Wie wir im Berufsalltag sprechen, prägt auch unser Verhalten und unsere Denkweise im und über unseren Job. Ein guter sprachlicher Umgang mit Kolleg*innen und Kund*innen trägt nicht nur zu einer positiven Außenwirkung eines Unternehmens bei, sondern auch zu deiner eigenen Zufriedenheit. Zeit also, die eigene Sprache im Job einmal genauer unter die Lupe zu nehmen!

Gut gesprochen, gut geführt

Wie Führungskräfte mit Mitarbeiter*innen sprechen, wirkt sich unmittelbar auf deren Arbeitsleistung aus. Benutzt eine Führungskraft beispielsweise sehr viele Füllwörter und Fachbegriffe, kann das zu Missverständnissen führen. Eine klare Kommunikation mit einfachen Worten und simpel formulierten Arbeitsaufträgen ist hingegen viel besser. Besonders hilfreich sind eine bildhafte Sprache oder Beispiele, vor allem wenn du schon weißt, wie du dir das Endprodukt vorstellst.

Tipp: Wenn du eine Aufgabe an eine*n Kolleg*In abgibst, erläutere vorab den Hintergrund, warum eine Aufgabe ansteht und welches Ziel die Bearbeitung der Aufgabe verfolgt. Formuliere den Arbeitsauftrag dann mit so einfachen Wörtern wie nur möglich, um Missverständnisse und Fehlentscheidungen zu vermeiden. Zwar solltest du immer vermitteln, dass deine Mitarbeiter bei Rückfragen auf dich zukommen können, die Auftragsklärung ist aber umso schneller vom Tisch wenn das erste Briefing bereits sitzt.

Motivation über Sprache

Eine vage, umständliche, zu akademische Sprachweise voller Schlagworte und Denglisch erhöht nicht nur die Chance, dass der Arbeitsauftrag falsch ausgeführt wird. Auch die Motivation der Mitarbeiter*innen sinkt, da sie sehr viel mehr Arbeit und Zeit verschwenden müssen, um dich zu verstehen.

Tipp: Sag deinen Mitarbeiter*innen, warum du gerade ihn oder sie für diese Aufgabe ausgewählt hast– etwa wegen des tollen Schreibstils, der verlässlichen und umfangreichen Recherchearbeit, die dich das letzte Mal so beeindruckt hat oder wegen der besonders guten Sprachkenntnisse? Das sorgt für Motivation und lässt deine Mitarbeiter*innen besonders gute Ergebnisse abliefern. Zudem steigert es die Lust am Arbeiten und verbessert die Zusammenarbeit untereinander. Ähnlich solltest du es auch handhaben, sobald du das Ergebnis in den Händen hältst: gib Feedback. Sag diplomatisch aber ehrlich, was noch verbessert werden kann, stell aber auch heraus, was dir besonders gern am Endprodukt gefällt. Gib deinem Gegenüber nun die Chance, sich zu verbessern und deine Verbesserungsvorschläge direkt einzuarbeiten.

Worte mit Bedacht – auch online

Digitale Tausendsassa wie Whatsapp oder Slack haben das Berufsleben revolutioniert. Ein Emoticon oder ein Gif sagen oft mehr als tausend Worte und können so die Leistung in einem Team erhöhen. Gerade in Zeiten des ständigen E-Mail und Chatverkehrs solltest du daher aber auch auf einen angemessenen Ton achten.

Tipp: Frag dich genau, wer der Adressat deiner Nachricht ist und wie salopp du wirklich formulieren kannst. Ist das Kackhaufen-Emoticon, das du auf die schlechte Kritik losschicken möchtest, wirklich eine angemessene Reaktion? Vielleicht beim Kollegen, mit dem du gern nach Feierabend ein Bier trinkst und der dich nur foppen möchte. Beim Chef, der echt sauer ist, weil du dich nicht an Absprachen gehalten hast? Eher nicht.

