Wieso nicht Materialien zur Produktion verwenden, die sowieso schon existieren und nicht mehr hergestellt werden müssen? Recycling bedeutet Abfallverwertung. Aus scheinbar unbrauchbaren Komponenten werden Erzeugnisse oder Materialien geschaffen, die einen neuen Zweck erfüllen. Wird der Wert dabei gesteigert spricht man von Upcycling. 
Aber warum der ganze Aufwand? Betrachten wir die Prognosen für das Müllaufkommen in 2025 zeigt sich erhöhter Handlungsbedarf. Demzufolge steigt die Müllmenge der OECD-Staaten auf voraussichtlich 1.7 Millionen Tonnen pro Tag; Weltweit sogar auf 6 Millionen Tonnen pro Tag. Pro Kopf hieße dies bis 2025 1,42 Kg Müll täglich (Worldbank).

Erhöhter Konsum trifft auf verkürzte Lebensdauer von Produkten


Laut des Umweltbundesamts (UBA) stabilisieren sich die Siedlungsabfälle in Deutschland seit 15 Jahren um 50 Millionen Tonnen im Jahr. Eine Zahl, auf die wir nicht gerade stolz sein können. Im europäischen Vergleich geht Deutschland definitiv nicht als gutes Beispiel voran. Bezogen auf den Verpackungsmüll sind wir sogar traurige Spitzenreiter: durchschnittlich wirft jede*r Deutsche 220,5 Kg pro Kopf im Jahr weg (UBA).
Aber nicht nur Verpackungen, sondern auch Produkte die noch funktionsfähig sind, werden frühzeitig weggeschmissen, ersetzt und somit verschwendet. Mit steigendem Konsum und verschiedenen Formen von geplanter Obsoleszenz werden Lebenszyklen von Produkten weiter verkürzt. So haben beispielsweise Notebooks nur eine durchschnittliche Nutzungsdauer von weniger als drei Jahren. Sie werden häufig ersetzt obwohl sie noch voll funktionstüchtig sind – einzig und allein weil neue Produkte mit weiteren Funktionen auf den Markt kommen.

Die Auswirkungen der Wegwerfgesellschaft - es besteht Handlungsbedarf


Der übermäßige Ressourcenverbrauch und das damit verbundene Müllaufkommen hat enorme Auswirkungen auf die Umwelt. Planetare Grenzen werden überschritten und ökologische Gleichgewichte aus dem Takt gebracht. 
An diesem Punkt wirken Recycling und Upcycling den Auswirkungen der Wegwerfgesellschaft entgegen. Die Idee der Kreislaufwirtschaft wird von Wirtschaft und Politik erfreulicherweise zunehmend ernster genommen.

Große, private Recycling Unternehmen werden oft kritisiert, da sie den Müll vor allem down- und nicht upcyceln. Somit schließt sich der Wertstoffkreislauf nicht. Da die Verbrennung vieler Stoffe außerdem immer noch günstiger ist als die Weiterverarbeitung, halten sich private Unternehmen meist an die Untergrenzen der gesetzlich vorgegebenen Recyclingquoten. 

Demgegenüber entwickeln einige unserer GoodCompanies Innovationen für alternative Produktzyklen. Im Fokus stehen dabei die drei “R’s” des “United Nations Environment Programme” (UNEP): “Reduce”, “Re-use” und “Recycling”, um durch eine längere Lebensdauer von Produkten weniger Materialverschwendung und somit weniger Abfall zu erzeugen.
Damit Ressourcen in der Produktion gespart werden, das Müllaufkommen insgesamt reduziert wird und die Wertschätzung für Wiederverwertung steigt, brauchen diese 9 GoodCompanies eure Unterstützung. Sie wollen die Idee der Kreislaufwirtschaft voranbringen und gestalten das Umdenken auf ihre ganz eigene Art.

Teqcycle Solutions GmbH

Für den Bau von Elektronik- und Elektrogeräten werden neben Plastik, Chemikalien, Glas und anderen Substanzen auch seltene Metalle benötigt. Beispielsweise Lanthan, Praseodym oder Neodym. Trotz ihres seltenen Auftretens und hoher sozioökonomischer Kosten für ihre Gewinnung sind die Recyclingraten dieser Metalle sehr niedrig, unter anderem weil ihr Verbund schwer auflösbar ist. Teqcycle will das verändern! Als führender Player im Bereich der Rücknahme von gebrauchten Handys kooperieren sie mit den großen, international renommierten Unternehmen der Telekommunikationsbranche und bietet diesen die Möglichkeit, Altgeräte (Handys, Tablets, etc.) ihrer Kunden zurückzuführen. Das  nachhaltige Technologie-Unternehmen kümmert sich hierbei um den gesamten Prozess vom Ankauf der Geräte online bis hin zum Refurbishment und der Vermarktung. Ein junges, innovatives Team, welches die „Circular Economy“ in ihrer DNA verankert hat.

ROOM IN A BOX GmbH & Co. KG

Anstelle von Nachhaltigkeit steht beim Möbelkauf in der Regel die Optik im Vordergrund. Aber sollten wir uns nicht auch hier Gedanken um faire Arbeitsbedingungen und eine umweltverträgliche Produktion machen? 
Fasziniert vom Rohstoff Wellpappe sind ROOM IN A BOX 2013 mit dem Ziel gestartet, eine umweltfreundliche Alternative in der Möbelbranche zu etablieren. Die Kombination aus minimalistischen Designs und Nachhaltigkeit machen sie zu einem Unikat auf dem Möbelmarkt. Die innovativen Möbel sind aus recycelter Wellpappe und somit zu 100% in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Gefertigt in Deutschland, CO2-neutral und frei von tierischen Inhaltsstoffen bietet ROOM IN A BOX eine klimaschonende Option beim Möbelkauf. Gesucht werden weitere Unternehmer*innen, Autodidakten und Autodidakt*innen, Querdenker*innen und Träumer*innen, die den Wandel der Möbelindustrie vorantreiben wollen.

