Vor Corona waren Reisen für etwa 8 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Es wird erwartet, dass nach der Pandemie der CO2-Ausstoß durch ein erneutes Wachstum der Reisebranche weiter steigt. Klar ist: wir müssen anders reisen! In den letzten Jahren sind zwar immer mehr Möglichkeiten, den eigenen ökologischen Fußabdruck von Urlaubs- und Geschäftsreisen zu kompensieren, aus dem Boden gesprossen, doch die Nutzung hielt sich aufgrund der zusätzlichen Kosten in Grenzen. Die wenigsten Menschen wollen für ihr Flugticket oder Hotelzimmer extra zuzahlen, nachdem sie Stunden damit verbracht haben, den besten Preis zu finden. In 95% der Fälle wird nur CO2-Ausstoß kompensiert, indem Gutschriften gekauft werden, die anderen helfen, die Emission von CO2 zu vermeiden, die eigenen Reiseemissionen bleiben allerdings gleich. Nötig wäre eine vollständige Entfernung von Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre, sodass Reiseemissionen gänzlich ausgeglichen werden können - inklusive der nötigen Verifizierungen. Und hier kommt Goodwings ins Spiel.

Wer ist Goodwings?


Goodwings, eine 2015 vom Social Entrepreneur Christian Møller-Holst gegründete Hotelbuchungsplattform, könnte auf den ersten Blick wie ein herkömmliches Reiseportal aussehen. Der Unterschied ist, dass über Goodwings gebuchte Reisen, egal ob als Urlaubs- oder Geschäftsreise, ‘Net Zero’ sind, was noch ein wenig weiter geht, als “nur” klimaneutral zu sein. Das als B Corporation zertifizierte Unternehmen hat es mit Hilfe diverser Partner*innen geschafft, in einer von großen Konzernen dominierten Branche mitzumischen. So werden die gleichen 1 Mio. Hotels zu vergleichbaren Preisen angeboten, wohingegen Unternehmen noch weitere Features erhalten, die die Buchung der Geschäftsreise zu einem Kinderspiel machen. Emissionstechnisch netto Null zu Reisen bedeutet bei diesem Reiseportal, dass die Menge an kompensierten Treibhausgasen und die Menge der Treibhausgase, die aus der Atmosphäre gezogen werden, gleich ist. Mehr als nur klimaneutral ist die Reise dann, wenn nicht mehr Emissionen kompensiert, als entfernt werden. 

Was steckt hinter dem Nachhaltigkeits-Zertifikat “B Corporation”?

Die Benefit Corporation ist eine 2010 in den USA eingeführte Unternehmensform, die Gemeinwohl und Privatwirtschaft besser miteinander vereinen soll. Ein so zertifiziertes Unternehmen erfüllt sehr hohe Standards für sozialen und ökologischen Impact, Transparenz und Rechenschaft gegenüber der Gesellschaft. Gewinn und Impact des Unternehmens werden im Einklang gehalten, wodurch der Wirtschaftserfolg neu definiert und auch vom reinen Wirtschaftswachstum entkoppelt wird. B Corp versucht, ein Netzwerk aus - mittlerweile fast 4.000, sich für den Klimaschutz und die Gesellschaft einsetzenden Unternehmen zu kreieren. 

Wie schafft das Reiseportal Goodwings, dass wir wirklich Net Zero reisen können? 

Das von Goodwings entwickelte Geschäftsmodell ermöglicht es, dass wir, wenn wir über die Plattform ein Hotelzimmer buchen, ohne zusätzliche Kosten Net Zero reisen, indem die gesamten Kohlendioxid-Emissionen des Transports (Flug, Zug, Bus oder Auto), der Unterkunft, der Transfers und sogar der Mahlzeiten im Zusammenhang mit der Reise berechnet und entfernt werden. 

Warum sollten wir unser Reiseverhalten nachhaltiger gestalten?

Die Covid-19-Pandemie hat uns alle daran erinnert, wie sehr uns das Reisen am Herzen liegt. Doch es hat sich auch gezeigt, wie abhängig wir alle von der Reiseindustrie sind.

