Das Homeoffice erscheint für viele als die ideale Arbeitsatmosphäre. Dresscodes, Lärmbelästigung und störende Kollegen gehören im Homeoffice der Vergangenheit an. Doch ist die Realität genauso schön wie unsere Vorstellung von einem entspannten, gemütlichen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden?

 

Es ist neun Uhr vormittags. Du hast dich gerade erfolgreich durch Menschenmengen und Schlangen beim Bäcker, im Bus und der U-Bahn gekämpft und erscheinst trotzdem pünktlich im Büro, wenn auch etwas verschwitzt. Oftmals erwarten dich jetzt acht Stunden Arbeit und eine Stunde Pause. Festgefahrene Zeiten und Regeln, vorprogrammierte Ablenkungen durch andere Mitarbeiter gehören zum typischen Büroalltag, vielleicht sogar ein Dresscode. Die Vorstellung, von zu Hause aus arbeiten zu können gleicht da einer Utopie. Doch wie macht sich die Arbeit im Homeoffice in der Realität?

 

Nicht immer so gut, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergeben hat. Demnach führen selbstbestimmte Arbeitszeiten im Homeoffice leicht zur Selbstausbeutung. So kann die Arbeit in den eigenen vier Wänden dazu führen, dass der Arbeitnehmer in seinem Zuhause auch nach getaner Arbeit nicht abschalten kann und in seiner Freizeit gedanklich weiterhin bei der Arbeit ist. Dies wäre für die erhoffte Work-Life-Balance ein Rückschritt.

 

Sind die Arbeitszeiten im Homeoffice dazu noch völlig selbstbestimmt wählbar, würden besonders Männer übermäßig lange arbeiten, wenn sie sich vorher keine festen Arbeitszeiten setzen. Die Wahrscheinlichkeit, auch nach der Arbeit nicht abschalten zu können, ist 11 Prozent höher als bei Männern mit festen Arbeitszeiten. Frauen seien dagegen nicht so anfällig, da sie die zeitliche Flexibilität nutzen, andere Arbeiten mit den beruflichen Aufgaben zu jonglieren.

 

Um die Arbeit im Homeoffice optimal zu gestalten, ist also eine klare Differenzierung zwischen Arbeit und Freizeit notwendig. Auch wenn zuhause arbeiten verlockend klingt, muss man sich selbst ähnliche Regeln wie im Büro aufstellen, damit man nicht den ganzen Tag damit beschäftigt ist, immer mal wieder ein bisschen zu arbeiten. Andernfalls könnte die Arbeit in den eigenen vier Wänden tatsächlich zu mehr Stress führen als es im Büro der Fall wäre – und der Traum vom Homeoffice wird zum Albtraum.