Die schlechte Nachricht zuerst: Eine Gehaltserhöhung kommt selten von allein. Viele hoffen zwar, dass der nächste Karriereschritt in Form von mehr Gehalt beziehungsweise einer Beförderung schon irgendwann kommen wird, wenn sie nur hart genug arbeiten. Doch obwohl das an und für sich eine lobenswerte Einstellung ist, wird sie nur selten belohnt.

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Natürlich sind Engagement, Motivation und gute Arbeit ausschlaggebende Faktoren für den beruflichen Erfolg, führen meistens aber nur indirekt auch zu mehr Gehalt. Denn in der Regel reißen sich Chefs nur selten darum, ihren Mitarbeitern mehr Geld zu bezahlen. Tatsächlich passiert es meistens nur dann, wenn ein konkreter Anlass besteht – zum Beispiel, wenn dein Vorgesetzter befürchtet, du könntest von einem Konkurrenten abgeworben werden.

Eigeninitiative ist gefragt

Im Klartext heißt das, wenn du der Meinung bist, es wäre endlich Zeit für eine Gehaltserhöhung, musst du sie selbst einfordern. Aber genau das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn es bedeutet: Schluss mit Warten und endlich selbst aktiv werden.

Doch genau das scheint vielen schwer zu fallen. Laut einer Forsa-Studie im Auftrag von der Bank Rabodirect fühlt sich jeder dritte Arbeitnehmer einer Gehaltsverhandlung nicht gewachsen und fast 50 Prozent hatten sogar schon einmal das Gefühl, bei Gesprächen über den Tisch gezogen worden zu sein.

Interessanterweise haben fleißige Sparer weniger Angst vor dem Gespräch mit ihrem Chef. Nur 34 Prozent geben an, bei dem Gedanken an Gehaltsverhandlungen ins Schwitzen kommen. Bei den „Nicht-Sparern“ sind es hingegen fast 50 Prozent.

Auf die Art und Weise kommt es an

Es gibt keine allgemeingültige Regel, wie oft man nach mehr Geld fragen sollte. Der Stepstone Gehaltsreport 2018 zeigt aber, dass mehr als 30 Prozent der deutschen Fachkräfte durchschnittlich einmal im Jahr aus diesem Grund bei ihrem Chef anklopfen. Am häufigsten fragen Angestellte aus dem Bereich Marketing und Kommunikation nach mehr Geld: Mehr als Dreiviertel von ihnen haben ihren Vorgesetzten schon mindestens einmal gezielt auf eine Gehaltserhöhung angesprochen. (https://www.stepstone.de/ueber-stepstone/knowledge/gehaltsreport-2018/).

Doch egal in welcher Branche oder auf welcher Karrierestufe: die „Zauberformel“ für eine Gehaltserhöhung heißt nicht nur Eigeninitiative, denn auch die richtige Vorbereitung spielt eine wichtige Rolle. Wer auf die richtigen Dinge achtet, hat also gute Chancen, sich bald über mehr Geld freuen zu können.

1.    Der richtige Zeitpunkt
Wie schon gesagt, gibt es nicht den einen „richtigen“ Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen. Es kann sich allerdings lohnen, den Gesprächszeitpunkt strategisch zu planen. Gute Anlässe können zum Beispiel das erfolgreiche Beenden eines Projekts, eine Vertragsverlängerung oder auch das (halb-) jährliche Mitarbeitergespräch sein. Außerdem bietet es sich an, Gehaltsverhandlungen im ersten Halbjahr zu führen. In diesem Zeitraum kann das höhere Gehalt noch in den Finanzplan für das kommende Jahr eingeplant werden, im Herbst/Winter sind die Ressourcen hingegen häufig schon verplant.

2.    Durchschlagende Argumente
Gehaltsverhandlungen sind immer auch ein Tauschgeschäft. Überlege dir also vorher gut, warum deine Arbeit mit einem höheren Gehalt belohnt werden sollte. Für die Vorbereitung kann dir dabei ein „Erfolgs-Tagebuch“ helfen. Darin werden nicht nur deine beruflichen Leistungen, sondern auch Überstunden und zusätzliches Engagement festgehalten. Das Tagebuch hilft somit, deinen Mehrwert für das Unternehmen zu verdeutlichen – bestimmt also sozusagen deinen beruflichen Marktwert.

3.    Realistische Vorstellungen
Apropos Marktwert. Die erste Hürde auf dem Weg zur Gehaltserhöhung ist deine persönliche Selbsteinschätzung – und die sollte möglichst realistisch sein. Häufig ist der Grat zwischen einer zu hohen Forderung und der Gefahr, sich unter Wert zu verkaufen, sehr schmal. Auch hier lohnt es sich also im Vorfeld einige Informationen einzuholen: Welche Gehälter sind in deiner Branche allgemein üblich? Wie steht dein Unternehmen wirtschaftlich da? Was verdienen Kollegen mit vergleichbaren Qualifikationen und Erfahrungen?

4.    Der perfekte Auftritt
Egal wie gut du dich vorbereitest, am Ende zählt, was im Gespräch mit deinem Chef passiert. Gegen Nervosität kann es helfen, die Verhandlung im Vorfeld mit Freunden durchzuspielen. Im Gespräch selbst ist es dann wichtig, dass du selbstbewusst und bestimmt auftrittst, aber immer auch darauf achtest nicht überheblich oder anmaßend zu wirken. Unser kleiner Extra-Tipp: Vor allem der Gesprächseinstieg hat einen großen Einfluss auf deine Erfolgschancen. Um zu verhindern, dass sich dein Chef in eine Verteidigungshaltung gedrängt fühlt, zeigst du ihm am besten nicht direkt, dass es dir um mehr Gehalt geht. Besser ist es, das Gespräch am Anfang auf erfolgreich abgeschlossene Projekte zu lenken, um die erbrachten Leistungen mit ihm gemeinsam zu reflektieren.

 

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