Mal wieder Lust auf sommerliche Zitrusfrüchte mitten im Winter? Eine neue Jeans und ein paar Schuhe, obwohl der Schrank daheim schon aus allen Nähten platzt? Gar kein Problem, unsere Konsumgesellschaft macht’s möglich.

Üppig ausgestattete Supermärkte, Shoppingcenter, Restaurants und Lieferdienste soweit das Auge reicht. Wer zahlen kann, bekommt (fast) alles, egal wann und egal wo. Der Konsumwahnsinn scheint keine Grenzen zu kennen und wir scheinen uns schon sehr daran gewöhnt zu haben, dass er uns häufig gar nicht mehr auffällt.

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Die Frage nach dem Sinn dahinter wird nur noch selten gestellt. Konsum und Besitz haben sich anscheinend von der Frage nach ihrem Zweck und ihrer eigentlichen Bedeutung losgelöst. Man könnte fast sagen, es geht nicht mehr um die Dinge, die wir wirklich brauchen, sondern schlichtweg um den Konsum selbst.

Die Minimalismus-Bewegung

Seit einigen Jahren bekommt allerdings eine Bewegung immer mehr Zulauf, die genau daran etwas ändern will: Minimalismus.

Minimalismus bedeutet in diesem Fall aber nicht einfach, nur weniger zu besitzen und auf bestimmte Dinge zu verzichten. Vielmehr geht es darum, sich Gedanken über die Dinge zu machen, mit denen man sich umgibt und die man konsumiert. Alles was keinen Sinn oder klare Funktion hat, wird aussortiert. Dazu gehört natürlich auch, dass man sein eigenes (Konsum–) Verhalten überdenkt und bereit ist, bestimmte Gewohnheiten zu verändern.

Einige Vorreiter dieser Bewegung haben ihre Überzeugung zum Beruf gemacht. Ihr Ziel ist es, möglichst vielen Menschen den Einstieg in ein minimalistisches Leben zu erleichtern.
Hier kommen drei Projekte, die uns überzeugt haben:

1.    Unverpackt–Läden

Die Mission: Schluss mit dem Plastikwahnsinn. Unverpackt–Supermärkte verzichten komplett auf Einwegverpackungen. Hier kannst du dir Lebensmittel direkt in deine eigenen Taschen und Verpackungen abfüllen. Mit Original Unverpackt eröffnete 2014 der erste „unverpackte“ Supermarkt Deutschlands in Berlin. Und das Konzept kommt an, mittlerweile gibt es viele Unverpackt–Läden in ganz Deutschland.

original-unverpackt-laden-5© Original Unverpackt

2.    Kleiderei

Der Schrank ist voll und trotzdem nichts zum Anziehen? Dieses „Problem“ ist allgemein bekannt. Doch schnell in den nächsten Laden laufen und sich einen neuen Schrankhüter kaufen muss nicht sein, denn leihen ist das neue Kaufen. Frei nach dem Motto „Stil hast du, Kleider leihst du“, gibt’s in den Leih-Boutiquen Kleiderei in Hamburg und Köln vom Abendkleid bis zur Alltags-Jeans alles, was das Modeherz höher schlagen lässt. Wer nicht vorbeikommen kann, bekommt im Abo monatlich individuell zusammengestellte Outfits zugeschickt. So gibt’s frischen Wind im Kleiderschrank – inklusive gutem Gewissen.

kleiderei© Kleiderei

3.    Der Sauberkasten

Die Regale mit Reinigungsmitteln in den Drogeriemärkten sind voll. Für jede Art von Schmutz, gibt es nicht nur ein, sondern mindestens eine Hand voll unterschiedlicher Angebote. Das produziert nicht nur jede Menge Müll, in den Flaschen verstecken sich häufig auch chemische inhaltsstoffe, die unsere Umwelt und Gesundheit belasten. Das Team von Sauberkasten macht Schluss damit. Dahinter versteckt sich eine Box mit sechs Zutaten, aus denen du einfach und ohne viel Aufwand zehn verschiedene Wasch– und Reinigungsmittel selber herstellen kannst. DIY ist in diesem Fall nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für deine Gesundheit!

sauberkasten© Sauberkasten

 

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