Forum Futura UG – Der Heldenmarkt

Fern von Mainstream und konventionellen Überangebot präsentiert das Forum Futura auf dem Heldenmarkt nachhaltige Alternativen aus nahezu allen Lebensbereichen: Ob Lebensmittel, Mode, Kosmetik, Wohnen, Mobilität oder sogar Geldanlagen. Die führende Verbrauchermesse findet in Städten deutschlandweit statt und das mit einem wiederverwendbares Messebausystem aus Bauzäunen und recycelten Lkw-Planen. Alte Flyer finden als Ausstellerausweise ein neues Leben und alte Poster werden als Flipchartpapier und für Workshops genutzt. Das junge, werteorientierte Team möchte die nachhaltige Szene in Deutschland vorantreiben. Reisen, gemeinsame Mittagessen und vielfältige Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten machen Forum Futura zu einem Arbeitgeber der Future!

Kaffeeform

Das Plastikproblem zeigt weltweit gravierende Folgen. Es müssen Alternativen geschaffen werden, die genauso gut funktionieren wie Plastik. Einfacher gesagt als getan!
Kaffeeform hat Einwegplastik den Kampf angesagt – und das mit recyceltem Kaffeesatz. Das Berliner Start-up kombiniert gebrauchten Kaffeesatz mit nachwachsenden Rohstoffen und kreiert neuen Wert in Form von Take-Away-Cups und Kaffeetassen in schönen Designs. Somit schließt sich auch der Kaffeekreislauf komplett. Das preisgekrönte Team will mit den innovativen Produkten unsere Gesellschaft zum Umdenken motivieren.

FOND OF GmbH

Das Kölner Unternehmen FOND OF stellt Rucksäcke aus PET Flaschen her. Die unternehmerische Verantwortung wird hier groß geschrieben - die gesamte Lieferkette der 7 Marken ist nachhaltig und transparent gestaltet. Die Kombination aus bester Qualität, besonderen Funktionen, einzigartigen Designs und verantwortungsvoller Herstellung führte das Unternehmen schnell zum Erfolg. Ein lockeres Miteinander auf Augenhöhe lässt innovativen Ideen freien Raum. “Das Unmögliche im Team möglich machen” – das Motto von FOND OF basiert auf Wertschätzung und Verantwortung jedes Einzelnen.

AfB gemeinnützige GmbH

Ein soziales und nachhaltiges IT-Unternehmen – geht das? Das Konzept von AfB löst soziale und ökologische Probleme nachhaltig. AfB steht für „Arbeit für Menschen mit Behinderung“ und hat sich darauf spezialisiert, ausgemusterte IT-Geräte von Unternehmen, Versicherungen, Banken und öffentlichen Einrichtungen zu übernehmen. Dabei werden so viele Geräte wie möglich wieder aufbereitet und vermarktet. Alle Arbeitsschritte sind barrierefrei gestaltet und je nach Leistungsstärke werden die Tätigkeiten gemeinsam mit Kolleg*innen ohne Behinderung verrichtet. Das gemeinnützige Modell macht das Unternehmen einzigartig: AfB wurde 2012 mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis und 2014 mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. Mit inzwischen 18 Niederlassungen hat das 2004 gegründete Unternehmen einen großen Einfluss auf die internationale IT-Branche und gestaltet den Markt auf nachhaltige Weise!

Bracenet GmbH

Das 2018 erst gegründete Unternehmen aus Hamburg schützt durch sein Produkt das marine Leben. Die Meere sind voller Plastikmüll und verlorener Fischernetze, was eine enorme Bedrohung für die Meeresbewohner darstellt. Aus den Geisternetzen stellt Bracenet schöne Armbänder her, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Mit starken Meeresschutzorganisationen an ihrer Seite sollen die Ozeane immer weiter von Geisternetzen befreit werden. Ein Großteil der Geisternetze kann in Nylongarn umgewandelt werden – so soll eine Kreislaufwirtschaft errichtet werden. Bei Bracenet herrscht eine Hands-On-Attitude, das bunte Team wächst in ihre vielseitigen Aufgaben hinein. Das rasant wachsende Start-Up hat große Pläne und wurde 2019 bereits durch den Green Product Award ausgezeichnet!

Bridge&Tunnel

Bridge&Tunnel (B&T) steht für Design, das die Gesellschaft verändert. Sowohl nachhaltig als auch sozial ist das 2016 gegründete Social Start-up aus Hamburg. Mit dem handwerklichen Geschick von gesellschaftlich benachteiligten Menschen sowie Geflüchteten und dem Recycling von alten Jeans werden bei B&T ausgefallene Fashion Pieces, exklusive Taschen sowie hochwertige Interior Design Produkte hergestellt. Verdienterweise wurde die einzigartige Idee schon mit einigen Preisen wie z.B. dem Green Product Award 2017 und dem German Design Award Winner 2018 ausgezeichnet. Das bunte Team teilt vor allem eins – die raketenmäßige Begeisterung dafür, mit kleinen Schritten die Welt ein bisschen zu verbessern.
 
Na gut - und was könnt ihr jetzt tun? Auf gehts! Organisiert Kleidertauschparties, besucht Reparatur Cafés, achtet auf euren Müllkonsum und holt euch Inspiration für kreative Upcycling Ideen im Internet. Und natürlich: bewerbt euch bei den GoodCompanies hier, um auch in größerem Rahmen die Kreislaufwirtschaft weiter zu entwickeln!