In dieser Reihe erzählen erfolgreiche Bewerber*innen vom Weg zu ihrem persönlichen Job mit Sinn und was ihn ausmacht. Diesmal: Clara Bütow, 24, PR-Referentin und Campaignerin bei soulbottles.

„Es stimmt wirklich: Schon als Kind habe ich davon geträumt, etwas zu bewegen. Am liebsten als Unternehmerin, die neue Produkte entwickelt, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Nach dem Abitur hörte ich von Social Entrepreneurship und war begeistert: Mit Business die Welt retten, mein Ding! Ich entschied mich für ein Studium in Spanien – internationale Beziehungen und Business Administration. Dort habe ich auch den Verein und Podcast „Impact Revolution“ gegründet, um nachhaltiges Verhalten und das Bewusstsein des Einzelnen zu stärken. Schnell lernte ich viele Leute in der Nachhaltigkeitsszene kennen und entdeckte das Thema, das mich wirklich berührt: Plastikmüll. Jede Minute kippen wir einen LKW voller Plastik ins Meer, eine Million Tonnen produzieren wir pro Tag. Bis 2050 soll sich das noch vervierfachen. Plastikmüll betrifft uns alle und doch unterschätzen Politik, Wirtschaft und die Medien es völlig. Mir war klar: Ich muss etwas dagegen unternehmen.

Ein GoodJob rund um Plastikmüll liegt natürlich nicht auf der Straße. Also startete ich nach dem Studium erstmal eine eigene Kampagne: Mit einem riesigen Flamingo aus Plastikmüll im Anhänger bin ich mit dem Fahrrad von Paris nach Berlin gefahren. Finanziert wurde die Travelling Trash Tour über Crowdfunding. Begleitend gab es 27 Events mit Firmen und NGOs, von Podiumsdiskussionen und Workshops bis zu Trash Cleanups. TV und Radio berichteten, das war natürlich ein Pluspunkt bei der Jobsuche. 

Seit Januar bin ich bei soulbottles. Plastikfreie Trinkflaschen herstellen – eine tolle Idee. Als ich davon über Kontakte und auf der GoodJobs-Plattform hörte, hat mich das sofort gepackt. Jetzt bin ich zuständig für PR, Campaigning und Offline-Marketing, organisiere Events und Partnerschaften, schreibe Blogartikel und Produkttexte. „Less Plastic is fantastic“ hieß unsere erste Kampagne. Es fühlt sich gut an, für so eine gute Sache zu arbeiten. Und schon nach vier Monaten kann ich mich wahnsinnig mit der Firma identifizieren. 

Das liegt auch an der tollen Arbeitsweise im Unternehmen. Soulbottles setzt auf Holacracy: Statt in Hierarchien zu arbeiten, schlüpfen wir in wechselnde Rollen. Jeder trifft selbst die Entscheidungen über seinen Bereich und muss sich selbst managen. Es gibt Schulungen in gewaltfreier Kommunikation.  Spannungen und Gefühle offen anzusprechen gehört zum Alltag. Wir lernen jeden Tag dazu und kämpfen gemeinsam für eine nachhaltige Welt. Das macht einen Riesenspaß.“

Dieser Artikel stammt aus der neusten Ausgabe des enorm Magazins.