Human Resources

Demokratie voranbringen: Neue Jobchancen bei den Open Society Foundations

Die Open Society Foundations setzen sich weltweit für eine demokratische Gesellschaft ein. Wir haben mit Recruiter Dávid Lucsko über die Arbeitsmöglichkeiten gesprochen.

Open Society Foundations

10.12.2019

Sponsored
Demokratie voranbringen: Neue Jobchancen bei den Open Society Foundations

© Jacobia Dahm/Redux

Die Open Society Foundations sind ein internationales Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen Organisationen. Gemeinsam verfolgen sie die Mission, weltweit eine lebendige Demokratie aufzubauen. Seit das Netzwerk sein Hauptquartier von Budapest nach Berlin verlegt hat, haben Jobsuchende in Deutschland die Chance, diesen interessanten Arbeitgeber dabei zu unterstützen. Wir haben mit Recruiter Dávid Lucsko über die vielversprechenden Arbeitsmöglichkeiten gesprochen.

Dávid, die Open Society Foundations sind praktisch über Nacht von Budapest nach Berlin gezogen. Warum?

Die politische Stimmung in Ungarn ist immer repressiver geworden. Die ungarische Regierung hat die Open Society Foundations für ihr Engagement regelrecht angegriffen, vor allem für unsere Arbeit im Bereich Migration. Der Gründer des Netzwerks, George Soros, war Ziel einiger politischer Kampagnen der Regierung. Sie haben Poster auf der Straße aufgehängt, auf denen sie ihn für alle möglichen Probleme des Landes verantwortlich machen. Sie haben zum Beispiel behauptet, dass er in Brüssel mitmischt und eine Menge Einfluss auf Entscheidungen auf Europaebene hat. Aufgrund dieser Situation haben sich viele unserer Kolleg*innen nicht mehr wohlgefühlt, fühlten sich sogar in ihrer Sicherheit bedroht. Das Fass zum Überlaufen hat dann ein neues Gesetz in Ungarn gebracht, das „Stopp-Soros-Gesetz“ genannt wurde. Das Gesetz richtet sich nicht nur gegen uns, sondern auch gegen unsere Begünstigten. Die neue Gesetzgebung ermöglicht eine größere staatliche Kontrolle über zivilgesellschaftliche Organisationen und verpflichtet diese zudem zu höheren Steuerzahlungen von 25 Prozent. Es beinhaltet auch neue Regelungen bezüglich der ungarischen Grenzen: Bestimmte Personen aus dem zivilgesellschaftlichen Umfeld dürfen sich der ungarischen Grenze heute nicht mehr näher als 8 Kilometer nähern. Wir haben das Büro in Ungarn dann tatsächlich innerhalb weniger Monate verlassen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Schließlich war das Büro in Budapest eines unserer ersten, mehr als hundert Mitarbeiter*innen haben hier gearbeitet. Aber es war wirklich an der Zeit für uns zu gehen. Berlin war dabei eine naheliegende Ortswahl.

Du sagst, Berlin wäre die „naheliegende Wahl“ gewesen – warum habt ihr euch für die deutsche Hauptstadt entschieden?

Deutschland ist die größte Wirtschaftsmacht in der EU und hat einen gewaltigen Einfluss. Der Standort ist daher ideal für unsere Arbeit: Es gibt zwar keine Hauptstadt von Europa, aber Berlin ist praktisch die politische Hauptstadt. Für zivilgesellschaftliche Organisationen ist Berlin sowieso „the place to be“. Wo sonst könnte man eine derart offene, tolerante und willkommen heißende Umgebung für unser neues Hauptquartier finden? Die Szene hier ist einfach voller Energie. Es gibt so viele Veranstaltungen, so viele engagierte Menschen. Gleichzeitig repräsentiert Berlin beide Welten Europas, den Osten und den Westen. Aufgrund seiner Geschichte mit der Berliner Mauer und den kulturellen Unterschieden zwischen beiden Gebieten haben wir hier auch einen tollen Ausgangspunkt für unsere Zusammenarbeit mit Osteuropa, einschließlich Ungarn, wo wir immer noch eine Menge NGOs fördern. 

Wie viele Mitarbeiter*innen aus Ungarn sind mit euch nach Berlin gegangen?

Open Society hat allen Kolleg*innen aus Budapest angeboten, ihre bisherige Position zu behalten und mit nach Berlin zu kommen. Glücklicherweise haben sich daraufhin 85 Mitarbeiter*innen dazu entschieden, bei den Open Society Foundations zu bleiben und mit umzuziehen. Das ist ein guter Schnitt! Andere wiederum sind wieder nach Ungarn zurückgegangen. Sie werden uns fehlen, aber wir respektieren die individuellen Entscheidungen unserer Mitarbeiter*innen.

Kannst du für unsere Leser*innen kurz euer neues Zuhause in Berlin beschreiben?