Offline ist das neue Online

So schön unsere virtuellen Hilfsmittel auch sind, man sollte sich in der Arbeitswelt nicht nur auf digitale Kommunikation beschränken. Zwischenmenschliche Kontakte sind wichtig – vor allem von Auge zu Auge. Ein kurzes Telefonat kann die Motivation und die Schnelligkeit, mit der eine Aufgabe bearbeitet wird, enorm befeuern. Denn so praktisch sie auch ist - die Digitalisierung führt auch zu einer Entfremdung und Distanz zu Kolleg*innen, die sich auch auf die Ergebnisse der Zusammenarbeit negativ auswirkt.

Tipp: Gib dir das nächste Mal einen Ruck und schau einfach mal im Büro des oderder Kolleg*in vorbei. Vielleicht lassen sich anstehende Aufgaben auch bei einem Kaffeedate besprechen. So lernst du nicht nur deine Kolleg*innen besser kennen, Rückfragen werden auch schneller geklärt und die Aufgabe kann besser und schneller erledigt werden.

Sei mal nicht so negativ

Reden wir schlecht über unseren Job, unsere Mitarbeiter*innen und unsere Kund*innen, senkt das nicht nur den Spaß bei der Arbeit, wir beeinflussen mit dieser sprachlich geschaffene Unzufriedenheit auch unser Arbeitsumfeld. Machen etwa Führungskräfte andauernd andere für ihre eigenen Misserfolge verantwortlich, werden Mitarbeiter*innen sich daran schnell ein Beispiel nehmen. Sprechen wir immer wieder abschätzig über Kund*innen, entwickelt sich schnell das “Feindbild Kunde“ unter der gesamten Belegschaft.

Tipp: Pflege einen positiven Sprachstil in deinem Unternehmen. Damit schaffst du die Grundlage für eine positive Beziehung zu Kund*innen und fühlst dich auch gleich selbst im Job viel wohler. Weise auch andere Kolleg*innen offen und konstruktiv darauf hin, auf ihre Sprache zu achten und biete ihnen die Möglichkeit, Misserfolge sachlich auszuwerten. Dabei helfen der regelmäßige Gebrauch von positiv wahrgenommenen Worten wie “Familientreffen” statt “Netzwerktreffen” oder “Herausforderung” statt “Problem”.

Sprache wirkt

Die Alltagssprache sagt viel über das Arbeitsklima in einem Unternehmen aus. In vielen Büros gelten Mitarbeiter*innen nach wie vor als „Untergebene“. „Human Resources Manager“ gehen auf die „Jagd“ (Headhunting) nach Humankapital. Und auch Kriegsrhetorik ist heute noch in vielen Unternehmen Gang und Gäbe: Der Druckerraum wird zur „Waffenkammer“, ihr zieht gegen einen neuen Kunden „in den Krieg“ und nach der Kritik am letzten Konzept ist ein Teammitglied der „Feind in den eigenen Reihen“.
 
Tipp: Anstatt eines verächtlichen Wortschatzes solltest du deine Chefs und Kolleg*innen als das sehen und bezeichnen, was sie sind: wertvolle Menschen, mit denen du eine Menge Lebenszeit verbringst und die deine berufliche Zukunft mit ihrem Einsatz und ihren Ideen voranbringen können.

Weniger Konjunktiv, mehr Eigenverantwortung 

Der Frage nach Alltagssprache im Unternehmen und wie sie uns im Job glücklicher machen kann, hat sich auch Unternehmer und Autor Markus Baumanns gestellt. In seinem Buch „Kick-off! Auf Entdeckungsreise zur Organisation der Zukunft“  erklärt er anschaulich, wie die Übertragung von Eigenverantwortung an viele Mitarbeiter die Quelle des Erfolgs eines Unternehmen ist. 

Tipp: Frage bei Misserfolgen nicht wer schuld ist, sondern was daraus gelernt werden kann. Verpflichte dich außerdem selbst, die Dinge direkt anzupacken. „Müsste, sollte, könnte“ bringen niemanden weiter – übernimm selbst Verantwortung und mach es einfach!


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