Auch aus kleinen Projekten kann Großes entstehen – es muss nicht immer sofort ein ausgetüfteltes Geschäftsmodell sein. Dass das geht zeigen vaerk – drei kreative Köpfe, die während der Corona Krise innerhalb weniger Wochen ein Online Event aus dem Boden gestampft haben. Angefangen hat dabei alles mit der Frage: Was ist meine Mission und mein Impact?

Die letzten Monate waren wie in einem Hamsterrad und boten viel Zeit uns selbst, das Leben und den Beruf zu reflektieren. Ein zentraler Punkt dabei ist die Frage nach dem eigenen Platz in der Welt. In diesem Artikel erhältst du Impulse und praktische Tipps, um die folgenden Fragen anzugehen: Was ist meine Mission, was ist mein Auftrag? Wie setze ich dies am effektivsten um? Welche Auswirkungen haben meine Taten und was möchte ich damit erreichen?

Stillstand – Zeit für innere Fragen und Reflexion

Die letzten Monate waren für viele wie in einem Hamsterrad. An berufliche Weiterentwicklung war kaum zu denken, an einen Jobwechsel schon gar nicht und es fehlten die aufmunternden Gespräche bei einem Bierchen mit Freund*innen. Viele hatten dadurch aber umso mehr Zeit, sich selbst, ihr Leben und den Beruf zu reflektieren und damit auch die positiven Aspekte des Stillstandes und der Krise zu erkennen.
Eine der großen Fragen, die dabei auftritt, ist jene nach dem eigenen Platz in der Welt. Kurz gesagt, was ist mein Impact?

Impact ist mehr als ein Modewort

Wenn wir von Impact sprechen, meinen wir die Auswirkung einer Tätigkeit auf die Umwelt, Gesellschaft und Natur. Dabei denken wir an eine positive Wirkung durch ein Verhalten und Handlungen, vor allem bezogen auf gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen.
Natürlich ist "Impact", genauso wie "Nachhaltigkeit" und "Purpose“ aktuell ein großes Buzzwort. Doch steckt hinter alldem ein reeller Wunsch nach mehr Sinn und einem Mehrwert, der über monetäre Belange hinausreicht. Oft wird dies sehr direkt auf den Job bezogen. Welchen gesellschaftlichen oder ökologischen Beitrag liefern Arbeitgeber*innen oder meine Tätigkeit und welche Werte stecken dahinter?
In Zeiten von Lockdown und Kurzarbeit kann sich diese Fragestellung jedoch komplizierter als sonst gestalten. Ein Jobwechsel ist aktuell oft nur schwer realisierbar und so bleibt die Frage offen, wie man die aktuelle Zeit auch nutzen kann, um außerhalb vom "normalen" Beruf aktiv zu werden und einen Impact zu haben.

Willkommen in der Welt der digitalen Möglichkeiten

Wenn wir eins in den vergangenen Wochen gelernt haben, dann ist es, dass digital und online ganz schön viel möglich ist. Innerhalb von wenigen Wochen haben wir uns alle zu Video-Konferenzprofis entwickelt und viel über die Arbeit in digitalen Teams gelernt. Vieles davon bietet uns einzigartige Möglichkeiten, Neues zu gestalten und selbst tätig zu werden. Gleichzeitig zeigt uns die Krise, wie viel Veränderung in einer sozialen Gesellschaft doch möglich ist und dient an vielen Stellen als Weckruf für einen Wandel.
Wir - Luca, Pauline und Janick von vaerk – wollten Anfang April diese Chancen nicht ungenutzt lassen. Und so ist zu Beginn der Corona Krise die COCO als Online Future Lab rund um den Impact von Corona auf den digitalen Wandel entstanden. Damit eröffnen wir einen digitalen Raum, in dem über die Entwicklungen und Chancen debattiert und konkrete Lösungen gestaltet werden. Mit diesem Beitrag zeigen wir dir, wie auch du in Zeiten von Corona konkret aktiv werden kannst und dein Handeln mit Impact verknüpfst.

Wie du in der aktuellen Zeit Impact schaffst und so trotz Corona etwas bewegen kannst:

1. Finde Deine Mission

So banal das auch klingen mag: Suche dir eine Mission und definiere sie. Welche Themen beschäftigen dich, was treibt dich um und lässt dich nicht ruhig schlafen? Wofür begeisterst du dich sodass du das ganze Wochenende durcharbeiten könntest? Suche dir ein Thema, welches du verändern willst. Für uns ist es, die Welt der Konferenzen neu zu denken, den Diskurs über Gesellschaft und Arbeit zu stärken und einzigartige Ideen mit wunderbaren Menschen in einem digitalen Raum zusammenzubringen und kreativ werden zu lassen.
Unser Tipp für alle, die viel Zeit haben: Simon Sinek - Start with Why. Mit seinem Handbuch Find your Why kannst du dich Schritt für Schritt ganz konkret auf die Suche nach deinem „Warum“ – deinem einen großen Antrieb machen. Einen ersten Einblick in das Why-Konzept findest du in Sinek’s Ted Talk und hier.

