreichen) im Fokus stehen.

Social Business: Beispiele

In den letzten Jahren schießen auf der ganzen Welt immer mehr Unternehmen aus dem Boden, die dem  Social Business zugeschrieben werden können. Und so steigt auch die Zahl der Social-Business-Jobs stetig an. Ein gutes Beispiel ist das ägyptische Unternehmen Sekem, welches Kräuter, Gemüse und Textilien in Bio-Qualität herstellt und die Gewinne investiert, um seinen Mitarbeitern ein besseres Leben zu ermöglichen. Aber auch das Social Business Deutschland boomt, wie viele Beispiele zeigen:

Lemonaid: Mit dem Kauf der biologischen Getränke werden fairer Handel und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit gefördert – bei diesem Hamburger Social Business Unternehmen hilft pro verkaufter Flasche ein fester Betrag, der gespendet wird.

Querstadtein: Das Berliner Social Business bietet Stadtführungen aus der Perspektive von Obdachlosen und Geflüchteten an. Es startete als soziales Projekt, das rein ehrenamtlich betrieben wurde und ist mittlerweile ein Social Business, das sich aus Fördermitteln und den Einnahmen durch die Teilnahme an den Führungen tragen kann. Die wachsenden Gewinne werden in ein breiteres Tourenangebot reinvestiert.

Kuchentratsch: Das Münchner Start-up, das selbstgebackene Kuchen von Senioren zum Beispiel an Hotels oder Veranstaltungen verkauft, möchte der Altersarmut und - Einsamkeit entgegenwirken.

Dieser Artikel erschien zuerst im enorm Magazin.