„Über Geld spricht man nicht.“ Vielleicht hast Du diesen Satz schon das ein oder andere Mal gehört. Von Deinen Eltern, Freund*innen oder sogar Arbeitskolleg*innen. Selbst im nahen Umfeld wird das Thema doch oft gemieden. Liegt es an der eigenen Zufriedenheit mit der Entlohnung? Oder scheuen wir den Vergleich, weil wir Angst vor dem Ergebnis haben? Oder ist es einfach schwierig bei diesem Thema Veränderungen herbeizuführen? Geld ist als Thema scheinbar nicht „salonfähig“. Oder doch?

Geldwert ist gleich...

Gerade, wenn es um das Thema Lohn und Gehalt geht oder den eigenen Stundensatz als Freelancer*in kann es hilfreich sein, sich auszutauschen. Denn was passiert, wenn wir nicht übers Geld sprechen? Dann kann es sein, dass wir in Jobs landen, bei Firmen, die keine besonders offene Unternehmenskultur leben und plötzlich erfahren wir, dass die neue Kollegin 20 % mehr Gehalt ausgehandelt hat. Erst kürzlich haben wir in kleiner Runde erlebt, wie eine Bekannte berichtete, dass alle anderen ihrer Kolleginnen sage und schreibe 10.000 EUR mehr als sie pro Jahr verdienen, obwohl sie die gleiche Arbeit verrichtet.

"Zeit ist Geld", so sagt man.

Wir investieren einen großen Teil unserer Zeit in unseren Job. Und vielleicht ist es sogar der größte Teil unserer Zeit, die uns das Leben geschenkt hat. Doch sind wir völlig klar darüber, dass das, was wir täglich mit unserer begrenzten Zeit tun, zum einen Sinn hat und zum anderen wirklich „nur“ dem Wert entspricht, den wir von unserem Arbeitgeber vergütet bekommen? Wir sind fest davon überzeugt, dass der Geldwert auch immer ein Ausdruck des Selbstwerts ist. Das veranschaulicht diese wahre Geschichte:

Die goldene Büroklammer

Die Geschichte der goldenen Büroklammer ist die einer jungen Frau Mitte 20, die als Junior-Beraterin in einer PR-Agentur arbeitet. Bei einer Online-Recherche für eine Presse-Geschichte stößt sie auf den Online-Shop einer weltbekannten Schmuckmarke, die schon Audrey Hepburn begeisterte. Dabei macht sie eine Entdeckung, die ihr Leben für immer verändern sollte: die goldene Büro-Klammer!

Bürobedarf mit Folgen

Ein Blick auf das “Preisschild” ließ sie erstarren: 1.500 US-Dollar für eine einzelne Büroklammer. Für die junge Frau war seit diesem Moment die Welt eine andere. Denn sie erkannte, dass sie weniger verdiente, als eine einzelne goldene Büroklammer kostet. Und genau diese eine Erkenntnis hat dafür gesorgt, dass sich der Bezug zu Geld für sie für immer verändern sollte. Sie dachte „Wenn eine einzelne Büroklammer, deren Job es ist, einzelne Blätter zusammenzuhalten und dabei hübsch auszusehen, diesen Wert hat, wie kann es dann sein, dass eine junge Frau, die 40 Stunden die Woche einen Mehrwert für ein Unternehmen leistet, weniger wert sein soll?“.

Die Epiphanie, die dahintersteckt

Vielleicht brauchen wir alle ab und an diese Aha-Momente im Leben. Diesen Blitzschlag im Kopf, diese Bratpfanne vor dem Gesicht, diesen imaginären Bus, der auf einen zurast und in dem Moment bewusstwird: so geht es nicht weiter. Auch ‚Epiphanie‘ genannt oder Geistesblitz. Was passiert nun mit solch einer Erkenntnis?

Das Leben dreht sich, alles was wir vorher dachten zu wissen wird unwichtig. Und genau darin liegt auch die Chance.

22 Prozent wollen mehr Geld.

Laut einer Umfrage des Personaldienstleisters Manpower Group Deutschland in 2018 unter 1010 Bundesbürger*innen, wollten 22% einen besser bezahlten Job und würden gerne ihre Stelle des Geldes wegen wechseln.

Wenn uns bewusst wird, dass wir unsere Zeit investieren und dafür als Gegenwert Geld bekommen, dann ist umso wichtiger, dass wir auch das verdienen, was wir wirklich wert sind.

Mit den folgenden 15 Check-Punkten, die wir für dich zusammengestellt haben, kannst du messen, ob du genug Geld für deine Leistung nimmst.

