Ehrenämter sind meistens Herzensangelegenheiten. Egal ob im Fußballverein, einer Partei oder einer sozialen Einrichtung, wer sich ehrenamtlich engagiert, macht das freiwillig, unentgeltlich und in seiner Freizeit.

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Gerade mit einem Vollzeitjob stellt sich täglich die Frage, wie man Berufs- und Privatleben so unter einen Hut bekommt, dass nichts und niemand darunter leidet. Hinzu kommt, dass ehrenamtliche Tätigkeiten von Arbeitgebern häufig nicht unterstützt werden, was eine zusätzliche Belastung ist und viele davon abhält, sich zu engagieren.

Die Trennung Job und Ehrenamt ist sinnlos

Doch wem hilft diese strikte Trennung zwischen Job und Ehrenamt eigentlich? Natürlich darf ein Ehrenamt keinen negativen Einfluss auf die berufliche Leistung haben – weder in zeitlicher noch in qualitativer Hinsicht. Doch das Ehrenamt aus diesem Grund ganz in das Privatleben zu verbannen, hat auch für Arbeitgeber Nachteile.

Laut einer Studie der Universität Klagenfurt können auch Unternehmen maßgeblich davon profitieren, die ehrenamtlichen Tätigkeiten ihrer Mitarbeiter zu unterstützen.

Fast jeder Zweite engagiert sich freiwillig

Trotz der häufig fehlenden Akzeptanz, ganz zu schweigen von Unterstützung, ist das Ehrenamt in Deutschland weiterverbreitet, als viele annehmen. Der „Ziviz-Survey 2017” zeigt, dass sich fast jeder Zweite ohne Vergütung für einen guten Zweck engagiert.

Ehrenämter sind dabei vor allem für den sozialen Sektor überlebenswichtig, da viele gemeinnützige Organisationen auf der Arbeit freiwilliger Helfer aufbauen. Das zeigt besonders die eingebrachte Zeit: Die Freiwilligen leisten jährlich insgesamt rund 4,6 Milliarden Stunden. Das entspricht etwa der Arbeitszeit von 3,2 Millionen Vollzeitbeschäftigten.

Ehrenamt lohnt sich auch für Unternehmen

Vielleicht würde die schon jetzt erfreulich große Anzahl an Ehrenämtlern noch weiter steigen, wenn sich einige Arbeitnehmer die Ergebnisse der oben erwähnten Studie der Uni Klagenfurt zu Herzen nehmen, denn ehrenamtlich tätige Mitarbeiter sind nicht nur gut fürs Unternehmensimage.

Die Unterstützung der Freiwilligenarbeit durch den Arbeitgeber wird zusätzlich mit einer stärkeren Mitarbeiterbindung belohnt. Und das lohnt sich: Die steigende Identifikation mit dem Unternehmen erhöht einerseits die Leistungsfähigkeit und minimiert gleichzeitig Fehlzeiten und die Bereitschaft zum Jobwechsel.

Win-Win Situation

Kein Wunder also, dass viele Konzerne vor allem in den USA die ehrenamtlichen Tätigkeiten ihrer Mitarbeiter fördern. Während dort vor allem unternehmenseigene „Employee Volunteering“-Programme populär sind, ist die Palette der Unterstützungsmöglichkeiten sehr vielfältig: Neben vorgegebenen Programmen, die sich häufig an den Zielen der Unternehmen orientieren, kann der Arbeitgeber auch unabhängige Projekte mit finanziellen, infrastrukturellen oder zeitlichen Ressourcen unterstützen.

Die Einbindung von Unternehmen in die Welt des Ehrenamts kann helfen, diesen gesellschaftlich wichtigen Bereich stärker zu fördern und noch mehr Menschen dafür zu begeistern. Eine echte Win-Win Situation, die auch von den Verantwortlichen der Studie treffend beschrieben wird: „Mit einem Freiwilligen-Programm ist oftmals allen geholfen: Den Mitarbeitern, den Unternehmen, und denen, die in den Genuss der ehrenamtlichen Tätigkeiten kommen.

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