Zum Handwerk “Selbstmarketing” gehört mehr als ein online einsehbarer Lebenslauf auf einer oder mehreren Karriere-Plattformen. Es beginnt mit der Frage, wie und wo wir unsere Geschichte erzählen. Dabei gilt es – auch wenn das für den einen oder die andere absurd klingen mag – sich selbst als eigene Marke zu verstehen. Im Folgenden erfährst du, wie du dich digital authentisch und von deiner besten Seite zeigst und den digitalen Raum als deine Bühne nutzt.

Selbstmarketing im Digitalen

Ob nun Student, Young Professional oder erfahrene*r Mitarbeiter*in – deine Kompetenzen und Fähigkeiten kannst du gezielt und professionell auf Online-Plattformen sichtbar machen. Die Entkopplung von Raum und Zeit sorgt dafür, dass du am Anfang mit deinem Profil nicht gleich aktiv auf Netzwerkpartner*innen zugehen musst. So haben auch schüchterne Zeitgenossen eine Chance zu glänzen und gefunden zu werden.


Durch Stück für Stück besser werdende Profile kannst du dann auf den verschiedenen Plattformen auf vielfältige Weise deine Karriereentwicklung unterstützen sowie Fähigkeiten und Kompetenzen sichtbar machen – für Kolleg*innen, Kund*innen, Lieferant*innen oder auch den neuen Arbeitgeber, wenn es mit dem alten nicht mehr so recht klappen will. Denn den klassischen Weg der Mitarbeitergewinnung allein gehen heutzutage kaum noch Unternehmen.


Dabei ist noch kein*e Meister*in vom Himmel gefallen: Erstellung und Pflege von Profilen ist eher ein Prozess als ein Projekt. Und Achtung: man muss online nicht alles in ein Profil aufnehmen, was auch im Lebenslauf steht. Deine Bühne – deine Regeln!

XING, LinkedIn und…? – Den richtigen Kanal finden

Je nachdem was du bereits auf dem Kerbholz hast, in welcher Liga du spielst und was deine Ziele im (Berufs-)Leben sind, hast du in Deutschland im Wesentlichen die Wahl zwischen den zwei großen Business-Plattformen XING und LinkedIn. Dabei musst du dich nicht ausschließlich für eine entscheiden – solltest aber einen Fokus setzen ohne die nachrangige Plattform zu sehr zu vernachlässigen.

Mit XING bist du gut unterwegs, wenn du in einem traditionellen Umfeld tätig bist und das in Zukunft auch so bleiben soll. Hier findest du Kontakte aus Deutschland und Österreich; vom Studierenden bis zum mittleren Management. Gerade für Einsteiger*innen in das digitale Selbstmarketing wird man hier nicht gleich überfordert und kann sich in Ruhe umschauen. In einigen Gruppen finden sich Menschen rund um Spezialthemen oder aus der Region. Unternehmen setzen XING stark zur Fachkräftegewinnung ein.

Mit LinkedIn machst du den Schritt in die Welt. Diese Plattform ist moderner und mehr auf Austausch ausgelegt als das HR-Netzwerk XING aus Hamburg. Der Eindruck, LinkedIn wäre das Facebook fürs Business, täuscht nicht: hier gibt es reichlich Interaktion, das Profil ist umfangreicher und man kommuniziert weltweit in vielen Sprachen. Neben Englisch wird auch viel Deutsch gesprochen, weil mehr und mehr international orientierte Mitarbeiter*innen und Führungskräfte aus unseren Landen die Plattform für sich entdeckt haben.

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Plattformen für Spezialist*innen oder besondere Anlässe im World Wide Web, die man besetzen kann, um rund um die Fachlichkeit sichtbar(er) zu werden. Ein Blick in den unten verlinkten Artikel zu alternativen Plattformen neben XING und LinkedIn lohnt bestimmt.

Das Online-Profil ist die Basis, Interaktion ist Trumpf

Jede*r fängt mal klein – und mit einem leeren Profil – an. Baut man dies nun Stück für Stück aus, gehen erste Impulse ins Netzwerk, man wird durch treffende Keywords besser gefunden und positiver wahrgenommen. Bestehende, neu gewonnene und potenzielle Kontakte werden aufmerksam; dafür sorgen die Algorithmen der Plattformen, wenn man sie lässt.

