Karriere

Auf dem Weg zum GoodJob: Der perfekte Lebenslauf

Die Eintrittskarte zum Bewerbungsgespräch? Unsere besten Tricks und Tipps für den optimalen Lebenslauf. So findest du deinen GoodJob bestimmt!

Julia Dillan

17.08.2021

Auf dem Weg zum GoodJob: Der perfekte Lebenslauf

© Anete Lūsiņa via Unsplash

Er ist quasi die Eintrittskarte zum Bewerbungsgespräch - die ein oder andere Person hat sich durch einen nicht optimalen Lebenslauf auch schonmal aus dem Rennen genommen. Vor allem bei Stellen mit vielen Bewerbungen, wird manchmal binnen Sekunden eine erste Entscheidung getroffen. Leider gibt es nicht das eine goldene Ticket. Personaler*innen ticken genauso wie auch Bewerber*innen ganz unterschiedlich und so wird in einer Situation jemand mit einem herausstechenden Design gewählt, in anderen Betrieben kann es vorkommen, dass diese*r Bewerber*in nicht in die nächste Runde kommt.

 

Deshalb: Beschäftige dich mit dem Unternehmen und der angebotenen Stelle! Wer wird gesucht, welche Skills oder Interessen sind relevant? Versetze dich in den*die Personaler*in: Wie würdest du auf deinen Lebenslauf reagieren? Ist auf einen Blick erkennbar, wer sich bewirbt oder lenkt das Dokument durch eine ungünstige Strukturierung ab? Wird der Fokus auf Motivation gesetzt kannst du dich auf dein freizeitliches Engagement fokussieren. Wenn der Fokus auf dem beruflichen Werdegang liegt, konzentriere dich auf Skills, die du bereits lernen oder Aufgaben, die du schon übernehmen durftest. Was unsere Top-Tipps für einen richtig guten Lebenslauf insbesondere auch für nachhaltige, diverse Jobs mit Sinn sind, kannst du in diesem Artikel lesen.

Kommen nur kreative, verrückte Designs in die nächste Runde?

Eine einfache Tabelle in Word wird meist als etwas langweilig empfunden. Auch ohne viel Kreativität oder die nötigen Fähigkeiten kannst du ein ansprechendes Design gestalten. Schau zum Beispiel in den gängigen Vorlagen deines Textverarbeitungsprogramms oder im Internet nach kostenlosen Templates. Sie geben dir eine gute Struktur mit unterschiedlichen Schwerpunkten vor. Farben, Schriften oder andere Elemente sind oft anpassbar. Wenn du kreativer werden möchtest, schau doch mal in die Vorlagen von Canva rein. Wichtig ist, dass das Dokument klar strukturiert und übersichtlich ist, damit Personaler*innen auch auf den ersten Blick einen guten Eindruck bekommen - also auch das Design nicht zu bunt und überladen gestalten. 


Einteilen könntest du deinen Lebenslauf in: 1. persönliche Daten, 2. akademischer Werdegang, 3. Berufliche Laufbahn und 4. Weitere Qualifikationen oder Fähigkeiten.
Nutze als Überschrift entweder deinen Namen oder “Lebenslauf”, eher nicht das Wort “Bewerbung”. Wir raten dazu, Überschriften fett gedruckt zu formatieren, eine lesbare Schriftgröße von 10-13 Punkt. und eine der gängigen Schriftarten zu wählen. Entscheide dich für eine zeitliche Anordnung - sowohl chronologisch, als auch antichronologisch ist möglich - wir präferieren Zweiteres. Wichtig ist, dass sich deine Entscheidung einheitlich durch das ganze Dokument zieht, sowohl für die Anordnung, als auch die Schreibweise des Datums.

Abhängig von deiner Arbeitserfahrung kann der Lebenslauf ein bis zwei Seiten lang sein. 

