Uns bei GoodJobs geht es nicht nur darum, wie schon jetzt möglichst viele Menschen Erfüllung in ihrer Arbeit finden und damit die Welt verbessern. Wir machen uns genauso Gedanken zur Zukunft der Arbeit – und dazu gehört unserer Meinung auch das Thema Automatisierung. Das hier ist Teil zwei einer Serie zu den Ausprägungen und Auswirkungen von Automatisierung.

Automatisierung? Das klingt oft noch nach einer weit entfernten Zukunftsvision. Klar wird sich vieles verändern, aber sich darüber jetzt schon den Kopf zerbrechen?

Unbedingt! Denn die Automatisierung wird nicht nur die Arbeitswelt, sondern das gesamte gesellschaftliche Leben auf den Kopf stellen. Doch was genau bedeutet das? Wie wird sich unser Leben verändern?

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Antworten auf genau diese Fragen liefert eine Studie von PWC. Die Wirtschaftsexperten haben 200 000 Jobs in 29 verschiedenen Ländern analysiert und herausgekommen ist sozusagen ein „Automatisierungs-Fahrplan“ für die nächsten Jahrzehnte.

Natürlich sind die Ergebnisse nur Prognosen, doch wird deutlich, dass die Automatisierung sowohl Chancen als auch neue Herausforderungen mit sich bringt.

Die nächsten Jahre werden auf jeden Fall stürmisch: Die Automatisierung passiert nämlich nicht über Nacht, sondern erreicht uns in drei Wellen.

Erste Welle - Zielscheibe: „Frauenberufe“

Auch wenn unser Alltag schon heute in vielen Bereichen digital abläuft, wird die erste Automatisierungswelle bis Anfang der 2020er Jahre vor allem das Arbeiten in Büros und der Verwaltung komplett verändern. Viele Aufgaben, die heute vor allem von Sachbearbeitern oder Sekretärinnen übernommen werden, sind bis dahin wohl voll automatisiert.

Laut PWC sind davon in Großbritannien zwar nur recht wenige Arbeitsplätze direkt betroffen, diese Jobs werden aber größtenteils von Frauen ausgeführt. Sie sind so somit die Ersten, die die Automatisierung zu spüren bekommen.

Zweite Welle - Bessere Chancen für Akademiker

In den darauffolgenden Jahren wird es auf See aber noch deutlich unruhiger. Die zweite, die sogenannten „Augmentation wave“, wird hauptsächlich im Industrie- und Finanzsektor zu spüren sein.

Neue Kommunikationsmöglichkeiten, die Fortentwicklung der Drohnentechnik, super intelligente Roboter oder auch selbstfahrenden Autos – um nur ein paar der vielversprechenden Technologien aufzuzählen – werden dafür sorgen, dass vor allem repetitive Aufgaben nicht mehr von Menschen erledigt werden müssen.

Klingt erst einmal positiv. Sind es doch genau diese Aufgaben, die oft als langweilig und ermüdend bezeichnet werden. Doch darf man nicht vergessen, dass diese Jobs hauptsächlich von Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad ausgeführt werden. Die Produktivität mag somit vielleicht steigen, doch gleichzeitig wird die Kluft zwischen hochqualifizierten Akademikern und einfachen Arbeitern immer größer.

Dritte Welle - Bis zu 30 Prozent aller Jobs direkt betroffen

Die dritte Automatisierungswelle erreicht die Gesellschaft voraussichtlich bis Ende der 2030er Jahre. Bis dahin wird sich das Leben und Arbeiten wie wir es heute kennen weitestgehend verändert haben. Die PWC-Experten gehen davon aus, dass große Wirtschaftssektoren, wie zum Beispiel die Logistik, der Einzelhandel oder auch der Transportsektor, komplett automatisiert sein werden.

Das hat Folgen: Insgesamt sollen gut 30 Prozent der Jobs entweder ganz verschwinden oder sich komplett verändern. Und während am Anfang noch hauptsächlich die klassischen „Frauenberufe“ betroffen waren, sorgt die zunehmende Automatisierung vor allem in der Industrie dafür, dass am Ende mehr Männer betroffen sein werden.

Aktion statt Reaktion

Aufhalten kann man diese Entwicklung nicht mehr. Und darum geht es auch gar nicht, denn die Automatisierung ist sicher kein „jobfressendes“ Monster. Veränderungen bedeuten immer auch ein großes Entwicklungspotenzial. Die Produktivitätssteigerung wird in vielen Wirtschaftssektoren zu steigenden Einkommen und somit zu mehr Wohlstand führen. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in nicht automatisierten Bereichen steigen. Wo die Automatisierung einerseits Jobs verschwinden lässt, schafft sie an andere Stelle Neue.

Um diese Chancen nutzen zu können, bedarf es allerdings der Vorbereitung. Nur weil wir in unserem Alltag häufig noch nichts von der Automatisierung spüren, besteht jetzt Handlungsbedarf. Besonders die Kluft zwischen Akademikern und einfachen Arbeitern darf nicht zu groß werden. Ausdiesem Grund müssen wir an Zukunftsperspektiven für die gesamte Gesellschaft arbeiten.

Es wird stürmisch auf hoher See in den nächsten Jahren. Doch es liegt an uns die Automatisierung mitzugestalten und uns nicht von den Wellen wegspülen zu lassen.

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