Das Coronavirus (COVID-19) holt uns spätestens heute ein: Sämtliche Öffentliche Einrichtungen wie Bars und Clubs sind schon seit dem Wochenende geschlossen, Versammlungen und Veranstaltungen untersagt und viele Arbeitgeber lassen ihre Angestellten – soweit möglich – von zuhause aus arbeiten. Auch wir bei GoodJobs sind ab heute alle im Home Office. Zwar haben wir bisher schon immer die Möglichkeit bekommen zuhause zu arbeiten, doch die Erfahrung, dass wir nun allesamt räumlich voneinander getrennt sind, ist selbst für uns neu.

Wir haben hier sowie auf unserem Instagram Kanal unsere besten Tricks und Tipps für das Arbeiten im Quarantäne-Office daheim gesammelt und aufgeschrieben.

Das Beste draus machen – und daraus lernen

Es gibt gute Gründe die Situation positiv zu sehen und als Experiment und Übung für die Zukunft zu nutzen: Eine der am häufigsten zitierten Studien zu Home Office stammt von dem Stanford Professor und Ökonom Nicholas Bloom. Er fand 2015 heraus, dass die Angestellten des chinesischen Reisebüros Ctrip, die aus dem Home Office arbeiteten 13% produktiver und auch glücklicher waren als ihre Kolleg*innen, die wie für gewöhnlich im Büro blieben. Eine interne Google Umfrage bestätigte außerdem, dass es bei den Mitarbeiter*innen, die remote arbeiten keine Abstriche in Sachen Effektivität, Leistungsbewertung oder Beförderungen gibt. 

Home Office hat trotzdem immer noch einen schlechten Ruf. Arbeitgeber befürchten, dass ihre Angestellten daheim mehr prokrastinieren oder einfach im Bett liegen bleiben und nur vorgeblich arbeiten. 

 

 

Diese Vorurteile wollen wir ein für alle Mal ausräumen, die wichtigsten Fragen beantworten und euch zeigen, wie es geht: Zuhause arbeiten und trotzdem produktiv sein!

Gibt es ein Recht auf Home Office?

Grundsätzlich gibt es in der DACH Region zwar kein Recht auf Home Office – der Arbeitgeber entscheidet darüber im Sinne der unternehmerischen Freiheit – doch die aktuelle Lage macht Home Office zu einer wichtigen Sicherheitsmaßnahme. Unternehmen werden dazu aufgefordert ihren Mitarbeiter*innen weitestgehend das Arbeiten von zuhause zu gewähren. Hier gilt auch das Prinzip der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seiner Angestellten. Trotzdem hat das Unternehmen auch in dieser Situation die Entscheidungshoheit darüber, ob und wie lange Home Office erlaubt ist. 

Alles beisammen? – Arbeitsplatz einrichten

Viele der heutigen Jobs können mit Laptop, Internetzugang und Telefon bewältigt werden. Ist dies der Fall und alle Arbeitsmaterialien mobil, so steht deinem Heimarbeitsplatz nichts im Wege. Achte jedoch darauf, dass du im (langfristigen) Home Office eine externe Tastatur, Maus und Bildschirm nutzt – und ergonomisch gut sitzt. Denn, wenn die Rückenschmerzen anfangen, wird das Ganze schnell zur körperlichen Arbeit. Im besten Fall nutzt du einen Schreibtisch und arbeitest nicht vom Bett oder der Couch aus – auch wenn es verlockend ist. Dein Körper und Arbeitsrhythmus werden es dir danken. Körperliche Bewegung und Entspannung sollten für die Pausen reserviert sein.

Zeiten einhalten und Pausen machen

Morgens mit dem Wecker aufzustehen, sich wie gewohnt fertig zu machen, zu duschen und sich etwas Alltagstaugliches anzuziehen mag banal klingen, doch es hilft ungemein, um sich zu motivieren und den Rhythmus eines „normalen“ Arbeitstages anzunehmen. Da du dir nun den Arbeitsweg in der vollen U-Bahn sparst, hast du sogar noch ein bisschen mehr Zeit Yoga zu machen, die erste Tasse Kaffee zu genießen oder eine Runde im Park zu drehen! Auch Pausen sind wichtig: Notiere dir hierzu am Anfang des Arbeitstages genau was du schaffen möchtest und wie lange du dafür in etwa brauchst, um genug Pausen einplanen zu können. Versuche außerdem einen klaren Feierabend zu finden, den Laptop zuzuklappen und wirklich abzuschalten.

Tauscht euch aus – Kommunikation wird umso wichtiger

Die Arbeit zuhause kann ganz schön einsam wirken. Außerdem läuft ein Team Gefahr, sich nicht mehr ausreichend auszutauschen – oder genau andersherum: zu viel. Schafft deshalb Regeln (für Meetings, Feedback und Absprachen) und Kanäle wie Slack, Skype oder zoom, damit ihr so effektiv wie möglich kommunizieren könnt. Wichtig ist, dass ihr kommuniziert, denn soziale Isolation führt im schlimmsten Fall zu weniger Produktivität oder gar depressiven Stimmungen.

Digitale Events besuchen oder selbst organisieren


Viele der lang ersehnten Events wie die SensAbility Konferenz der WHU oder die re:publica wurden abgesagt oder verschoben. Wenn du selbst ein kleineres Event geplant hast, könnte die Online-Konferenz eine mögliche Alternative darstellen. Sie hat ihre ganz eigenen Vorteile, mit denen man den Teilnehmer*innen und eingeladenen Speaker*innen locken kann: keine Reisezeit und -kosten, ein geringerer CO2-Ausstoß und keine Ablenkung durch eine laute Geräuschkulisse oder Platzmangel in vollen Veranstaltungsräumen. Seid auch als digitale Eventbesucher*innen nicht durch die neue Form des Zusammenkommens betrübt: Die Konzentration auf das Gehörte – also die Vorträge – weniger auf das ganze Drumherum, lassen euch viel besser in die Themen eintauchen und es bleibt einfach mehr hängen. Auch das Networking kann über Chatprogramme gelegentlich leichter fallen.

Die Chance für eine neue Kultur der Zusammenarbeit 

Wenn ihr euch diese Hinweise, Tipps und Absprachen zu Herzen nehmt, euch immer wieder gegenseitig Feedback gebt und eure Arbeitsweise reflektiert, dann könnt ihr aus dieser besonderen Situation das Beste machen und damit viel für eure Home Office Skills –  auch nach Corona – lernen und in Zukunft umsetzen. 

Außerdem: Nutzt das Home Office, überzeugt eure Vorgesetzten, fordert es ein! Denn es ist wichtig den Virus ernst zu nehmen und damit weitere Infektionen zu stoppen – #flattenthecurve!

 

Zum Weiterlesen:

t3n hat die Corona-Lage zum Anlass genommen einen ganzen Guide zum Thema Home Office zu verfassen und stellen ihn sogar gratis zur Verfügung.

Unsere Freund*innen vom Magazin Neue Narrative geben Tipps, wie man sich am besten digital streitet – denn das sollte auch in Zeiten von Corona möglich sein!