Die größte Herausforderung für die meisten Angestellten und Selbständigen ist, einen angemessenen Preis für ihre Leistungen zu setzen und auch zu fordern.

Mit dieser Checkliste findest du heraus, wie stark du dabei bereits unterwegs bist.

Hake die zutreffenden Aussagen ab. Die anderen lässt du offen.

1. Ich fühle mich wohl bei Gehaltsverhandlungen.

2. Ich schaue gerne auf mein Konto.

3. Ich frage selbstbewusst nach Feedback für meine Leistung.

4. Ich bin mit meinen Verhandlungsergebnissen meistens zufrieden.

5. Ich weiß genau, was ich wert bin.

6. Ich fühle mich von meinen Vorgesetzten und Kund*innen wertgeschätzt.

7. Ich verlange das Gehalt/ den Preis, den meine Leistung wert ist.

8. Ich werde für meine Leistungen weiterempfohlen.

9. Ich verdiene mehr Gehalt als meine Kolleg*innen.

10. Ich weiß, dass mein Stundensatz branchenüblich am oberen Ende ist.

11. Meine Freund*innen beneiden mich um mein Gehalt / meinen Stundensatz.

12. Meine Vorgesetzten wissen, dass andere günstiger sind, schätzen aber die Qualität meiner Leistung.

13. Meine Work-Life-Balance ist ausgeglichen.

14. Ich gönne mir regelmäßig schöne Dinge, für die ich dankbar bin.

15. Ich habe ein gutes Gefühl dabei in mich zu investieren.

Feiere jeden einzelnen Haken, den du gesetzt hast! Denn er bedeutet, dass du dir und deiner Arbeit einen Wert beimisst. Doch ist dieser schon angemessen? Wenn nein, was hindert dich?

Wenn du mehr als 3 Haken ausgelassen hast, ist das schade. Denn du vergibst dein Potential. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass mit wenigen Handgriffen und etwas Übung wirklich jede*r das verdienen kann, was er*sie für sich möchte.

Das funktioniert so aber nicht...?

Wahrscheinlich denkst du jetzt: “In meinem Business...Unternehmen...Branche...ist das aber wirklich nicht möglich. Bei der Arbeit, die ich leiste, verdient wirklich niemand mehr Geld. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich kann. Ich weiß nicht, ob ich so gut bin, mehr zu verlangen. Was ist, wenn mein Arbeitgeber mich dann kündigt?”

Im Grunde geht es doch um die Sätze, die wir glauben.

Wenn du tatsächlich daran glaubst, dass in deiner Branche wirklich niemand mehr Geld verdient, dann ist das deine Wahrheit. Ist das jedoch auch die Wahrheit für dein Gegenüber? Bist du dir wirklich sicher, dass das was du da glaubst auch wirklich auf jede*n zutrifft? Ein erster Schritt kann sein, die eigenen Geldgedanken kennenzulernen und zu hinterfragen. Wo kommen diese eigentlich her? Sind das wirklich meine Ansichten, oder habe ich diese von meinem Umfeld, der Familie etc. einfach übernommen?

Wir denken bis zu 80.000 Gedanken pro Tag. Laut einer Studie des American Science Institutes zufolge sind davon rund 80% genau dieselben Gedanken, die wir auch am Vortag dachten und nur 1% von diesen Gedanken sind uns tatsächlich bewusst. Es ist also eine Illusion unserer Wahrnehmung, dass wir glauben, unser Wissen oder Gefühl Geld gegenüber sei uns bewusst. Täglich greifen wir auf die innere Festplatte unserer Muster zurück.

Das ist Money-Mindset.

Genau diese Muster lassen uns denken, dass es die Wahrheit ist, dass wirklich niemand in deiner Branche mehr Geld verdient. Die Summe aller Gedanken, die wir über Geld haben – egal woher sie kommen – bezeichnen wir als Money-Mindset. Das ist das Programm, was wir im Kopf haben, aus dem wir uns regelmäßig mehr oder weniger bewusst bedienen und (Geld-)Entscheidungen herbeiführen. Und genau dieses Programm lässt sich umprogrammieren.

 

Katrin Felicitas Czorny und Martin Steinbach sind Gastgeber*innen des Podcasts “Cash oder Karma!?”. Sie teilen dort ihre persönliche Geschichte auf der Sinnsuche, die alles andere als geradlinig war. Heute sind sie Money-Mindset-Experten und Markenarchitekten, die Aussteigewillige und Unternehmer*innen beim Aufbau und Wachstum ihres Business beraten – frei nach dem Motto “innen Mindset, außen Marke”.