Aufbauend auf dem Online-Profil als Fundament liegt es nun an dir, auch in Interaktion zu gehen: liken, kommentieren und teilen ist Trumpf! Dadurch zeigst du aktiv Interesse an Themen und anderen Mitgliedern des Netzwerkes. Du kommst in den Dialog und beweist deine Fachkenntnisse durch gute Antworten oder clevere Fragen.

Auch da ist noch kein*e Meister*in vom Himmel gefallen. Vor der Kür kommt die Übung und so lohnt es erst einmal zuzuhören um im Anschluss mit Likes und ersten Kommentaren langsam in den Austausch mit anderen einzusteigen. Das höchste der Gefühle – eigene Posts und Artikel – kommen dann von ganz allein, wenn du deinem Netzwerk auch etwas zurückgeben willst. Das können eigene Inhalte und Aussagen sein, aber auch interessante Artikel von anderer Stelle. Sharing is caring.

Nachhaltig netzwerken und kommunizieren ohne Tschakka

Fall nicht gleich mit der Tür ins Haus. Lass es ruhig angehen! Wie im “echten” Leben sollte man auch im Digitalen beim professionellen Netzwerken und Befüllen der Profile etwas Understatement an den Tag legen.

Man muss sich nicht mit jeder*m vernetzen: Verbinde eine Anfrage am besten immer mit einem “Wofür” und gib deinem Gegenüber damit einen guten Grund mit dir in Austausch zu treten. Unspezifische Kontaktanfragen kannst du ablehnen oder auch einfach – wie ein Fußballspieler den Ball – abtropfen lassen und später oder gar nicht beantworten. Generell ist Resilienz eine wertvolle Fähigkeit im digitalen Raum, um mit Anfragen, Angeboten und Informationen angemessen, entspannt und stressfrei umzugehen.

Im ersten Moment scheint es verlockend, für den ersten Platz in den Suchergebnissen, ein Keyword noch vier mal im Profil einzubauen oder die Telefonnummer (RUF MICH AN!) an Stellen einzubauen, die nicht dafür gedacht sind. Doch solltest du dich bei der Füllung deines Profils stets an die Felder und deren Bedeutung halten. Zu schnell wirst du sonst als Marktschreier*in wahrgenommen und verlierst an Reputation.

Was soll nur mein Chef denken?

Dein Leben, deine Kompetenzen, deine Fähigkeiten, dein Online-Profil. Davon kann auch dein Arbeitgeber profitieren, wenn er dich unterstützt und dich damit für ihn glänzen lässt. Einige Unternehmen fördern ihre Mitarbeiter*innen bereits aktiv durch eine Social Media Guideline und Workshops dabei, in den Business-Portalen auch das Unternehmen professionell zu repräsentieren. Dass Mitarbeiter*innen sich auch mit schlechten Profilen wegbewerben, ist inzwischen bei den meisten Chef*innen angekommen.

Wer im beruflichen Alltag in HR und Vertrieb – oder gar als Führungskraft – mit Kunden und Lieferanten zu tun hat, kommt um ein Profil bei LinkedIn oder XING nicht mehr herum. Da werden die Premium-Varianten oder Spezial-Tools auch gern vom Unternehmen bezahlt.

Wofür so viel Aufwand – lassen wir es besser sein?

In Zeiten der Digitalisierung solltest du auf digitalen Plattformen  präsent sein und dich von deiner besten Seite zeigen. Das geht schon mit wenig Aufwand pro Tag oder Woche. Und auch, wenn das Invest in Profil und Interaktion in den seltensten Fällen sofort Ergebnisse bringt, so passieren – langfristig gesehen –  immer wieder wundervolle Dinge durch Vernetzung und Sichtbarkeit bei LinkedIn, XING und Co.

 

Zum Weiterlesen

"Alternative Business-Netzwerke und Plattformen abseits von Xing und LinkedIn"

"Wer darf was bei Xing, LinkedIn und Co.?"

 

Holger Ahrens von Die Profiloptimierer berät in Deutschland, Österreich und Schweiz Personen und Unternehmen rund um Employee Branding und Digitales Selbstmarketing auf LinkedIn, XING und Co. Dabei steht im Vordergrund, den Menschen mit seinen Kompetenzen und Fähigkeiten im Digitalen Raum professionell sichtbar zu machen.