Studien zeigen: Wenn wir unsere Wirtschaft umwandeln wollen, braucht es mehr als die Digitalisierung. Die ganze Diskussion rund um Bits and Bytes trifft nur einen Teil der notwendigen Transformation. Worin besteht sie dann, und welche Fähigkeiten und Talente benötigen Führungskräfte heute, damit sie Teams und Unternehmen in die Zukunft führen können?
Bei der Recherche zeigt sich schnell: es gibt eine unüberschaubare Anzahl von Büchern, Videos, Filmen und Statements zu diesem Thema. Meiner Meinung nach gibt es viele Gründe, warum Sinnsucher*innen die Leader von morgen sind. Hier stelle ich jedem Grund oder jeder Ursache ein Führungstalent gegenüber. 

Grund 1 | Die Automatisierung braucht ein Gegengewicht    Talent 1 | Die Leader von morgen sind emotional intelligent

Was heißt eigentlich emotional intelligent? EQ (Emotionale Intelligenz), wie Daniel Goleman 1995 in seinem Bestseller auf etwa 400 Seiten darlegt, ist die emotionale Selbstkenntnis, mit deren Hilfe gute Beziehungen überhaupt erst möglich werden. Das heißt Leader sind zukünftig diejenigen, die nicht durch Fachwissen glänzen, sondern Menschen gewinnen und motivieren können. Voraussetzung hierfür ist zu wissen, welche Werte mich leiten, welche Visionen ich anstrebe. Hierzu möchte ich noch eine kleine Prise Selbstfürsorge (= self-compassion) geben. Kann ich so rücksichtvoll und fürsorglich mit mir selbst sein, wie ich es für eine Freundin, einen Freund, bin? Kristin Neff, Mutter eines autistischen Sohnes und Psychologie-Professorin, hat ein wissenschaftlich untermauertes Konzept entworfen, wie wir unsere Energien regelmäßig aufladen können. Wir halten fest: ein emotionaler Führungsstil wird häufig von intuitiven und besonnenen Menschen getragen. Selbstwahrnehmung und Gefühl sorgen für deine innere Stabilität.

Grund 2 | Meinungsmacher gibt es genug
Talent 2 | Die Leader von morgen nehmen positiv Einfluss

Im Englischen gibt es dafür einen Ausdruck, der im Deutschen manchmal falsch interpretiert wird. Ein ‚positive influencer‘ ist eben kein Meinungsmacher und Manipulierer. Sondern ein Leader, die oder der seinem Team den Sinn der Arbeit verdeutlicht, zur Veränderung einlädt und alle auf ein gemeinsames, übergeordnetes Ziel ausrichtet.
Dieses Talent besteht aus zwei Teilen, positiv und Einflussnehmer. Hier geht es für Deutsche ja schon los: wir betonen meist alles, was schiefläuft, jammern stundenlang über nicht funktionierende Technik und utopische Deadlines, aber wenn wir uns fragen: was läuft denn gut? Dann ist erstmal Sendepause. Wie gewinne ich also eine positive Grundhaltung? Indem ich beobachte, erfrage, mich hineinfühle, rückkoppele, eine klare Vorstellung entwickele, was hier in meinem Team gerade gebraucht und als positiv empfunden wird. Das Aufstellen einer Tischtennisplatte ist es nicht allein. Wahrscheinlich kommt „flexibles Arbeiten“, mehr Freiheit und Selbstbestimmung besser an. Lässt du dich darauf ein, entsteht ein ganz neues „cultural design“ und damit eine einzigartige, nur bei euch genau so vorhandene Unternehmenskultur. 

Grund 3 | Informationsüberflutung setzt unsere Sinne aus
Talent 3 | Leader von morgen glauben an „weniger ist mehr“

Minimalismus bedeutet nicht nur „bewusster Konsum“ oder reduziertes Design, Minimalismus ist das Mittel gegen Überforderung und Informations-Overload. Mit minimalistischer Führung geht der Blick auf das Wesentliche einher. Wie kann ich im Dickicht der sich täglich auf meinen Laptop ergießenden Infos das Wesentliche herauspicken? Das Wesentliche ergibt sich aus den Werten deines Unternehmens. Und deinen natürlich. Wenn in der Company minimalistisch gearbeitet wird, dann erstrahlt nach außen ein glasklares Bild. Kunden und Kundinnen erkennen sofort, worauf es ankommt. Das eigentliche Produkt ist dabei nicht die Ware oder Dienstleistung, sondern das Gefühl von Einfachheit und Leichtigkeit, die es vermittelt. Weniger ist also mehr. Auch für dich. Du kannst dich fokussieren, konzentrierst dich und verlierst nicht den Zusammenhang. 

Aus guter Arbeit bessere Arbeit machen 

„Dichte, echte Präsenz schaffen“ nennt das Tim Leberecht, der als Business Romantiker für einen neuen Humanismus in der Wirtschaft steht. Dicht und echt heißt authentisch, dicht und echt heißt aber auch „ich gehe mit meinem Team“ oder „ich gehe mit meinen Gefühlen und meiner Intuition“. Trau deinem Erfahrungsschatz, den du dir mühsam erarbeitet hast. Vertrau darauf, dass Sinnsucher*innen Qualität in die Führung bringen und die Leader von morgen sind. Ich tu’s. 

 

Rike BucherRike Bucher entfaltet als Coach das volle Potential von New Leadern. Ihre Themen sind: Intuition, Authentische Führung, Emotionale Kompetenz, Umgang mit Stress, New Work. Ihr Coaching verbindet Kopf mit Bauch, ihre Workation verbindet Sizilien mit Berlin.