Karriere

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Berufliche Veränderung in unsicheren Zeiten

Pandemie, Energiekrise, Inflation – Da verschiebt man den Jobwechsel gern mal auf die Zukunft. Karriereberater Philipp Apke erklärt uns im Interview, worauf es bei Unzufriedenheit im Job und dem Wunsch nach Veränderung jetzt besonders ankommt.

GoodJobs

09.01.2023

Wegweiser vor Sonnenuntergang

Javier Allegue Barros via Unsplash

Philipp Apke ist Gründer der Berufs- und Karriereberatung tageinz.de und begleitet zusammen mit seinem Team seit über 14 Jahren Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen.

Sein persönlicher Fokus ist die ganzheitliche Potenzialanalyse, um berufliche Perspektiven zu finden, die zu den einzigartigen Stärken und Talenten passen. Seine Erfahrung teilt er zudem als Dozent an der Handelshochschule Leipzig und im 6-teiligen Geil Montag Tutorial von GoodJobs.

Philipp, was beschäftigt Menschen gerade besonders, die zu dir kommen?

Seit Jahren kommen Menschen zu mir mit dem Wunsch einer beruflichen Veränderung. Verstärkt wurde dies stark durch die Homeoffice-Situation seit des Lockdown 2020. Durch die "physische Entgrenzung" zum Arbeitsplatz haben viele angefangen zu hinterfragen, ob der aktuelle Arbeitgeber oder der Job an sich noch zu ihnen passt. Auch, dass sich der Arbeitsmarkt und die damit verbundenen freien Stellen (noch) sehr positiv entwickeln, verstärkt diese "Wechselgedanken". 

Welche Rolle spielen dabei aktuelle Herausforderungen und Krisen wie die hohe Inflation und die  Energiekrise?

Ich merke, dass der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung unverändert da ist, nun aber natürlich noch mehr Unsicherheit in das Vorhaben, einen Wechsel umzusetzen, reingekommen ist.

Es tun sich ja aktuell durch diese großen und durchaus beängstigenden Themen viele private "Baustellen" auf. "Kann ich nächstes Jahr noch gut leben?", "Kommt am Ende doch noch die dicke Gasrechnung?" - Da startet man nicht unbedingt noch das neue Projekt "Jobwechsel" , sondern bleibt doch lieber in einer vermeintlich sicheren Tätigkeit. 

Kündigen oder bleiben: Woran merke ich, dass mir eine Veränderung trotz Unsicherheiten gut tun würde und wie wäge ich ab, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist?

Ein guter Gradmesser ist das persönliche Gefühl der Zufriedenheit im Job: Wenn dieses Gefühl über einen längeren Zeitraum nicht mehr positiv ist; ich zudem merke, dass der eigene intrinsische Antrieb sich verlangsamt und damit womöglich körperliche oder auch emotionale Belastungserscheinungen einhergehen, dann wird es höchste Zeit, ganz konkret über eine berufliche Veränderung nachzudenken.

Wie gehe ich so eine Veränderung am besten an?  

Es hilft total, mal genau zu lokalisieren, woher die Unzufriedenheit im Job überhaupt kommt. Das ist gar nicht mal so leicht, wie man vielleicht denken würde. 

Meist hängt es immer an einer dieser drei Hauptfaktoren: 

  1. Das was ich tagtäglich tue, kann ich gar nicht wirklich gut oder unterfordert mich.

  2. Das was ich tagtäglich tue, macht mir nicht wirklich viel Spaß.

  3. Die Rahmenbedingungen, in denen ich arbeite (Unternehmenskultur, Verhalten von Vorgesetzten und Kolleg*innen) passen nicht wirklich zu mir. 

Was sind aus deiner Sicht die "Schlüssel" dafür, im Beruf richtig zufrieden zu sein? 

Wenn man schon über so viele Jahre Menschen begleitet, ist das Schönste, wirklich unzählige positive berufliche Veränderungen mitzuerleben. Dabei konnte ich immer wieder hautnah erfahren, was dann letztendlich wieder genau zu dieser beruflichen Zufriedenheit geführt hat. Meine Beobachtungen decken sich übrigens mit der Forschung zum Thema "Glücklichsein im Beruf":

Die berufliche Zufriedenheit steigt, wenn mein Job zu meiner einzigartigen Persönlichkeit passt; ich meine Stärken, Talente und Werte tagtäglich einbringen kann. Und, dass ich am Ende des Tages sagen kann: Das, was ich gemacht habe, ist sinnvoll und bedeutsam für mich. 

Hast du konkrete Tipps und Methoden, um den eigenen beruflichen Weg zu finden?

Der erste Schritt ist sicher die regelmäßige persönliche Bestandsaufnahme: "Wer bin ich? Was kann ich? Was ist mir wirklich wichtig?" Ich weiß, das sind große Fragen, die aber Stück für Stück beantwortet werden können und auch sollten, wenn man konkrete Schritte auf dem Weg zum Jobwechsel gehen möchte.

Der zweite Schritt ist dann der Praxis-Check: Wenn man schon konkrete Ideen für einen beruflichen Wechsel hat, sollte man als nächstes definieren: Wie sieht hier gerade der Arbeitsmarkt aus? Was bringe ich dafür schon mit und was fehlt mir vielleicht noch?

Auch wichtig: Rede mit Menschen, die diesen Job bereits ausüben, hol dir Tipps und knüpfe relevante Kontakte. 

Tipps für weitere konkrete Methoden von Philipp findest du in diesem Artikel.

Wie kann eine Berufs- und Karriereberatung hier konkret helfen?

Oft sieht man alleine den Wald vor lauter Bäumen nicht, steckt oft in seiner eigenen Gedankenwelt fest und es fehlt die nötige Klarheit um letzten Endes konkrete Schritte zu gehen. Diese Klarheit erreiche ich mit meiner Potenzialanalyse. Dabei schauen wir nicht nur auf Stärken, Interessen und persönliche Sinnfaktoren sondern werfen auch einen Blick auf bereits vorhandene Begabungen und Talente, die sich vielleicht in der Kindheit verstecken.

Darauf aufbauend werden dann stärkenorientiert berufsbezogen Ideen entwickelt, die zu den einzigartigen Potenzialen und Stärken der einzelnen Person passen. Diese Person wird dann wirklich 1-zu-1 so lange auf dem Weg zum Ziel begleitet, bis sie oder er eine sichere und gute Entscheidung getroffen hat.

Du willst Philipp und seine Arbeit näher kennenlernen? Dann besuche ihn doch mal auf seiner Website oder hör’ rein ins Geil Montag Tutorial:

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    Karriere Beratung Jobs mit Sinn GeilMontag