Die Klimakrise ist eines der größten Probleme unserer Zeit und ihre Bewältigung die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Viele von uns demonstrieren, sparen im Alltag CO2, engagieren sich freiwillig, unterschreiben Petitionen oder arbeiten in einem good job, der sich für die Umwelt einsetzt. Wie schaffen wir es, auch die nächsten Generationen dazu zu inspirieren, sich zu informieren und politisch zu engagieren, damit wir den Weg zum 1,5 Grad Ziel erreichen? Umweltkommunikatorin Judith Neumann erzählt von ihrer Tätigkeit bei GLOBAL 2000, wo sie in Umweltbildungsprojekten für verschiedenste Altersgruppen als Workshopleiterin arbeitet.

Wir kämpfen für das Schöne!

GLOBAL 2000 ist eine der führenden Umweltschutzbewegungen Österreichs. Wir kämpfen für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und den Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Dabei arbeiten wir zu den verschiedensten Themen: Von Biodiversität über klimafreundliche Energie, Landwirtschaft, Ernährung, Plastik- und Ressourcenverbrauch bis hin zu dem Bereich, in dem ich aktiv bin: Umweltbildung. Dieser spielt insbesondere für den gesellschaftlichen Diskurswandel eine bedeutsame Rolle, denn nur gemeinsam mit vielen Menschen kann eine nachhaltige und klimagerechte Zukunft gestaltet werden. Mit unserer politischen Bildungsarbeit wollen wir Menschen für Umweltthematiken begeistern und sie ermutigen, die Zukunft selbst aktiv mitzugestalten.

Umweltbildung sollte für alle zugänglich sein!

Die Projekte von GLOBAL 2000 richten sich an unterschiedliche Zielgruppen – von Schulkindern und Jugendlichen über Studierende bis hin zu jungen Erwachsenen. Bei diesen Angeboten ist für jede*n das Passende dabei:

Das Umweltkulturpraktikum richtet sich vor allem an Studierende und junge Erwachsene, die ihr Wissen im Bereich Umweltschutz erweitern möchten und mit Gleichgesinnten gemeinsame Aktionen im Rahmen von GLOBAL 2000 umsetzen wollen. Auch ich habe vor einem Jahr das Praktikum absolviert und konnte dadurch einen Einblick in die spannende/vielseitige NGO-Arbeit gewinnen.

Im Anschluss an das Praktikum bot sich mir die Möglichkeit, mich als Workshopleiterin im Rahmen des Erasmus+ Projekts System:Reset zu engagieren und als Teil eines fünfköpfigen Teams insgesamt neun Workshops zum Thema „Visionen für ein sozialeres und klimagerechteres Europa“ zu veranstalten. Wir gestalteten diese meist als zweitägige, intensive Workshops, welche aufgrund der Covid-19-Pandemie alle online stattfanden. Unser Online-Format konnte, z. B. im Falle des Workshops am Klimacamp Wien, eine Möglichkeit für niederschwellige Partizipation bieten, da auf diese Weise weltweit Menschen teilhaben konnten. In jedem unserer Workshops war es das Ziel, mit jungen Erwachsenen über die eigene gesellschaftliche Positionierung zu reflektieren und über globale soziale Ungleichheiten im Zusammenhang mit der Klimakrise nachzudenken. Dabei spielte das Thema „Intersektionalität“ – sprich die Überschneidung sozialer Ungleichheiten – eine große Rolle. In erster Linie ging es darum, Visionen für eine sozialere und klimagerechte Welt zu entwickeln! 

Diese kollektiven Visionen, die für eine sozial-ökologische Transformation gesammelt wurden, zeigten, dass nicht nur Forderungen im ökologischen Bereich wichtig sind, sondern es unerlässlich ist, Anti-Diskriminierung in den Kampf gegen die Klimakrise miteinzubeziehen. Die politische Umweltbildungsarbeit ermöglicht einen einzigartigen Austausch mit Menschen, bei dem nicht nur Forderungen für Klimagerechtigkeit und eine sozialere Welt konkretisiert, sondern auch Strategien für deren Umsetzung diskutiert werden können.

Auch im Rahmen der Umweltworkshops, die ich als Umweltkommunikatorin an Schulen in ganz Österreich halte, werden verschiedene Themen mit Schüler*innen der Unter- und Oberstufe gemeinsam erarbeitet: Von Klimawandel über Plastik und Foodwaste bis zu einem besonders interaktiven Workshop namens „Stadt der Zukunft“, bei dem es um die Visionen der Jugendlichen geht. Das Ziel ist in erster Linie zu motivieren und zu begeistern, sowie Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dieses Wissen an Kinder und Jugendliche weitergeben zu können und zu merken, wie viel Wille für eine positive Veränderung der Zukunft in Menschen stecken kann, ist für mich jedes Mal wieder inspirierend.

 


Judith NeumannJudith Neumann ist Soziologin sowie Klimagerechtigkeits-Aktivistin. Sie ist in der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 im Bereich der politischen Umweltbildungsarbeit tätig und studiert in Wien im Master Internationale Entwicklung mit den Schwerpunkten Klimakrise und sozial-ökologische Transformation, Politikwissenschaften und Geographie.