Gute Stimmung und eine positive Arbeitsatmosphäre im Büro sind natürlich sehr angenehm und bis zu einem gewissen Grad sicher auch wichtig. Doch wenn alle immer darauf bedacht sind, nirgends anzuecken, wächst auch die Gefahr, dass die Diskussionskultur leidet. Und das kann sich nicht nur negativ auf die Leistung des Unternehmens auswirken, sondern auch deine Karriere beeinflussen.

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Gerade im Beruf braucht es ein konstruktives Arbeitsumfeld, das sich zwar durch gegenseitigen Respekt auszeichnet, aber eben auch Raum für Meinungsverschiedenheiten, Diskussionen und Lernprozesse lässt. Denn nur wer bereit ist, sich mit neuen Dingen und anderen Meinungen kritisch auseinanderzusetzen, hat die Chance zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Charakterzug: Verträglichkeit

Harmoniebedürftige Menschen sind im Büro meistens beliebt. Kein Wunder, denn sie sorgen für angenehme und – wer hätte es gedacht – harmonische Stimmung. Doch wer immer in erster Linie darauf bedacht ist, von allen gemocht zu werden, vertritt nur selten konsequent die eigene Meinung oder kämpft für persönliche Ziele.

Bei wem die Harmoniebedürftigkeit – Psychologen nennen diesen Charakterzug „Verträglichkeit“ – besonders stark ausgeprägt ist, hat teilweise sogar schon Probleme damit, Kollegen oder gar den eigenen Chef etwas zu fragen oder um etwas zu bitten. Zu groß ist die Angst vor einer Absage oder einem negativen Eindruck.

Das Motiv dahinter ist klar: Wenn man nichts versucht, kann man auch nicht scheitern. Das ist langfristig allerdings keine gute Strategie, denn wer immer auf der Stelle tritt, fällt zwar nie, wird irgendwann aber von allen anderen überholt.

Die „Nice Guys“ gehen leer aus

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Männer, die im Berufsleben sehr darauf bedacht sind, gemocht zu werden und gut anzukommen – die klassischen „Nice Guys“ also – schlechtere Karrierechancen haben. Das zeigt sich vor allem in der Bezahlung: Besonders verträgliche Männer verdienen bis zu 10.000 Dollar weniger im Jahr, als die, denen harmonische Beziehungen im Job nicht so wichtig sind.

Auch wenn wir uns aus sozialer Sicht vielleicht umgekehrte Ergebnisse wünschen würden: Es leuchtet ein, dass es einem extrem verträglichen Chef an der nötigen Durchsetzungskraft und Führungsstärke wahrscheinlich fehlen würde.

Mehr Durchsetzungskraft ohne die Kollegen zu verprellen

Aber keine Sorge, das bedeutet nicht, dass wir im Job nur noch an uns selbst denken sollten. Natürlich sind Teamfähigkeit und Respekt wichtige Kompetenzen im Berufsleben. Um sich mit der eigenen Harmoniebedürftigkeit aber nicht selbst im Weg zu stehen, gilt es den Spagat zwischen einem guten Miteinander und dem Durchsetzen der eigenen Wünsche und Vorstellungen zu schaffen.

Als kleine Hilfe, hat das amerikanische Business-Magazin Fast Company vier Tipps zusammengefasst, wie du deine  eignen Ziele besser durchsetzen kannst, ohne gleichzeitig alle zu verägern.

1.    Offen und ehrlich funktioniert am besten
Es bringt nichts, um den heißen Brei herumzureden. Egal ob dein Anliegen unangenehm ist oder ein Kollege sich davon vielleicht angegriffen fühlt, am besten du kommunizierst immer ehrlich und vor allem direkt. Je umständlicher und durch Phrasen verwässert du Dinge formulierst, umso eher entsteht der Eindruck, dass dein Anliegen nicht wirklich wichtig ist oder du selbst gar nicht voll davon überzeugt bist.

2.    Jedes Anliegen ist ein erster Eindruck
Klingt komisch, ist aber sehr effektiv. Denn nicht nur der Inhalt deines Anliegens spielt eine Rolle. Auch die Art und Weise wie du es präsentierst, beeinflusst die Reaktion des Angesprochenen. Deshalb solltest du immer so auftreten, wie du es tust, wenn du einen guten ersten Eindruck hinterlassen möchtest: freundlich, offen und selbstbewusst.

3.    Begründungen schaffen Akzeptanz
Liefere immer auch den Grund deines Anliegens direkt mit. Dein Gegenüber sollte nicht nur wissen was du möchtest, sondern auch warum. Dabei ist es sinnvoll, sich möglichst kurz zu halten und schnell auf den Punkt zu kommen. Ausschweifende Erklärungen wirken häufig wie eine Rechtfertigung und führen dazu, dass Zuhörer das Interesse verlieren.

4.    „Wer nicht fragt bleibt dumm“
Es ist völlig normal, dass man nicht alles weiß. Und daher gehören Fragen auch ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Neues Wissen zu generieren oder auch bestehenden Strukturen zu hinterfragen, bringt nicht nur dich weiter, sondern kann auch anderen helfen, festgefahrene Gewohnheiten zu überdenken. Ohne Fragen also auch kein Fortschritt.

 

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