19 Jahre alt, weiblich, afrodeutsch – es gibt in Deutschland wahrscheinlichere Erfolgsgeschichten. Wenn diese Person nach dem Abitur und ohne Studium in ein noch nichtexistierendes soziales Start-up einsteigt, um es mit aufzubauen, kann man mit Fug und Recht von einem nicht-linearen Lebenslauf sprechen. Später mehr dazu. 

Die weibliche Erfolgsstory von GoodJobs 

Im Vergleich zu den meisten anderen Berliner Start-ups ist die Geschichte von GoodJobs ebenfalls nicht ganz stromlinienförmig. Am Anfang stand der Sinn und nicht das Geschäftsmodell. Das Ziel von GoodJobs ist es möglichst viele Menschen mit nachhaltigen oder sozialen Jobs zu versorgen und die Idee von einem Job – den man wirklich machen will, weil er sinnvoll ist – so weit es geht zu verbreiten. An zweiter Stelle stehen ganz bescheiden wir selbst. Wir wollen nur unter zwei Bedingungen unsere Arbeit antreten: Jeder von uns will mit seinem Job glücklich sein, weil er an den Sinn von GoodJobs glaubt und gleichzeitig die Möglichkeit hat genug Geld verdienen zu können, um ein entspanntes Leben zu führen. Natürlich brauchen wir dafür ein nachhaltig stabiles Geschäftsmodell. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Neugründungen ist der Umsatz unserer Firma kein Selbstzweck und das Thema unserer Arbeit nicht beliebig austauschbar.  

Wenn man sich unsere Ausgangslage anschaut muss man zu dem Punkt kommen: Unsere Firma ist weiblich. Von je her haben wir mit GoodJobs eine besondere Rolle eingenommen, denn wir müssen in einer aufgeklärten Gesellschaft immer noch für Selbstverständlichkeiten kämpfen und uns gegen viele Klischees im Kontext von Nachhaltigkeit wehren. Darüber wollen wir sprechen, weil viel zu selten über weibliche Erfolgsstorys gesprochen wird, deren Verlauf starke Umwege genommen hat. 

Underdogs als Vorbilder

Im Zuge des Weltfrauentages am 8. März wird alle Jahre wieder darüber geredet, dass Frauen es auf den Karriereleitern dieser Erde schwieriger haben als Männer. Das trifft bestimmt auf die meisten der klassischen Karrierepfade zu. Ab und zu hört man von einer so genannten „Powerfrau", die es geschafft hat. Noch schwieriger als Frauen auf diesen Karriereleitern haben es nur Frauen, die sich eben nicht auf jene „klassischen" Wege begeben. Die Narrative der erfolgreichen Quereinsteiger, Außenseiter oder College-Drop-outs werden durchweg von männlichen Protagonisten besetzt. Dabei gebührt niemandem der Titel des erfolgreichen Underdogs mehr, als einer Frau, die es auf einem nicht-linearen Weg geschafft hat. Dafür müssen wir mehr Vorbilder feiern!

Die Frau hinter GoodJobs

Der eingangs beschriebene Lebenslauf gehört zu einer Frau, auf die das ganze GoodJobs Team stolz ist, weil sie erfolgreich einen nicht-linearen Weg bestreitet. Unsere Kollegin Fily Mihan ist erst 23 Jahre alt, afrodeutsch und hat ein erfolgreiches Social Start-up mit über 20 Mitarbeiter*innen mit aufgebaut und dadurch nicht nur als „Chefin" in jungen Jahren viel Verantwortung übernommen, sondern mit ihrer Arbeit hunderttausende von Menschen erreicht. Gar nicht mal so wahrscheinlich:  Sie hatte mit 19 Jahren nach dem Abitur bewusst ihr akademisches Studium übersprungen und den Mut aufgebracht einfach mit einer Sache anzufangen, an die sie geglaubt hat: Ein noch nicht existierendes soziales Unternehmen mitzugründen. Obwohl ihr von allen Seiten gesagt wurde, wie viel Risiko eine „Lücke“ im Lebenslauf darstellen könnte und dass sie sich „gerade als junge Frau“ mit einem vernünftigen Studium absichern sollte, sind wir froh, dass Fily es einfach gemacht hat. 

Deswegen feiern wir die nicht-lineare Weiblichkeit! Wir sind sowohl auf Dich als auch auf uns stolz und freuen uns aufgrund dieser Parallelen feststellen zu können: GoodJobs ist eine Frau. Weiblich, nicht-linear und erfolgreich. 


Fily Mihan (23 J.) war seit Gründung 4 Jahre lang Head of Sales bei GoodJobs und wird das Unternehmen im Sommer verlassen, um eigenen Projekten im Bereich Kunst und Musik nachzugehen.