In Krisenzeiten wird uns vieles bewusst, was wir sonst als selbstverständlich hingenommen haben. So ist es momentan auch in der Arbeitswelt: Menschen in systemrelevanten Berufen erleben eine Welle der Dankbarkeit wie nie zuvor. Denn sie pflegen die Kranken, kümmern sich um unsere Sicherheit, Mobilität und unsere Lebensmittel oder kämpfen “an vorderster Front” gegen COVID-19 an: Krankenpfleger*innen, Kassierer*innen, Polizist*innen und viele mehr. Wir fragen sie, wie Corona ihren Arbeitsalltag verändert hat. Heute antwortet Ulrike, Verkäuferin im Alnatura Super Natur Markt in Frankfurt.

Hallo Ulrike! Du hast deinen Job während der Corona Krise gefunden. Warum hast du einen Job gesucht? Was hast du davor gemacht?

Bevor ich bei Alnatura angefangen habe, war ich in der Systemgastronomie, als Teil des Management Teams angestellt. Schon vor Corona war ich nicht mehr mit meinem damaligen Job zufrieden und habe mich gelegentlich nach einer neuen Tätigkeit umgeschaut. Als dann Mitte März die Anweisung der Regierung kam, dass Restaurants bis auf weiteres geschlossen werden müssen, war für mich absehbar, dass die Firma nicht überleben wird. Daraufhin schrieb ich Bewerbungen und fand letztendlich meinen Platz bei Alnatura.

Welchen Tipp würdest du anderen Jobsuchenden in der jetzigen Situation geben?

Schaut nach Berufen und Berufsfeldern, die in solch einer Zeit Hilfe brauchen und Sinn machen. Aber achtet trotzdem darauf, dass ihr eine Stelle findet, die euch gefällt und mit der ihr euch identifizieren könnt. So habe ich zu Alnatura gefunden. Mit der Marke und wofür sie steht, kann ich mich voll und ganz identifizieren.

Was genau machst du bei Alnatura?

Aktuell werde ich als Abteilungsleiterin für die Bäckerei eingearbeitet. Dabei bediene ich Kunden, platziere Bestellungen, tätige Inventuren und achte auf die Umsetzung und Einhaltung der allgemeinen Hygiene Standards. 

Wie sieht dein (Arbeits)alltag momentan aus? Was ist anders als vor Corona?

Anders als vorher arbeite ich jetzt zu wesentlich angenehmeren Zeiten und habe dadurch viel mehr von meinem Tag und Leben. Es gibt zwar auch zwei Schichten, allerdings endet die letzte spätestens 20:30 Uhr und nicht 1:00 Uhr morgens, wie bei meinem vorherigen Job. Auch ist das Arbeitsumfeld ist ein viel entspannteres allein wegen des Geräuschpegels. Was aber mit Sicherheit die größte Veränderung, im Vergleich zu der Zeit vor Corona ist, ist das durchgehende Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Sie dient zum Schutz, ist aber sehr gewöhnungsbedürftig.

Wie schützt du dich sonst vor Corona?

Abgesehen von den Vorschriften und Verpflichtungen der Regierung achte ich sehr darauf, dass ich meinen Körper und mein Immunsystem stärke. Das ist für mich aber keine Umstellung im Vergleich zu vorher. Schon seit Jahren mache ich leidenschaftlich gerne Sport und ernähre mich bewusst und gesund. All das trägt maßgeblich zu einem guten Immunsystem bei. Deshalb war ich umso erleichterter, als Sporteinrichtungen wieder öffnen durften.

Wie empfindest du die große Dankbarkeit, die „systemrelevanten Berufen“ entgegengebracht wird? Spürst du selbst etwas davon?

Ich denke schon. Viele Kund*innen sind überaus freundlich uns gegenüber. Ob das daran liegt, dass sie dankbar sind oder einfach nur froh mal mit einem anderen Menschen Kontakt zu haben, kann ich nicht konkret sagen. Es gib aber hin und wieder den/die ein* oder andere*n, der/die uns explizit Dank ausspricht und uns sagt, was wir für einen tollen Job machen.