Berlin hatte schon immer eine Sonderrolle: ob als Insellage während der deutschen Teilung, als chaotisch-anarchistische Hochburg der Hausbesetzer- und Techno-Szene in den 90ern oder als Magnet von Menschen aus der ganzen Welt, die gerade aufgrund dieser unsteten Geschichte hier einen Ort des Ausprobierens und Neustartens finden. Vielleicht ist das auch der Grund für die laut dem “Berlin Start-up Monitor 2018” höchste Konzentration von Start-ups in ganz Deutschland mit 16,8 %. Die Offenheit, die Mischung und Kreativität der Berliner*innen führt sogar dazu, dass die Stadt Nummer eins ist, wenn es um Gründungen im Bereich Soziales und Nachhaltigkeit geht. Grund genug für unser Team, den Schreibtisch zu verlassen, um uns direkt vor der Haustür ein eigenes Bild davon zu machen.

Das Gute liegt so nah

Ein grauer, kalter Berliner Nachmittag. Das GoodJobs Team versammelt sich in einem gemütlichen Neuköllner Café. Hier gibt es Tee und Kaffee zum Aufwärmen, eine kurze Begrüßung und dann geht es los zu den Orten, wo die Ideen für eine bessere Zukunft geschmiedet und umgesetzt werden. Die nächsten drei Stunden führt uns der Stadtspaziergang entlang mehrerer Stationen samt Informationen und kleinen Anekdoten durch die bunten Bezirke Neukölln und Kreuzberg. Jeder Stop – jede Organisation, jedes Start-up, jeder Laden oder Co-Working Space, den wir besuchen – setzt sich für ein oder mehrere der 17 Nachhaltigkeitsziele der United Nations ein. Und so wirkt die Changemaker Tour Berlin wie der Beginn einer Reise ins perfekte Jahr 2030. 

Berlin als Keimzelle für positiven Wandel

Ausgedacht hat sich das Ganze unsere heutige Stadtführerin, die Wahl-Berlinerin Natalie Magee. Auch sie hat sich 2015 hierher aufgemacht, um einen positiven Wandel mitzugestalten, indem sie Menschen mit dem nötigen Wissen versorgt, um Entscheidungen – große wie kleine – für eine positive Wirkung auf Mensch und Umwelt zu treffen. Sie ist Gründerin von By Heart Projects, einer Initiative, die durch Workshops genau dies umsetzt: die Aufklärung und Umsetzung der UN Nachhaltigkeitsziele. Mit ihrer Arbeit wurde ihr Netzwerk in der Entrepreneurship Szene Berlins immer größer und facettenreicher, woraufhin die Idee eine Stadtführung mit diesem Schwerpunkt quasi auf der Hand lag. Von Berlin aus, so schien es ihr, könne man Werbung für all die bereits existierenden Initiativen, Projekte und Organisationen machen, die wiederum durch das internationale Publikum in die Welt hinausgetragen werden würden.  

Geschichten aus der Szene 

Natalie selbst wurde von dem Netzwerk Ashoka “ChangemakerXchange” zum “Changemaker” und von der UN Women’s Initiative “Empower Women” zum “Champion for Change” erklärt und es gibt wohl kaum jemanden, die uns besser durch dieses zukunftstaugliche Berlin führen könnte. Obwohl wir dank unserer Arbeit bei GoodJobs mit genau diesen Organisation und Unternehmen tagtäglich zu tun haben, gibt es doch immer wieder Dinge, die wir von Natalie dazulernen; wie zum Beispiel, dass die syrische TV-Köchin Malakeh sogar Angela Merkel mit ihren Kochkünsten begeistert hat oder dass das Refugio Café viel mehr ist als ein Ort zum Kaffeetrinken: Neben der Möglichkeit für Geflüchtete und Menschen von hier ein gemeinsames Zuhause zu finden, gibt es Angebote aller Art wie beispielsweise eine offene Musikklasse oder Kochabende. Vor allem führt uns die Tour also zur Abwechslung auch “offline” vor Augen, wie viel Gutes passiert, wie viele Menschen hart daran arbeiten und wie geographisch gebündelt dies Berlin zu einem echten Hotspot der Szene macht. 

Egal ob Berliner*in oder nicht, egal ob Social Entrepreneurship noch Fremdwort oder die UN Nachhaltigkeitsziele auswendig aufgesagt werden können – die Changemaker Tour Berlin inspiriert, macht Mut und zeigt ein Berlin, das in keinem Stadtführer zu finden ist. 

Möchtest du auch Teil der Social Entrepreneurship Szene werden und mit deinem Job die Welt verändern? Dann schau einfach mal hier, welche Stellen in diesem Bereich gerade offen sind.