Flucht und Vertreibung, das Elend in Libyen und Griechenland – der Tod auf dem Mittelmeer ist seit Jahren Dauerthema in Deutschland und Europa. Es wird sich empört, es wird Mitgefühl gezeigt, radikale Parteien erhalten unvermindert Zulauf und während all das geschieht, sind wir von einer Lösung weiter entfernt denn je. Zivile NGOs, die sich seit 2015 auf dem Mittelmeer gegen das Sterben engagiert haben, werden systematisch bekämpft und kriminalisiert. Wie motiviert man sich in solch einem Arbeitsumfeld, um trotzdem nicht aufzugeben?

Unser Gast Titus Molkenbur hat 2016 die Organisation Jugend Rettet mitbegründet, hat zwei Jahre lang ehrenamtlich Tag und Nacht für die Rettung von Menschen auf dem Mittelmeer gekämpft, um dann dem Stress und dem Hass, dem er ausgesetzt war, zumindest temporär nachzugeben. Titus ging nach London, um Abstand zu gewinnen, studierte dort “Migration Mobility and Development” und baut nun mit seinen Erfahrungen aus Theorie und Praxis das Bündnis United4Rescue im Auftrag der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) auf. 

Wir haben mit Titus über seinen Sinn für Gerechtigkeit, die Herausforderungen beim Gründen einer NGO und die Komplexität von Seenotrettung im Wechselspiel zwischen internationaler Politik, Medienhype und rechter Meinungsmache gesprochen. Er hat uns viel zu den strukturellen Ursachen von Migration erklärt, die aktuelle Situation in den historischen Kontext eingeordnet und unkonventionelle Lösungsansätze skizziert. Dabei ist deutlich geworden, dass nicht die Migration das Problem ist (die gab es in der Menschheitsgeschichte schon immer), sondern die Grenzen zwischen unseren Staaten und in unseren Köpfen.

Hört euch das Gespräch mit Titus an! Ihr könnt unsere Folgen auf allen gängigen Podcast-Plattformen hören und abonnieren.

Hier eine kleine Auswahl: 

Spotify, Anchor.fm, Soundcloud, Itunes