In dieser Reihe erzählen erfolgreiche Bewerber*innen vom Weg zu ihrem persönlichen Job mit Sinn und was ihn ausmacht. Diesmal: Nils Schwenzfeier, 31, Projektmanager bei Africrops.

„Ich habe ganz klassisch angefangen: Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem großen Industriekonzern, Studium Wirtschaftsingenieur. Danach drei Jahre in einem Industrieunternehmen, als „Ordermanager“, der Mann für die Bestellungen also. Ich war zuständig dafür, dass alle Produkte rechtzeitig beim Kunden vor Ort waren, aber auch nicht zu früh wegen der Lagerkosten. Die Firma, eine Private Equtiy-Company, wurde von den USA aus eng an der Leine geführt. Alles musste mit den Oberen abgestimmt werden, sollte lean sein wo es geht. Es gab keinen Raum für Eigeninitiative und Kreativität, Mangelverwaltung und ein Management der Angst bestimmten den Alltag. Immerhin hatte ich selbst einen coolen Chef und habe viel über die Funktionsweise eines Industriebetriebes gelernt. Aber auf Dauer? Nein. Als mein Vertrag auslief, habe ich deshalb in eine ganz andere Richtung gesucht.

Auf GoodJobs wurde ich fündig. Africops hat einfach perfekt zu mir gepasst. Ich bin leidenschaftlicher Gärtner, mache Guerilla-Guardening in der Stadt, baue Mauerbienenhäuschen auf dem Balkon. Und ich liebe Afrika. Jahrelang habe ich in Berliner Clubs afrikanische Musik aufgelegt. In meinem Job etwas für diesen tollen Kontinent zu tun, hat mich gereizt. Africrops unterstützt Afrikaner dabei, auf eigenen Beinen zu stehen, einen fairen Handel aufzubauen und mit pflanzlichen Rohstoffen zu handeln. Die Arbeit ist einfach fantastisch. Ein kleines Team, schnell, schlagkräftig, begeistert. Hier sind Entrepreneurship, Eigeninitiative und Kreativität gefragt. Und ich kann meine Skills aus der Industrie nutzen. Ich weiß wie professionelle Lieferketten funktionieren, kenne die Abläufe im klassischen Business, kann Power Point und Excel aus dem FF. Bei Africrops optimiere ich Prozesse, bearbeite Bestellungen, mache Marketing. Es ist genau das, was ich gesucht habe.“

Dieser ArtikelDieser Artikel stammt aus der Ausgabe #5 des enorm Magazins. Darin geht es um „Activism for Future“ und „Gutes genießen“. Es geht um Fragen wie: Wie wird sich der Klima-Protest weiterentwickeln? Was kann jeder von uns tun, um zur Rettung des Planeten beizutragen? Ist unsere Genusssucht mitverantwortlich für die Übernutzung der globalen Ressourcen? Und vieles mehr!