Fotos in Bewerbungen werden immer seltener

Viele unserer GoodCompanies schreiben mittlerweile explizit in ihre Stellenanzeigen, dass sie sich über Bewerbungen ohne Fotos freuen. Woran das liegt? Die Personalauswahl sollte allein von den Qualifikationen, Charaktereigenschaften und der Motivation abhängig sein - nicht von äußerlichen Merkmalen. Leider sind Bewerbungsverfahren noch immer von Diskriminierung aufgrund der Herkunft, des Alters oder des Geschlechts geprägt. Indem du eine Bewerbung ohne Foto einreichst, sorgst du dafür, dass Recruitingprozesse insgesamt weniger benachteiligend ablaufen und der Status Quo geändert wird. Wenn das Unternehmen auf ein solches Statement verzichtet, ist es letztendlich deine Entscheidung, ob du ein Foto verwendest oder nicht. Wir halten es für zukunftsweisend und solidarisch, kein Foto mitzuschicken. Seit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Jahr 2006, ist es nicht mehr erlaubt, explizit nach einem Foto zu fragen. Ein*e Nutzer*in auf Instagram formulierte treffend: “Fotos können eigentlich immer nur zu Diskriminierung führen, egal ob zu positiver oder negativer.” 

Die persönlichen Daten

Deine Kontaktdaten sollten am Anfang des Lebenslaufes stehen - also Name, E-Mail-Adresse, Wohnanschrift und Telefonnummer. Geburtsdatum, Familienstand und Foto sind nicht mehr der Standard. Wir können auch empfehlen, Pronomen dazuzuschreiben, um die selbstbestimmte Nutzung von Pronomen zu destigmatisieren. Nicht jeder Mensch möchte so angesprochen werden, wie er*sie von anderen Menschen gelesen wird. Natürlich hängt die Auswahl dieser Informationen davon ab, wie anonymisiert die Bewerbung sein soll. Ein mitreißender Start in den Lebenslauf ist ein kurzer, knackiger Text über dich. Zwei bis drei Stichpunkte oder Sätze - was macht dich aus, wofür brennst du, was sind deine Werte? Das sticht Personaler*innen als Erstes ins Auge und bleibt im Gedächtnis.

Dein akademischer Werdegang

Gib alle deine (Hoch-)Schulabschlüsse und Ausbildungen an, am besten inklusive der Schwerpunkte oder Profile und wenn es relevant ist, vielleicht auch das Thema der Abschlussarbeit. Wenn du dich damit wohlfühlst, kannst du auch die Abschlussnote angeben. Auch schulische Auslandsaufenthalte kannst du hier gut angeben.  Die besuchte Grundschule ist nie wichtig - bei schulischen Abschlüssen reicht der Höchste mit deinen Schwerpunkten. 

Deine berufliche Laufbahn

Nenne hier deine berufliche Erfahrung in der gleichen Reihenfolge wie deinen akademischen Werdegang. Unser Favorit für die Zeitangabe ist es, nur Start-/ Endmonat und das Jahr anzugeben, so wird der Lebenslauf übersichtlicher. Personaler*innen müssen nicht jeden einzelnen deiner Nebenjobs kennen, insbesondere nicht, wenn diese Jahre in der Vergangenheit liegen. Eine Möglichkeit, um diese Erfahrungen dennoch einzubringen ist, Berufserfahrung zu clustern und als Stichpunkt dazuzuschreiben, welche wichtigen Fähigkeiten du daraus gelernt hast. Jahrelange Erfahrung in der Gastronomie- und Eventbranche? Du bist sicher enorm teamfähig, proaktiv oder flexibel geworden und kannst prima auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. Es ist super hilfreich, wenn du deine Fähigkeiten begründen kannst. Bei Praktika und stellenrelevanten Jobs ist es genauso wichtig, deinen Aufgabenbereich oder deine Projekte anzugeben.