2. Suche Gleichgesinnte und Mitstreiter*innen

Alleine bist du stark, gemeinsam seid ihr stärker! Es gibt heute unglaublich viele Angebote und Möglichkeiten sich zu vernetzen. Ganz abgesehen von den sozialen Netzwerken sind während der Corona Krise wunderbare neue Formate und viele Online Events entstanden. Sicherlich bist Du nicht die einzige Person, die mit Feuer und Flamme für ein bestimmtes Thema brennt. Und was gibt es Schöneres, Gleichgesinnte zu finden und gemeinsam im Team für ein Thema zu kämpfen? Onlineformate bieten zudem die einzigartige Möglichkeit, komplett ortsunabhängig zusammenzukommen, dich zu vernetzen und weit über Städte und Grenzen hinaus zu denken und zu arbeiten. Bei der kommenden COCO hast Du beispielsweise die Möglichkeit, im Networking viele Gleichgesinnte und Mitstreiter*innen zu finden.
Hier ein paar weitere Links und Tipps für Events und Netzwerke im Web und in deiner Nähe:

- Meet-Up (Online-Gruppen & Events für verschiedenste Themen von Yoga bis I4.0)
Eventfinder (Deutschlandweiter Veranstaltungskalender für online & offline Events)
Linked-In (Sozial Media Plattform für berufliche Netzwerke und Themen)
Eventbrite (Eventplattform für Events aller Art – online & offline)
Kollektivzukunft (Gemeinschaft für Crowdthinking für eine humane Zukunft)
Z2X (Gemeinschaft junger Visionäre zwischen 20 und 29 von Zeit Online)
Creatables (Veranstaltung und Gemeinschaft für nachhaltige Innovation in Game & UX)
Space-10 Sessions (wöchentliche Veranstaltung des Ikeas Research & Design Labs)

3. Sei selbstbewusst und rede mit

„Your Vision is only actionable if you say it out loud. If you keep it to yourself, it will remain a figment of your imagination.‘‘ -Simon Sinek
Bist du überzeugt von deiner Idee, deinem Standpunkt und deiner Vision, solltest du diese auch nach außen tragen und leben. Sei mutig und sprich deinen Standpunkt offen aus. Nicht nur, dass du so die Chance hast neue Mitstreiter*innen und Unterstützer*innen zu finden, sondern es tun sich möglicherweise auch völlig neue Möglichkeiten auf, an die du zuvor nie gedacht hast. Lieber einmal zu viel als zu wenig, wer weiß, vielleicht steckt im hunderteinsten Gespräch eine große Chance?
Traue dich, nach Feedback und Hilfe zu fragen, auch von denen, die scheinbar in einer ganz anderen Liga spielen. Menschen merken, wenn du mit Herzblut hinter einer Sache steckst und lassen sich begeistern. Viele Menschen teilen gerne ihre Erfahrungen. Und wenn es einmal unangenehm oder zu viel wird, freue dich über die Situation, nun kannst du nämlich viel über dich und deinen Charakter lernen.

4. Nutze digitale Möglichkeiten und Tools

Seit Jahren sprechen wir über die unglaublichen Möglichkeiten des Internets und der Digitalisierung, selten haben wir sie aber so erlebt, wie in den vergangenen Monaten. Möchtest du heute etwas verkaufen, publizieren oder veranstalten, benötigst du keine Ladenfläche mehr. Zwar war dies bereits lang vor Corona der Fall, doch hat die Krise auch unsere digitale Lernkurve und Hemmschwelle stark verändert.
Digitale Zusammenarbeit im Home Office zeigt uns, dass wir an keinen Ort gebunden sind und längst über Grenzen und Kontinente hinweg denken, arbeiten und agieren. Jede Person im Internet wird damit zur potenziellen Zielgruppe oder Mitstreiter*innen, Zeit und Ort spielen keine Rolle mehr. Zeitgleich sind die finanziellen und organisatorischen Einstiegshürden, Ideen digital umzusetzen, unfassbar niedrig. Where is a need, there is a tool – dieser Satz hat wohl viele Home Offices in der Corona Krise geprägt.
Wir selbst arbeiten als Team verteilt in 3 Städten, quer über Europa verteilt und haben vieles davon selbst erlebt. Dabei haben wir vor allem diese Tools kennen und lieben gelernt:

- Hopin (Veranstaltungsplattform für digitale Events mit Sessions, Networking und Booths)
Notion (Digitaler Workspace: Wissen, Notizen, Projektmanagement, Teams, Daten, Kalender)
MS Teams (zentraler Ort für Teamarbeit in Microsoft Office 356)
Slack (Instant-Messaging und Kommunikation für Teams mit vielen Plug-In’s)
LinkedIn (Sozial Media Plattform für berufliche Netzwerke und Themen)
Adobe Creative Cloud (Clouddienst für Adobe’s Kreativanwendungen)

5. Erweitere Dein Netzwerk

Ein anderes Geschenk, dass uns die Digitalisierung beschert hat, sind soziale Netzwerke. Natürlich haben diese auch ihre großen Schattenseiten. Man denkt nur an twitternde Präsidenten und dunkle Telegram Chats. Doch hast du z.B. bei LinkedIn und Twitter auch die einzigartige Möglichkeit, verschiedensten Persönlichkeiten mit den unterschiedlichsten Hintergründen „persönlich“ anzutreffen. Menschen, die bisher „untouchable“ erschienen, werden damit auf einmal erreichbar. Damit bietet sich dir ein riesiger Pool talentierter Menschen mit verschiedenstem Wissen. Theoretisch sind diese meist nur einen Mausklick entfernt. Eine Nachricht über Twitter oder LinkedIn an den Empfänger deiner Wahl landet potentiell direkt auf dessen Smartphone. Die Assistent*innen Hürde entfällt, insofern der Account persönlich betrieben wird. Auch hier gilt: Trau dich und frag nach. Natürlich macht der Ton die Musik. Nutze aber auch dein analoges Netzwerk. Überlege, wer gut vernetzt ist und wen du um Hilfe und Mitarbeit fragen kannst. Für unsere Events sind soziale Netzwerke wie LinkedIn Ressource und Werbeplattform zugleich. Wir finden dort unsere Speaker*innen, Teilnehmer*innen und Partner*innen. Ohne solche Netzwerke wäre es wohl nicht denkbar, innerhalb von zwei Wochen ein Online Event hochzuziehen.

6. Werde kreativ und setze Ideen in Taten um. Tu es!

Nun hast du eine Idee, Mitstreiter*innen, Tools, Partner*innen, eine Plattform und das Bewusstsein, um deinen Impact in die Tat umzusetzen. Was noch fehlt, ist es zu tun. Was wir dir raten können ist es, es einfach mal zu machen. Lege los und probiere aus! Setze erste Aktionen um und sammle Erfahrung. Auch wenn noch nicht alles klar ist, das Herz aber für die gleiche Sache schlägt, ist es richtig loszulegen. So bekommst du Feedback und eröffnest dir neue Möglichkeiten.
Wichtig ist es, im weiteren Verlauf anfängliche lockere Ideen, Visionen und Gedanken zu konkretisieren und zu strukturieren. Ein Möglichkeit dafür bietet das Framework Models of Impact vom Professor und Social Entrepreneur Matthew Manos. Models of Impact ist ein spielerischer Ansatz, Business Models kreativ und nachhaltig zu gestalten und seinen Impact direkt im Geschäftsmodell zu integrieren. Matthew bietet im Framework einen Überblick über verschiedene Impactmodels sowie einen Leitfaden für die Umsetzung. Downloaden kannst die Models of Impact gegen eine kleine Spende.

Ob das alles Funktioniert? Wir haben’s gemacht.

Wir haben im April zu dritt spontan gestartet und unser erstes eigenes Event organisiert. Inzwischen wissen wir, dass wir gemeinsam mehr erreichen wollen, haben ein Unternehmen gegründet und arbeiten hart an der Umsetzung unserer Idee. Die Zeit bringt auch Klarheit und aus anfänglich lockeren Ideen kann schnell ernstes Geschäft werden. Getrieben von einer starken Vision und dem Ziel des Impacts ist z.B. auch die Bürokratie einer Gründung halb so wild. 

 


Vaerk verbindet außergewöhnliche Ideen und einzigartige Menschen, um gemeinsam die Welt von Morgen zu gestalten. In großartigen Projekten und dynamischen Events werden diese Ideen mit Inspiration und Kreativität umgesetzt und dabei zum Nachdenken angeregt. Angefangen mit der COCO 2020 im April, geht das Online Future Lab am 11.07. ab 15 Uhr in die zweite Runde und freut sich über Gleichgesinnte, die aktuelle Entwicklungschancen in den Bereichen Gesellschaft, Corona und Klimawandel, Bildung und New Work erarbeiten möchten. Für mehr Informationen schau auf ihrem Instagram oder LinkedIn-Kanal vorbei und melde dich über coco2020.de an!