Karriere

Mein GoodJob als psychologische Fachkraft für die Traumahilfe bei ArrivalAid

Erfolgreiche Bewerber*innen erzählen vom Weg zu ihrem GoodJob und was ihn ausmacht. Diesmal mit Tobias Toepfer, der bei ArrivalAid Geflüchteten psychischen Support bietet.

Julia Dillan

30.03.2022

Portrait von Tobias Toepfer von Arrival Aid – Mein GoodJob als

Tobias Toepfer

Tobias, stell dich und deinen Job bitte kurz einmal vor.

Dafür muss ich etwas ausholen. Ich arbeite bei ArrivalAid, einer gemeinnützigen Organisation, die Geflüchteten auf vielen verschiedenen Ebenen hilft mit den unterschiedlichsten Herausforderungen in Deutschland zurecht zu kommen. Mit unterschiedlichen Programmen versuchen wir, dem Bedarf an Unterstützung breit aufgestellt zu begegnen. Das Programm, bei dem ich arbeite, die Traumahilfe, wendet sich an traumatisierte Geflüchtete und gibt Hilfestellung zur Selbsthilfe. Um möglichst viele Menschen mit unserem Angebot zu erreichen, schulen und vermitteln wir Helfer*innen, um den Betroffenen möglichst maßgeschneiderte Hilfe anbieten zu können. Und hier mittendrin liegen meine Aufgabenbereiche: neben dem Blick auf die Schulungsinhalte arbeite ich viel mit den Betroffenen selbst und betreue unsere Ehrenamtlichen rund um die Einsätze. Weil das Thema auch für die Helfer*innen sehr belastend sein kann, ist es uns wichtig, die optimale Betreuung auf vielen unterschiedlichen Levels sicherzustellen. 

Welche Ausbildung hast du durchlaufen? Was reizt dich an der Psychologie?

Ich habe meinen Master in Klinischer und Gesundheitspsychologie abgeschlossen. Was mich an der Psychologie interessiert, ändert sich laufend und gerade das macht es so spannend. Die menschliche Psyche ist faszinierend: Plastisch, stur, emotional und rational, höchst individuell und doch mit wiederkehrenden Mustern.  Dem kann ich mich einfach nicht entziehen. 

Was hat dich an deinem neuen Arbeitgeber überzeugt? 

Der sehr offene und herzliche Umgang. Ich bin hier in einem jungen, aber erfahrenen Team gelandet, das immer ein offenes Ohr hat und in dem sich alle gegenseitig helfen. ArrivalAid ist mit den unterschiedlichen Programmen sehr vielseitig aufgestellt, auch in den Routinen und Vorgängen. Die unterschiedlichen Programme haben selbstverständlich auch ganz distinkte Facetten, die sich stark voneinander unterscheiden. Das ist gleichzeitig sehr bereichernd, weil wir viel voneinander lernen.

Wie sieht dein Joballtag aus? 

Einen richtigen Alltag gibt es streng genommen nicht. Meine Aufgaben sind sehr unterschiedlich, beziehen organisationsinterne Vorgänge genauso mit ein wie den Fokus auf die Traumahilfe. Bezogen auf die Traumahilfe gilt es oft, flexibel zu reagieren und eng zu unterstützen. Wenn sich jemand hilfesuchend an uns wendet, hat das natürlich höchste Priorität. Zusätzlich sind wir stetig daran, unser Programm auf dem neuesten Stand zu halten, bringen Anstöße von Ehrenamtlichen ins Programm ein, knüpfen neue Kontakte und binden mehr Leute in unser Angebot ein. 

Was magst du besonders an deinem Job? 

Vor allem, dass ich merke, dass ich etwas Gutes tue. Mir kommt sehr viel Dankbarkeit entgegen und ich merke oft, wie meine Arbeit anderen Menschen wirklich hilft.  

Was ist die größte Veränderung für dich persönlich seitdem du in diesem Job bist?

Das letzte Semester auf der Uni und die Arbeitssuche danach war ich viel auf mich allein gestellt, was vor allem dem Lockdown und der Gesamtsituation geschuldet war. Wie sehr ich das Zusammenarbeiten genieße, ist mir erst wieder bewusst geworden, als ich mit den motivierten Leuten bei ArrivalAid zusammengekommen bin. Das war ich gar nicht mehr so richtig gewohnt und war eine sehr schöne Veränderung zu der langen Zeit davor. 

Wie schaffst du dir einen Ausgleich, auch mental?

Ich brauche und genieße die Zeit draußen in der Natur, am liebsten in Gruppen, zu viert oder zu fünft. Jetzt im Winter ist das mit Skitouren oder Laufen gehen viel Sport, im Sommer geht’s dann wieder mehr aufs Fahrrad, zum Wandern oder einfach ausgiebig an und in den See.  

Was sind deine Top-Tipps, um auf die eigene mentale Gesundheit im Joballtag zu achten?

Belastungen, die die mentale Gesundheit ins Wanken bringen, schauen ja immer anders aus und hängen sowohl von Situation als auch von dir selbst ab. Dementsprechend lässt sich kaum eine allgemeingültige Faustformel formulieren. Mir selbst hilft in meiner Situation in eine Art Rolle zu schlüpfen. In der Arbeit, gerade in den aufreibenden Momenten, werde ich als Experte gebraucht, da bin ich nicht als Privatperson gefragt. Entsprechend schlüpfe ich in diese Rolle und lass „den Experten“ seine Arbeit machen. Dass ich in entspannten Momenten auch im Job wieder aus dieser Expertenrolle rausschlüpfen kann, ist selbstverständlich. Was mir dieser Rollenwechsel bringt, ist dass die Themen der Arbeit nicht so in mein persönliches Leben strahlen. So kann ich in meiner Freizeit besser abschalten. 

Was sind deine besten Tipps für die Jobsuche? 

Die Jobsuche kann ein ganz schön zermürbender Prozess sein. Direkt nach dem Studium ist die Suche besonders schwer, weil dir auf einmal wieder alles offen steht, was Fluch und Segen sein kann. Lass dich davon nicht unterkriegen. Nehm dir auch mal ne Auszeit und sei fair zu dir selbst. Gerade wenn die Bewerbungsphase länger geht, brauchst du nach ein paar Absagen auch mal ein paar Tage Abstand, das ist normal. Du packst das. 

Danke für das Gespräch Tobias!

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