In Afghanistan, Georgien und Kuba ist er längst ein offizieller Feiertag, in Deutschland wird er erst dieses Jahr und auch nur in Berlin eingeführt – der internationale Frauentag! Während sich in der deutschen Hauptstadt alle Geschlechter gleichermaßen über einen weiteren freien Tag freuen dürfen, hagelt es vom Erzbischof scharfe Kritik: Schließlich handle es sich hierbei um einen nicht-christlichen Feiertag, der dazu noch für ein modernes Frauenbild steht.

Auch wenn wir davon überzeugt sind, dass mit einem richtigen GoodJob niemand einen arbeitsfreien Tag herbeisehnen muss, ist dieser historisch wichtige Tag durchaus eines Feiertages würdig.  Er steht für das hart erkämpfte Frauenwahlrecht und soll gleichzeitig auf bestehende Ungleichbehandlung aufmerksam machen: Gender Pay Gap, Gewalt gegenüber Frauen, Rollenklischees - Die Liste an Ungerechtigkeiten ist immer noch sehr lang. Die folgenden sieben Organisationen zeigen wie man auf ganz unterschiedliche Weise für die Rechte der Frauen eintreten kann.

Femnet e.V.

Nach dem Motto „Starke Frauen, faire Arbeit“ setzt sich der gemeinnützige Verein Femnet für die Stärkung von Frauen in der Politik ein. Ein besonderes Anliegen des Vereins ist es, die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie zu verbessern, etwa in Indien und Bangladesch. Die Frauenrechtsvereinigung betreibt Bildungs- und Aufklärungsarbeit rund um das Thema und unterstützt die Arbeiterinnen vor Ort mit einem Solidaritätsfond. Wer sich mit einer international vernetzten Organisation für die Rechte von Frauen in der Textilindustrie einzusetzen möchte, ist bei Femnet gut aufgehoben.

Global Digital Women (GDW)

Der digitale Wandel betrifft uns alle! Da die Branche aber immer noch als Männerdomäne gilt, haben es Arbeitnehmerinnen und Unternehmerinnen schwer, sich auf diesem Gebiet zu behaupten. Mit geballter Frauenpower will Global Digital Women genau das ändern. Das internationale Netzwerk bringt digitale Macherinnen zusammen und macht sie sichtbar  - und das nicht nur im Internet. Auch offline treffen sich die #femaledigitalheroes regelmäßig auf den GDW-Events „GlobalAfterwork“ in den großen Städten Deutschlands. Dabei geben Frauen aus unterschiedlichen Unternehmen, wie etwa DHL, Telefonica und Xing, einen Einblick in ihre Karrieren und tauschen sich mit den Teilnehmerinnen über digitale Themen aus.

Terre de Femmes 

Menschenrechte sind Frauenrechte und umgekehrt. Deshalb bezeichnet sich Terre de Femmes auch als gemeinnützige Menschenrechtsorganisation, die sie weltweit für Frauen und Mädchen einfordern. Dabei steuert die Organisation einerseits Kampagnen zur Aufklärung der breiten Öffentlichkeit, betreibt zeitgleich aber auch politische Lobbyarbeit. Dass sie sich dabei auch mal auf kontroverses Gebiet begibt, zeigt die umstrittene Petition „Den Kopf frei haben“, bei der sie sich für ein Verschleierungsverbot von Minderjährigen einsetzt. Ob Befürworter oder nicht – diese und andere Aktionen zeigen, dass Terre de Femmes auch vor unbequemen Themen keinen Halt macht und dort aktiv wird, wo unsere Politik schläft. Wir finden: definitiv eine Organisation für Arbeitnehmer*innen, die sich voller Leidenschaft für Frauenrechte einsetzen wollen!

