Frauen neigen dazu Konkurrenz zu meiden, Männer nicht. Ist dies einer der Gründe, warum gerade einmal drei von zehn Personen in Führungspositionen weiblich sind? Vielleicht. Doch so muss es nicht bleiben. Dank der Ergebnisse einer neuen Studie könnte es in Zukunft ganz anders aussehen…

Gib Frauen ein erfolgreiches weibliches Vorbild und sie trauen sich eher in Konkurrenz mit anderen zu treten. Dies klingt ein wenig plump, hat jedoch genau so eine Studie der Universität Mannheim herausgefunden, indem sie Frauen und Männer aufgefordert hat, so viele Kopfrechenaufgaben wie möglich zu lösen.

Demnach sollten sich die Kandidaten nach dem Kopfrechnen entscheiden:  Entweder werden sie nur auf Basis ihrer eigenen Leistung bezahlt oder können, wenn sie sich trauen, mit den anderen Studienteilnehmern in Wettbewerb treten, wobei nur der oder die Beste ausgezahlt wird und alle anderen leer ausgehen.

Wie hättest du dich wohl entschieden?

Tatsächlich haben sich erheblich mehr männliche Teilnehmer für die Konkurrenzsituation entschieden, obwohl es keine Unterschiede in der Anzahl der richtig gelösten Aufgaben gab und „selbst die Männer mit dem schlechtesten Ergebnis haben sich häufiger für den Wettbewerb entschieden als die besten Frauen“, kommentiert Alexandra Niessen-Ruenzi, Finanzprofessorin des Forscherteams.

Daraufhin wurden einer Probandengruppe Videos von erfolgreichen Frauen wie beispielsweise Tennisprofi Serena Williams gezeigt, in denen diese von ihren Erfolgen und den damit verbundenen positiven Gefühlen erzählt. Diese Vorbilder beeinflussten und motivierten die Teilnehmerinnen so stark, dass sich danach weit mehr von ihnen für die Konkurrenzsituation und den Wettbewerb entschieden haben.

Einer anderen, gemischten Gruppe wurden Videos männlicher Vorbilder wie Gründer und Self-Made-Milliardär Mark Cuban vorgespielt. Diese hatten hingegen einen negativen Effekt auf die weiblichen Teilnehmerinnen, sodass sich daraufhin noch weniger von ihnen für den Wettbewerb entschieden. Interessanterweise hat sich die Anzahl der männlichen Probanden, die sich für eine Wettbewerbssituation entschieden, nicht signifikant verändert. Was bedeutet, dass sich die männlichen Teilnehmer weder von weiblichen, noch von männlichen Vorbildern beeinflussen ließen.  

Also, liebe Frauen, lasst euch nichts vormachen. Natürlich könnt ihr locker mit euren männlichen Kollegen mithalten. Steht zu euren Leistungen, traut euch mehr zu – und sucht euch weibliche Vorbilder, die euch stärken und motivieren.