Nach der Pandemie wird es definitiv wieder mehr Reisen geben. Doch wir sollten diese Zeit als Möglichkeit für Veränderungen nutzen. Wir müssen mit Netto-Null-Emissionen reisen, da wir sonst aktiv zur globalen Klimakrise beitragen.
Um eventuell noch eine Chance zu haben, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, können wir nach dem aktuellen Bericht des  IPCC (The Intergovernmental Panel on Climate Change) weltweit nur noch 770 Gigatonnen Kohlendioxid (GtCO2) zusätzlich ausstoßen. Im Jahr 2019 stießen wir jedoch weltweit schon etwa 40 GtCO2 aus. Der Bericht besagt außerdem, dass wir, um das 1,5 °C Ziel zu erreichen, beginnen müssen, Kohlenstoff zu binden, beispielsweise im Boden zu speichern und so auch aus der Atmosphäre zu entfernen.

Wie kann man CO2 entfernen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern. Einige der neueren Techniken beinhalten das sogenannte ‘Direct Air Capture’, bei dem große Maschinen buchstäblich CO2 aus der Luft saugen und es unterirdisch speichern. Es handelt sich um eine noch recht neue Technologie, die im Vergleich zu anderen Techniken noch sehr teuer pro entfernter Tonne ist. Sie wird jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach mit zunehmender Entwicklung eine wichtige Rolle in unserem zukünftigen Kampf gegen den Klimawandel spielen.

Eine weitere Technik ist die Anreicherung von Kohlenstoff im Erdreich. Landwirt*innen verzichten auf das Pflügen ihrer Äcker und die Verwendung von Düngemittel und Pestizide auf Basis fossiler Brennstoffe. Stattdessen pflanzen sie Deckfrüchte an, deren Wurzeln und Sprosse Bakterien, Pilze, Regenwürmer und andere Bodenorganismen ernähren. Mit der Zeit wird dadurch eine natürliche Düngung und ein Anstieg des Kohlenstoffgehalt im Boden erreicht.

Wir wissen alle, wie groß das Potential ist, dass die Bäume in sich tragen. Durch Photosynthese nutzen sie die Sonnenenergie und nehmen CO2 aus der Luft, und Wasser aus dem Boden, auf. Bei der Umwandlung in Holz geben sie Sauerstoff an die Atmosphäre ab.
Neue Forschungen zufolge könnte ein weltweites Aufforstungsprogramm zwei Drittel aller menschlich verursachten Emissionen entfernen, die sich noch heute in der Atmosphäre befinden.

Für welche Maßnahmen hat Goodwings sich entschieden?

Goodwings hat sich für die CO2-Entfernung durch das Pflanzen von Bäumen entschieden, da diese die kosteneffektivste Maßnahme ist. Aufforstung ist in hohem Maße skalierbar und ein Unternehmen ist dadurch in der Lage, die tatsächliche Entfernung von CO2 Tonne für Tonne zu dokumentieren und zu verifizieren.

Trotz der vielen Aufforstungsprojekte, die es mittlerweile gibt, wird nicht garantiert, dass die Entfernung von CO2 tatsächlich erfolgreich ist. Zuerst muss die richtige Baumpflege sichergestellt werden. Zweitens braucht es unabhängige Prüfstellen, welche regelmäßig die Menge des in den Bäumen gespeicherten CO2 messen und sicherstellen, dass die Bäume noch tatsächlich da und nicht durch Brände, Wirbelstürme oder illegales Abholzen verschwunden sind.

Goodwings hat ein Aufforstungsprojekt in Uruguay, Lateinamerika ausgewählt um CO2 zu entfernen. Das riesige Gebiet umfasst 23.000 Hektar und wurde von der Viehzucht überweidet. Nun wird es schrittweise aufgeforstet. Das Goodwings-Projekt zur CO2-Entfernung ist VCS-verifiziert. Die VCS ist das weltweit am häufigsten verwendete freiwillige Programm zur Reduzierung von Treibhausgasen (GHG) und gewährleistet die Verwendung bewährter Technologien.

"Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um den Planeten zu retten und der Menschheit eine Entwicklungsperspektive zu geben, die nachhaltig ist und allen zugutekommt."
— UN Generalsekräter, António Guterres


 

Goodwings sucht für Deutschland nach Multiplikatoren, die dafür sorgen, dass noch mehr Menschen die Möglichkeit des ‘Net-Zero-Traveling’ kennen- und schätzen lernen. Das Multiplikatoren-Programm bietet euch nicht nur individuelle Vorteile, sondern ihr vergrößert damit vor allem den gemeinsam erzielten Impact in Richtung Klimaschutz. 

Für genauere Informationen zu Kooperationsmöglichkeiten, kontaktiert einfach Expansion.eco und schreibt eine E-Mail an [email protected] (Partner-Management für Deutschland).