Footprint

Österreich hat schon seit Längerem mit internationalem Menschenhandel zu kämpfen. Dabei handelt es sich zu 80 % um Frauen, die sexuell Misshandelt werden oder unter ausbeuterischen Bedingungen zur Arbeit gezwungen werden. Besonders im Zuge der Flüchtlingskrise kamen viele Frauen und Mädchen nach Österreich, die Gewalt und Ausbeutung erfahren haben, sich aber aufgrund drohender Abschiebung oder Sprachbarrieren nicht an staatlichen Institutionen wenden wollten oder konnten. Hannah-Isabelle Gasser hat sich mit diesem Thema in ihrer Diplomarbeit auseinandergesetzt und im Anschluss die NGO Footprint gegründet. Footprint bietet betroffenen Frauen und Mädchen kostenlose und anonyme Unterstützung an. Dazu gehört unter anderem eine persönliche Beratung, Sprachkurse und Freizeitangebote sowie Raum für gegenseitigen Austausch. Das Besondere an dieser Frauenorganisation ist, dass das Team selbst gemischtgeschlechtlich aufgebaut ist und keine reine Therapie anbietet, sondern vielmehr Wert auf einen Austausch zwischen Betroffenen und nicht-Betroffenen legt.

Femna Health

Im Zuge des Skandals über Hormone in unseren Lebensmitteln werden auch medizinische Präparate wie die Antibabypille und ihr Auswirkungen zunehmend kritisiert. Gleichzeitig legen immer mehr Frauen Wert auf natürliche Produkte anstelle von Chemie. Für diese Frauen bietet Femna Health eine gesunde Alternative. Mit einem Team aus Gesundheitsexpert*Innen entwickelte das Unternehmen naturheilkundliche Produkte, die speziell auf die Unterstützung des weiblichen Körpers ausgerichtet sind. Von Schwangerschaftstees bis hin zu „cool down“ Ölen für die Wechseljahre wird hier jede Frau fündig. Genauso vielfältig wie die Produkte, ist auch das Team: Apotheker*innen, Heilpraktiker*innen, Hebamm*innen und Ökothropholog*innen sorgen dafür, dass die Produkte genaustens auf  Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen abgestimmt sind. Mit Sicherheit ein spannender Arbeitgeber!

Femtec

Frauen und Technik? Nicht nur im Hinblick auf mehr Gleichberechtigung, sondern auch auf den akuten Fachkräftemangel in Deutschland sollten wir endlich über dieses längst überholte Rollenbild hinwegkommen. Nicht ganz unschuldig an der Aufrechterhaltung dieses Stereotyps sind die Sozialen Medien, die selbst in unserer „modernen“ Gesellschaft noch traditionelle Klischees bedienen – oder wie viele Influencerinnen mit einem IT-Channel kennt ihr? Dass sehr wohl auch Frauen erfolgreiche Ingenieurinnen oder Technikerinnen sind, beweist die in Berlin gegründete Karriereplattform Femtec für Ingenieur- und Naturwissenschaften. Neben karrierefördernden Programmen, unterstützt das Unternehmen mit speziellen Angeboten für Schülerinnen und Studentinnen auch junge Talente.

Deutscher Frauenrat

Wem vor allem politischen Themen wie die Frauenquote oder Gleichstellungsinitiativen am Herzen liegen, ist beim Deutschen Frauenrat an der richtigen Adresse. Als Dachverband der bundesweiten Frauenorganisationen, vertritt er aktuell die Interessen von insgesamt 60 Frauenrechtsorganisationen auf Bundes- und EU-Ebene. Die Rolle als größter Lobbyverband für frauen- und gleichstellungspolitische Themen bringt auch eine Menge gesellschaftliche Verantwortung mit sich. Der Deutsche Frauenrat hat sich daher der Initiative „Transparente Zivilgesellschaft“ angeschlossen. Damit verpflichtet er sich, relevante Informationen, etwa zu konkret geleisteter Arbeit und der Verwendung von Mitteln, der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als starker Befürworter des internationalen Frauentags setzt sich der Frauenrat mit seiner Kampagne #mehrfrauenindieparlamente außerdem dafür ein, dass Frauen in der Politik gefördert werden.