Weitere Qualifikationen und Fähigkeiten

Deine weiteren Qualifikationen können dir helfen, unter anderen Bewerber*innen herauszustechen. Gib die Erfahrungen an, die du für die Stelle für relevant hältst. Freizeitliches Engagement, aussagekräftige Interessen, Sprachen, besondere Zertifikate oder gegebenenfalls Führerscheine kannst du hier kommunizieren. Entscheide dich für die relevantesten Punkte, damit der Lebenslauf nicht überladen wirkt. Was bringt es dem Unternehmen, wenn du gern ‘liest’ oder ‘Sport treibst’? Begründe! Du bewirbst dich für eine Redaktionsstelle und liest für dein Leben gern Biografien? Du setzt dich im Verband deiner Sportart für mehr Diversität ein? Durch solche Fakten stichst du raus! Cool ist es auch, gelernte Programme oder Fähigkeiten zu ranken - welches Programm kannst du im Schlaf bedienen, welches macht dir am meisten Spaß? Erwähne, wenn du gerne TikTok- oder YouTube-Videos produzierst, auch diese Skills werden immer relevanter. Ehrenämter sind auch immer ein Pluspunkt für GoodCompanies - auch dort sammelst du wichtige Arbeitserfahrung!

“Lücken” im Lebenslauf nicht verstecken

Verstecke Lebensphasen ab drei Monaten nicht. Sie gehören zu deinem Leben dazu und unsere GoodCompanies feiern Transparenz und Offenheit, und es ist authentischer, wenn du erzählst, dass du ein Jahr länger Zeit brauchtest, um dich für einen Studiengang zu entscheiden oder dir länger Elternzeit genommen hast. Natürlich musst du dich mit den Infos auch wohlfühlen! Wenn du beispielsweise eine längere Phase in therapeutischer Behandlung warst und das nicht teilen möchtest, schreibe, dass du eine Krankheitsphase durchgemacht hast - konkreter werden musst du da nicht. Alternativ kannst du die Phase auch mit anderen Tätigkeiten begründen - Ehrenamt, Pflege von Familienmitgliedern oder private Projekte. Bleibe dabei aber unbedingt ehrlich. Ob du eine Krankheit erwähnst oder nicht kannst du auch davon abhängig machen, welche Auswirkungen diese für deine*n Arbeitgeber*in haben könnte. 

Zu guter Letzt

Viele größere Unternehmen nutzen Datenmanagementsysteme, die auf bestimmte Schlüsselwörter reagieren. Nutze Begriffe, die in der Stellenanzeige genutzt wurden oder gängig sind, damit die Datenbank bei späteren Vakanzen vom Unternehmen durchsucht werden kann. Genauso bevorzugen diese Systeme einspaltige Lebensläufe. So kannst du eventuell deine (zukünftigen) Chancen erhöhen!

 

Abschließend kommt potenziell das Datum, der Ort und deine handschriftliche Unterschrift unter den Lebenslauf. Auch wenn du die Dokumente digital abschickst, ist das möglich - in der kostenlosen Version von Adobe Acrobat kannst du beispielsweise Dokumente unterschreiben. Hier scheiden sich die Geister, wir würden sagen, dass je traditioneller das Unternehmen ist, desto eher sollte diese Formalität eingehalten werden. Wir bei GoodJobs legen darauf nicht viel Wert. Treffe die Entscheidung also nach eigenem Ermessen. Genauso ist es ratsam je nach Unternehmen und Branche den Lebenslauf zu überarbeiten, den Fokus auf andere Fähigkeiten zu setzen und auch mal verschiedene Designs auszuprobieren.

 


 

Wir hoffen, dass ihr mit diesen Tipps und Insights von unserer Seite eure Bewerbungsunterlagen so richtig aufpolieren könnt, damit ihr schon bald eine coole GoodCompany von euch überzeugt. Der nächste Teil wird sich rund um das Thema Anschreiben bzw. Motivationsschreiben drehen - bleibt gespannt!

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