Wir haben uns zur Überbrückung erst einmal in den Coworking Space „WeWork“ am Potsdamer Platz eingemietet. Das war eine super Gelegenheit, aber wir wollten dann doch langfristig etwas Repräsentativeres. Unser neues Büro liegt jetzt in der Jägerstraße, das ist in der Nähe vom Gendarmenmarkt. Es sind zwei Gebäude nebeneinander – wir haben also richtig viel Platz! Insgesamt gibt es hier 200 Arbeitsplätze mit vielen Meetingräumen. Wir wollten uns bei der Gestaltung unseres Büros auf die Bedürfnisse unsere Arbeitsgemeinschaft konzentrieren. Das beginnt bei genderneutralen Toiletten bis hin zu barrierefreien Arbeitsplätzen. Wir haben auch Ruhezonen für Mitarbeiter*innen, die in einer sehr leisen Umgebung besser arbeiten können und große Ausstellungsräume für Veranstaltungen. Trotzdem ist das hier sicher nicht unser endgültiges Hauptquartier. Wir haben da schon einige Gebäude im Kopf, die wir gern renovieren würden – aber an Ideen hat es uns noch nie gefehlt.

Wie haben sich eure Arbeitsbedingungen in Deutschland im Vergleich zu Ungarn verändert?

Der Vibe in unserem Büro ist viel multikultureller. Berlin ist einfach wahnsinnig divers. Wir stellen Menschen aus der ganzen Welt ein. Wir versuchen, den traditionellen Spirit aus Budapest mit nach Berlin zu nehmen, setzen in Berlin aber auf noch mehr Inklusion und Diversität. Momentan haben wir hier in Berlin Mitarbeiter*innen aus 24 Nationen! Natürlich gibt es noch viele andere Kleinigkeiten, etwa, dass die Leute hier alle mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, aber das ist eigentlich der größte Unterschied.

Warum ist Open Society für dich persönlich ein besonders guter Arbeitgeber?

Die Open Society Foundations bieten wahnsinnig flexible Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig geht Open Society auch auf die individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen seiner Mitarbeiter*innen ein. Das fängt bei der Gesundheitsvorsorge an und geht bis zu einem großen Angebot an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Jede*r Angestellte hat hier die Möglichkeit, sich beruflich weiterzubilden und karrieretechnisch aufzusteigen. Was ich auch sehr schätze, sind die flachen Hierarchien. Wir geben unser Bestes, damit wir das, was wir predigen, auch in der Praxis umsetzen. Deshalb haben wir bei den Open Society Foundations in Berlin ein demokratisch gewähltes „Führungsteam“, in dem jede Abteilung und jedes Programm vertreten ist. So stellen wir sicher, dass die Bedürfnisse und Meinungen aller Kolleg*innen berücksichtigt werden und nicht nur die alteingesessenen Mitarbeiter*innen die Entscheidungen treffen.
Was ich aber am meisten schätze, ist die Mission. Und das habe ich wohl mit all meinen Kolleg*innen gemein. Klar, laut Unternehmensleitbild kämpfen wir für das große Ganze: verantwortungsvolle Staatsführung und funktionierende Demokratien. Aber jeder kann bei Open Society sein eigenes Thema, seine Nische finden, die ihm oder ihr am Herzen liegt. Das kann der Kampf für LGBTQI-Rechte in Afrika sein, Frauenrechte in Südamerika oder die Rechte von Roma in Zentral- und Osteuropa. Du siehst, es gibt allerhand Möglichkeiten.

Die Open Society Foundations sind also eine richtige Good Company! Sucht ihr denn aktuell noch Mitarbeiter*innen?

Auf jeden Fall! Viele Programme vergrößern sich gerade. Wir suchen momentan unseren Weg in die deutsche Zivilgesellschaft, weil wir unbedingt mit der Community zusammenarbeiten wollen. Hierfür haben wir gerade erst ein brandneues Team aufgestellt. Und wir suchen auch noch Mitarbeiter*innen im Accounting, in der IT und in der Rechtsabteilung. Auch in unseren Regionalprogrammen suchen wir Verstärkung, vor allem für Eurasia Projekte in den ehemaligen Sowjetstaaten. Aktuell sind wir 150 Angestellte, haben aber Platz für mehr als 200 – da kommt also noch mehr.

Welche Qualifikationen sollte ich als Bewerber*in auf jeden Fall mitbringen?

Wir freuen uns über jede Bewerbung, erwarten aber von unseren Mitarbeiter*innen, dass sie authentisch sind. Deshalb sind wir so darauf erpicht, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Kolleg*innen genau so wohlfühlen, wie sie sind. Da wir mit sehr sensiblen Themen arbeiten, suchen wir vor allem Menschen mit Feingefühl und ausgeprägtem Know-how auf ihrem Gebiet. Auch deutsche Sprachkenntnisse sind für einige Positionen von Vorteil. Wir sind zwar ein internationales Büro, trotzdem brauchen wir gerade in den Bereich Rechtswesen, Verwaltung und Events Personal, das die Landessprache beherrscht. Auch wenn es traurig war, so viele langjährige Kolleg*innen aus Budapest gehen zu lassen, sind wir auf einem guten Weg, nun hier in Berlin ein tolles Team zusammenzustellen. Die Stadt ist voll von talentierten Menschen und wir sind sicherlich ein attraktiver Arbeitgeber. Daher bekommen wir viele Bewerbungen – und das ist großartig! Allein heute habe ich 160 Bewerbungen durchgesehen, von denen 22 in die  engere Auswahl kommen. Das ist ein super Schnitt.


Mehr über die Mission der Open Society Foundations erfahrt Ihr im Interview mit Daniel Makonnen.