Wir alle wollen für Unternehmen arbeiten, deren oberstes Ziel nicht Gewinnmaximierung und Aktienkurssteigerungen sind. Wir wollen Unternehmen mit Purpose! Unser Gastautor Stephan Grabmeier spricht dabei von „Kopföffnern“. 

Dass unsere bisherige Art des Wirtschaftens von Nachhaltigkeit weit entfernt ist, dürfte mittlerweile fast jedem klar sein. Der Klimawandel schreitet schneller voran als noch vor wenigen Jahren gedacht, der Abbau von Rohstoffen führt zu großen Schäden in der Natur. In der Folge haben wir mit extremen Wetterphänomenen wie Hitze- und Dürreperioden, Überflutungen und Stürmen zu kämpfen, Arten sterben aus, Lebensräume für Mensch und Tier gehen verloren. 

Was wir dringender denn je brauchen, ist eine neue Art des Wirtschaftens. Wir brauchen Menschen und Unternehmen, die mit innovativen Ideen Produkte und Geschäftsmodelle schaffen, die nicht nur den Profit in den Vordergrund stellen, sondern an den Problemen unserer Gesellschaft arbeiten. GoodCompanies, die auf Purpose statt nur Profit setzen und so Köpfe für neue Ideen öffnen. 

Die gute Nachricht: Es gibt immer mehr Initiativen, die die Idee der GoodCompany und des Purpose-driven Business in den Vordergrund stellen. 

Initiativen für Purpose statt Profit

Fragst du dich, wie du mehr Sinn in deiner Arbeit sehen kannst? Wie du deine Werte und Ziele auch in dem Unternehmen, für das du arbeitest, verwirklichen kannst? Immer mehr Unternehmen wollen sich zur GoodCompany entwickeln – und verschiedene Bewegungen und Initiativen unterstützen sie dabei. An den folgenden fünf Punkten erkennst du eine GoodCompany:

1. Purpose zählt: Unternehmen schaffen Mehrwert für alle

B Corporates bezeichnen sich als „nicht die besten Unternehmen der Welt, sondern die besten Unternehmen für die Welt“ Die Organisation B-Economy unterstützt Unternehmen mit Purpose dabei, ihren positiven Einfluss zu schützen und kontinuierlich zu verbessern. Diese Unternehmen bringen Zweck und Gewinn in Einklang und sind verpflichtet, die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf Mitarbeiter*innen, Kund*innen, Lieferanten, Gesellschaft und Umwelt zu berücksichtigen. Langfristiges Ziel der B Corporate Stiftung ist die Schaffung einer B-Economy, in der Unternehmen darum konkurrieren, für Mensch, Natur und Umwelt Verbesserungen zu erzielen. Nach der Stiftungsgründung 2006 gab es im Juli 2019 bereits 2.933 zertifizierte B-Corporations in 64 Ländern und 150 Industrien.

2. Bewusstsein schaffen

Die Conscious Capitalism-Bewegung hat erkannt, dass Geldverdienen nicht der alleinige Unternehmenszweck sein kann. Eine GoodCompany braucht auch einen Sinn, eine gemeinsame werteorientierte Kultur. Nur so gelingt es ihr, nachhaltig zufriedene Mitarbeiter*innen an sich zu binden. Voraussetzung dafür sind Führungskräfte, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen: Die Community, die Mitarbeiter*innen, die Lieferanten. Stakeholder sind wichtiger als Shareholder! Unternehmen die der ethischen Philosophie von Conscious Capitalism folgen, stehen an der Spitze der Bewegung.

3. In einem Social Business ist Gewinn Mittel zum Zweck

Social Businesses findet man auf der ganzen Welt. Diese Purpose getriebenen Unternehmen streben Gewinne an, um den Sinn und Zweck ihres Unternehmens zu verwirklichen. Im Social Business geht es sogar so weit, dass Gewinne zu 100 Prozent in den Finanzkreislauf reinvestiert werden, um die zugrundeliegende Idee zu verwirklichen. Deshalb haben sich Social Businesses rechtlich bindend dazu verpflichtet, das Unternehmen nicht als Spekulationsgut für private Gewinne zu nutzen – sondern um sich für Ziele im Bereich Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gemeinwohl einzusetzen. 

4. Wem gehört das Unternehmen?

Nur die Personen, die aktiv Verantwortung für das Unternehmen übernehmen, haben auch Kontrollrechte – nicht ferne Investoren oder Anteilseigner. Von echtem New Work oder arbeiten auf Augenhöhe können Unternehmen dann sprechen, wenn sie Mitarbeiter*innen und Anteilseigner*innen zusammenbringen. Die Purpose Stiftungen sind seit geraumer Zeit Unternehmen, die ihren Zweck nicht verkaufen können, sondern sich (und ihren Mitarbeiter*innen) selbst gehören.

5. Zukunftsorientierung

Eine GoodCompany ist nachhaltig und zukunftsorientiert. Die Entrepreneurs for Future sind eine junge und beeindruckende Bewegung aus Unternehmer*innen. Inspiriert von Greta Thunberg und den von ihr gegründeten „Fridays for Future“ setzen sie sich dafür ein, dass die Wirtschaft mit innovativen Produkten, Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen einen schnelleren Klimaschutz voranbringt. Bis heute haben sich über 4000 Entrepreneurs for Future der Bewegung angeschlossen, deren erklärtes Ziel die Erreichung der Pariser Klimaziele ist.

Was ist deine Mission?

Wir alle wollen für ein Unternehmen arbeiten, mit dessen Zielen und Werten wir uns identifizieren. Doch auch wir selbst müssen uns fragen, wie wir unser Leben gestalten. Wenn alle so leben würden wie du, wäre die Welt dann nachhaltig? Machst du durch deine Arbeit die Welt zu einem besseren Ort – für alle Menschen? Öffne Köpfe. Suche und finde deine Mission und deinen GoodJob. Es wird dein Leben und die Welt verändern.

Stephan GrabmeierStephan Grabmeier ist Purpose Contributor und zählt zu den führenden Thought Leadern für Innovation, New Work und der Sustainable Transformation. Zu seinen Kunden zählt die deutsche Wirtschaftselite, darunter viele Vorstände und das Top Management namhafter Unternehmen. Er ist Start Up Business Angel und unterstützt globale Social Business Aktivitäten. Sein Buch „Future Business Kompass – der Kopföffner für besseres Wirtschaften“ ist im Oktober 2019 erschienen. Informationen zu ihm als Autor findest du auf seinem Blog www.stephangrabmeier.de.