Vom Schreibtisch in die Kaffeeküche und direkt wieder zurück. Das wird vielen Berufstätigen bekannt vorkommen. Häufig ist der Arbeitsalltag vor allem darauf ausgelegt, eines zu tun: zu sitzen.

Von gut 40 Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland ist fast jeder zweite ein Sitzplatz. In diesen Jobs ist es ganz normal, einen Großteil Tages am Schreibtisch zu verbringen. Dabei ist das Sitzen schon so zur Gewohnheit geworden, dass gar nicht mehr auffällt, wie viele Stunden am Stück man fast regungslos vor dem Bildschirm verbringt.

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Arbeitsplatz mit Sitzplatzgarantie

Das Büro wird so schnell zur absoluten Bewegungsfalle. Eine Studie der Techniker Krankenkasse hat gezeigt, dass fast die Hälfte der Deutschen täglich zwischen fünf und acht Stunden sitzt, viele Berufstätige sogar bis zu neun Stunden am Tag.

Und das viele Sitzen hat Folgen. Hört man sich die Warnungen der Experten an, könnte man fast glauben, Sitzen sei das neue Rauchen. Und tatsächlich haben britische Forscher herausgefunden, dass Menschen, die täglich mehr als sechs Stunden sitzend verbringen, eine 20 Prozent niedrigere Lebenserwartung haben, als alle, die nur bis zu drei Stunden sitzen.

Aktive Pausen tun gut

Mehr Bewegung sorgt aber nicht nur für ein längeres Leben, sondern steigert auch die Leistungsfähigkeit und macht für gute Laune. Schon kurze aktive Pausen fördern die Durchblutung des Gehirns und das steigert unsere Aufmerksamkeit und verlängert Konzentrationsphasen. Kleine Spaziergänge an der frischen Luft regen zusätzlich das Herz-Kreislauf-System an und stärken so noch ganz nebenbei das Immunsystem.

Energie, Kraft und gute Laune tanken geht also ganz schnell und das sieht man auch, denn Sauerstoff ist die wohl schnellste und einfachste Schönheitskur der Welt. Schon ein kurzer Spaziergang sorgt für einen schönen und frischen Teint - kostenlos zu bekommen, zum Beispiel in der Mittagspause.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Laut der TK-Studie würde sich fast die Hälfte der an den Schreibtisch gefesselten Berufstätigen gerne mehr bewegen. Sie glauben aber, dass sich das nicht in den stressigen Arbeitsalltag integrieren lässt. Viele denken da aber zu kompliziert, denn das Überraschende ist: Es muss nicht immer aufwendig sein, schon kleine Dinge sorgen für mehr Kraft, Energie und vor allem gute Laune!

Oft sind es Gewohnheiten, die mehr Bewegung im Büroalltag verhindern. Der ewige Sitzmarathon lässt sich zum Beispiel einfach unterbrechen, indem man persönlich zu den Kollegen im Büro nebenan geht, statt zum Telefon zu greifen. Und wenn in der Mittagspause keine Zeit für einen Spaziergang bleibt, bietet auch der Weg zur Arbeit viele Möglichkeiten: Im Sommer mit dem Fahrrad fahren oder einfach einmal eine Station früher aus der Bahn aussteigen reicht meistens schon aus.

Sport statt Kantine

In den USA ist ein anderes Konzept schon länger gang und gäbe, das auch in Deutschland immer mehr Berufstätige und sogar einige Arbeitgeber für sich entdecken: Workout in der Mittagspause.

Egal ob gemeinsames Joggen, Krafttraining im Fitnessstudio oder eine Yoga-Einheit direkt im Büro. Ein Konzept, das sich lohnt, denn nach dem Sport ist man nicht nur entspannter, sondern startet auch fitter und ausgeglichener in die zweite Hälfte des Arbeitstages. Ein weiterer positiver Effekt: Wer sein Sportprogramm in den Arbeitsalltag integrieren kann, hat am Abend mehr Zeit für andere Dinge.

Nachsitzen für deutsche Büros

Klar ist, dass es in vielen Jobs momentan nicht möglich ist, mal länger spazieren zu gehen oder gar ein ganzes Sportprogramm in die Mittagspause einzubauen. Die Pausenzeit reicht oft nicht aus und es gibt nur selten die Möglichkeit, sich nach dem Sport wieder frisch zu machen.

Daran sollte sich schnell etwas ändern. Bis dahin gibt es aber schon viele Möglichkeiten selbst etwas zu tun, der DOSB bietet zum Beispiel ein kostenloses Vier-Wochen-Bewegungsprogramm für den Büroalltag an.

Häufig geht es nur darum, den inneren Schweinehund zu überwinden und mal etwas Neues auszuprobieren. Also einfach mal mit den liebsten Kollegen zum Spaziergang verabreden oder den gemütlichen Aufzug ignorieren und stattdessen das Treppenhaus erkunden.

 

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